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Brandenburg Kameras, die mit Verdächtigen reden können
Brandenburg Kameras, die mit Verdächtigen reden können
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19:12 02.01.2017
Den zu überwachenden Ort über eine App stets im Blick: Die Kameras der Firma gibt es ausschließlich zur Miete. Quelle: fotos: Julian Stähle
Borkheide

Seine Kameras übersehen nichts, da ist sich Rene Helbig ziemlich sicher. Zum Beweis klappt er seinen Laptop auf. Dort hat er alle mobilen Cams, die momentan im Einsatz sind, auf einen Blick: Dutzende kleine Kästchen, quadratisch angeordnet. Jeder einzelne Überwachungsort – ob Baustelle, Autohaus oder Windpark – lässt sich über eine App anklicken, dann kann der aktuelle Status abgerufen werden. Sind die Kameras „scharf“ oder machen sie gerade Pause?

„Das entscheidet alles der Kunde, der uns bucht.“ Helbig, Anfang fünfzig, wirkt zufrieden. Geklickt hat er auf ein Live-Bildchen, das das Gelände der Potsdamer Jutespinnerei zeigt. Dort steht gerade einer der 40 Videotürme der Firma ArgosGuard aus Borkheide (Potsdam-Mittelmark). Momentan sind alle „MobileCams“ ausgebucht, sagt Geschäftsführer Helbig, der die Firma vor einem guten Jahr gegründet hat. Die Branche kennt der Potsdamer gut. Er war zuvor über 25 Jahre beim Sicherheitsunternehmen Securitas beschäftigt, zuletzt als Technikvorstand. Dann machte er sich selbstständig.

Rene Helbig ist Geschäftsführer von ArgosGuard. Quelle: Julian Stähle

Die Idee einer softwaregesteuerten Kamera, die zu jeder Zeit an jedem Ort einsetzbar ist, hatte er schon länger. Er arbeitet mit einem österreichischen Unternehmen zusammen. Technisch sei man auf neuestem Stand, sagt Helbig. Jede Cam hat drei Full-HD-Kameras, die 360 Grad schwenk- und neigbar und mit Zoomfunktion ausgestattet sind. Sie sind auf einen acht Meter hohen Teleskopmast montiert, der jederzeit pneumatisch einfahrbar ist. „Da sind wir gar nicht sichtbar.“ Mit einem kleinen Laster werden die Cams transportiert und können durch einen Hebekran überall aufgestellt werden. Durch das integrierte Infrarotlicht gebe es auch nachts gute Bilder, so Helbig. Eine komplizierte Verkabelung ist nicht nötig. Die Box versorgt sich selbst mit Strom. Der Mast hat eine sogenannten Fisheye-Kamera, die vor Diebstahl schützen soll.

Die Bilder werden über Funk, eine LTE-Verbindung oder Wlan übertragen. Scheitert das im internetfreien Raum – Brandenburg hat einige „weiße Flecken“ – wäre eine Satellitenverbindung möglich – „für wenige Euro mehr“, wie Helbig meint. Eine Notrufzentrale überwacht das Geschehen per digitaler Videoanalytik. Momentan sitzt dieser Operator in der Nähe von Wien. Helbig sieht als größten Vorzug gegenüber Wettbewerbern an, dass die Kameras von der Zentrale aus jederzeit ferngesteuert werden können. Die Technik ermögliche es, auf fast 500 Metern automatisch zu zoomen. „Per Lautsprecher können Verdächtige sogar angesprochen werden.“

Damit Datenschützer nicht gleich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wurde vorgesorgt: Personen können jederzeit gepixelt und Teile des Geländes ausgeblendet oder unscharf gestellt werden. „Wir nehmen auf die Privatsphäre vollumfänglich Rücksicht“, so Helbig.

Angeboten werden die Kameras ausschließlich zur Miete. Der Wochenpreis liegt laut Helbig bei rund 350 Euro. Der Vorteil für Interessenten: Es entfallen teure Anschaffungskosten, zumal in dieser Branche die Technik sehr kurzlebig ist. Darauf wiederum müssen Firmen wie ArgosGuard reagieren. Die Kameras könnten schnell veralten und ein Austausch kostet viel Geld. Neben Gewerbeflächen, Baustellen oder Windkraftparks bietet das sechsköpfige Team auch ihre Dienste bei Großveranstaltungen an. Wie zuletzt in Potsdam beim Stadtwerkefest. Da wurde laut Helbig eng mit Polizei und einem privaten Sicherheitsdienst zusammengearbeitet. „Wir konnten ihnen genau sagen, wie viele Menschen sich zu einem bestimmten Zeitpunkt auf einem Quadratmeter befanden.“

Die drei Full-HD-Kameras sind 360 Grad schwenkbar und neigbar. Quelle: Julian Stähle

Von Igor Göldner

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