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Brandenburg Jede zweite Kleinstfirma sucht vergeblich Fachkräfte
Brandenburg Jede zweite Kleinstfirma sucht vergeblich Fachkräfte
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20:05 24.07.2017
Dringend gesucht in Brandenburg: Fachkräfte Quelle: DPA
Potsdam

Der akute Mangel an Fachkräften in Brandenburg trifft in erster Linie kleine und mittlere Firmen. Von Kleinstbetrieben mit bis zu zehn Mitarbeitern findet sogar über die Hälfte – 53 Prozent – kein qualifiziertes Personal. Das geht aus dem neuen Betriebspanel des Instituts für Arbeits- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit hervor, das am Montag in Potsdam vorgestellt wurde.

Größeren Unternehmen fällt es dagegen leichter, passendes Personal zu finden. Da liegt die Quote bei 13 Prozent und damit unter dem Durchschnitt aller Betriebe (rund 38 Prozent). Vom Fachkräftemangel besonders betroffen sind das Baugewerbe und der Bereich der unternehmensnahen Dienstleistungen wie Grundstücks- und Wohnungswesen oder Rechts- und Steuerberatungen. Befragt wurden von Juli bis Oktober 2016 rund 1000 Betriebe in Brandenburg.

Nachfrage nach Fachkräften steigt weiter

Zugleich stieg die Nachfrage nach Fachkräften weiter an – um rund neun Prozent. Gesucht wurden im ersten Halbjahr 2016 insgesamt 72 000 Fachkräfte. Nach Einschätzung der Wissenschaftlerin Silke Kriwoluzky von Institut für sozialökonomische Strukturanalysen (Söstra), die die Studie mit erarbeitet hat, wird in Brandenburg und den anderen Ost-Ländern die Schere zwischen offenen Stellen und dem Besetzen der Stellen weiter auseinander gehen. Insgesamt werde der Bedarf an Fachkräften steigen – auch durch die Digitalisierung und Automatisierung der Arbeitsprozesse. In besonderem Maße von Engpässen betroffen seien Firmen, die bereits mit modernen Technologien ausgestattet seien. Diese rechnen zugleich mit einem Zuwachs an Beschäftigten.

Ausbildung „der zentrale Grundstock“ für Fachkräftesicherung

Trotz der Probleme, geeignetes Personal zu finden, könne von einem „flächendeckenden Fachkräftemangel“ im Land nicht gesprochen werden, betonte Arbeits- und Sozialministerin Diana Golze (Linke). Sie appellierte an die Firmen, Nachwuchs auszubilden oder in die Weiterbildung der Mitarbeiter zu investieren. Das sei „der zentrale Grundstock“ für eine erfolgreiche Fachkräftesicherung. Im Vorjahr seien 70 Prozent der Auszubildenden übernommen worden. Diese Quote liegt doppelt so hoch wie noch 2006. Unter dem Bundesdurchschnitt von 46 Prozent liegt das Land bei den Betrieben, die ausbilden (41 Prozent).

Bei den Löhnen und Gehältern hinkt Brandenburg dem Westniveau weiter hinterher. 2016 habe der durchschnittliche Verdienst im Monat bei 2600 Euro brutto und damit bei 81 Prozent des Westniveaus gelegen. Gegenüber dem Jahr davor stieg der Lohn um vier Prozent. Das Ost-West-Gefälle wird in der Studie auf die Auswirkungen des Mindestlohns zurückgeführt, der in Brandenburg eine höhere Reichweite habe als in Westdeutschland.

Brandenburg erst in 30 Jahren auf West-Lohnniveau >

Teilzeitbeschäftigung stark zugenommen

Gestoppt werden konnte der Rückgang der Tarifbindung. Die Hälfte aller Beschäftigten erhalten derzeit im Land Tariflohn, im Westen sind es 58 Prozent. Zugenommen habe die Teilzeitbeschäftigung. Diese habe sich in den letzten zehn Jahren verdreifacht. „Gut jede dritte Frau, die in Brandenburg beschäftigt ist, arbeitet in Teilzeit“, betonte Ministerin Golze. Bei den Männern sei es knapp jeder zehnte.

6000 Jugendliche ohne Schulabschluss oder Ausbildung

Die oppositionelle CDU forderte Golze auf, sich mehr um die über 6000 Jugendlichen zu kümmern, die keinen Schulabschluss oder keine Berufsausbildung haben. Junge Mütter müssten die Möglichkeit haben, einen besseren Wiedereinstieg ins Berufsleben zu finden. „Nur Forderungen an die Betriebe und kleinen Firmen zu stellen, ist nicht genug“, erklärte die Abgeordnete Roswitha Schier, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion.

Von Igor Göldner

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