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Brandenburg Jubiläum im „Sanssouci der Pferde“
Brandenburg Jubiläum im „Sanssouci der Pferde“
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20:07 05.09.2013
Landstallmeister Jürgen Müller. Quelle: dpa
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Neustadt (Dosse)

Mit dem Beinamen „Sanssouci der Pferde“ scheut das Brandenburgische Haupt- und Landgestüt vor großen Vergleichen nicht zurück. Vor 225 Jahren begründete Graf Carl-Heinrich von Lindenau die Pferdezucht in Neustadt an der Dosse. Zum Jubiläum wird es gleich drei Hengstparaden am 14., 21. und 28. September geben.

Damals sollten edle Pferde aus Arabien frisches Blut in die Mark bringen. Preußenkönig Friedrich Wilhelm II. (1744-1797) wollte selbst Tiere für seine Kavallerie züchten lassen. Dabei waren Hengste gefragt – einer schaffte es sogar bis in den Marstall des französischen Kaisers Napoleon Bonaparte. Die Stallungen wurden damals nach modernsten Erkenntnissen gebaut.

Das Haupt- und Landgestüt ist heute eine Stiftung des öffentlichen Rechts und steht unter Denkmalschutz. Es verfügt über rund 420 Hektar Ländereien. Mit viel Geld wurde die Anlage in den vergangenen Jahren auf Vordermann gebracht. Ende 2014 sollen die Arbeiten im Umfang von 3,9 Millionen Euro beendet sein.

Bundesweit gibt es zehn staatliche Landgestüte, aber sie können sich kaum aus eigener finanzieller Kraft halten. Axel Brockmann, Landstallmeister des Niedersächsischen Landgestüts Celle, betont, alle Staatsgestüte stünden für die Präsentation des lebendigen Kulturgutes Pferd und die Sicherung einer genetischen Vielfalt. „Die Zuschüsse dienen mehrheitlich dem Erhalt der Gebäude und Anlage“, sagt er. Mit leer stehenden Gebäuden ohne Pferde könne den Besuchern nicht die alte Kultur vermittelt werden.

Das mit rund 500 Jahren älteste Landgestüt ist Marbach in Baden-Württemberg, das jährlich rund 500.000 Besucher zählt. Für Redefin in Mecklenburg-Vorpommern wird bis Jahresende ein neues Konzept gesucht. Sachsen-Anhalt will sparen und sich von etwa 420 der rund 1000 Hektar des Landgestüts Prussendorf trennen, elf Millionen Euro soll das bringen.

Das Neustädter Gestüt hat einen Jahresumsatz von etwa drei Millionen Euro, benötigt aber mehr als vier Millionen. Potsdam zahlt den Rest. Es handele sich immerhin um eine der größten Denkmalanlagen im Land, die das Potsdamer Unesco-Weltkulturerbe Park Sanssouci um ein Mehrfaches übertreffe, erläutert der Sprecher des Agrarministeriums, Jens-Uwe Schade. „Hier werden Traditionen wachgehalten. Es geht um lebendiges Kulturerbe.“ Landstallmeister Jürgen Müller skizziert die Aufgaben: Pferdezucht, Ausbildung, Leistungsprüfungen sowie Tourismus. Zu den Veranstaltungen und Besichtigungen kamen 2012 rund 30000 Besucher. Weitere 15000 erlebten Pferdesport.

Zurzeit stehen in den Ställen 40 Hengste – meist Sportpferde, Kaltblüter, ein Haflinger und ein Reitpony. Dazu kommen rund 35 Elite- und Prämienstuten. Insgesamt leben hier knapp 320 Pferde.

„Im Vorjahr erblickten 34 Fohlen das Licht der Welt“, berichtet Müller. In diesem Jahr waren es wegen einer Krankheit nur 14. „Anders als früher wird heutzutage fast nur noch künstlich befruchtet“, erläutert der Landstallmeister. Gelagert sind tiefgefrorene Samen von Hengsten, die bereits seit mehr als zehn Jahren tot sind. Die Preise liegen pro Besamungsdosis je nach Qualität zwischen 180 und 1500 Euro. „Im Vorjahr wurde damit rund eine halbe Million Euro eingenommen“, sagt Müller.

Neustädter Spitzen-Hengste sind auch international gefragt. Unter anderem brachte es die 1997 im Gestüt geborene Stute „Poetin“ zu Ruhm. Sie wurde mehrfach Bundeschampion und Weltmeisterin. Legendär ist auch der Hengst „Quaterback“, der 2006 als Bundeschampion siegte. Mit seinem Samen wurden rund 3000 Stuten befruchtet. „Er spielte im Laufe der Jahre einen Millionenbetrag ein“, resümiert Müller.

Das Gestüt hat 68 Mitarbeiter, 17 junge Leute werden ausgebildet. Auf die etwa sechs Lehrstellen bewerben sich im Jahr etwa 100 Jugendliche, meist Mädchen. Müller: „Pferde sind hier die Magneten.“

Von Gudrun Janicke

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