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Brandenburg Wie eine Kleinstadt in Teltow-Fläming zum Nachhaltigkeits-Vorbild werden will
Brandenburg Wie eine Kleinstadt in Teltow-Fläming zum Nachhaltigkeits-Vorbild werden will
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15:12 09.08.2019
Karsten Wittke ist der Koordinator für kommunale Entwicklungspolitik in Baruth. Er sorgt mit dafür, dass die Stadt nachhaltiger wird. Quelle: Hannah Rüdiger
Baruth/Mark

Der Mann, der die Stadt Baruth/Mark nachhaltiger machen soll, schaut von seinem Schreibtisch aus direkt auf einen üppigen Landschaftspark von Peter Joseph Lenné. Als Koordinator für kommunale Entwicklungspolitik hat Karsten Wittke im Frühjahr letzten Jahres sein Büro im Alten Schloss bezogen. Seine Mission: Dem Titel „global nachhaltige Kommune“ jeden Tag ein Stück mehr gerecht zu werden.

Ende Mai unterzeichnete die Stadt in Teltow-Fläming freiwillig eine sogenannte Musterresolution der Vereinten Nationen, in der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung festgelegt sind. „Nachhaltig“, das bedeutet nicht nur Klimaschutz, sondern auch Geschlechtergerechtigkeit, Entwicklung des ländlichen Raums oder ein gesundes Wirtschaftswachstum. In den Wahlprogrammen der Brandenburger Parteien taucht das Wort immer wieder auf.

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Das sind große Ziele, denen sich die Kommune mit kleinen Schritten nähern möchte. Schritt eins ist ein Bürgerdialog zum Thema Nachhaltigkeit, der demnächst zum dritten Mal stattfinden wird. Darin sammeln die Baruther gemeinsam Ideen, um ihre Stadt nachhaltiger zu gestalten. „Wenn zu so einem Gespräch 30 Leute kommen, bin ich schon zufrieden“, sagt Wittke.

Eine der gemeinsam entwickelten Ideen hat bereits Gestalt angenommen: Künftig will Baruth auf Einweggeschirr und Einwegbecher aus Plastik verzichten. Stattdessen sollen die Getränke auf dem Kreiserntefest oder dem Feuerwehrfest in Mehrwegbechern serviert werden, auf denen neben dem Wappen der Stadt auch die 17 Nachhaltigkeitsziele in kleinen Piktogrammen abgebildet sind. 2000 Becher hat Wittke schon bestellt, einen Teil davon möchte er an Schulen, Kitas und öffentliche Einrichtungen übergeben.

So sehen die neuen Mehrwegbecher aus. Quelle: Hannah Rüdiger

Zusätzlich will die Kleinstadt mit rund 4500 Einwohnern mehr auf regionale Lebensmittel setzen. Denn obwohl Baruth von Kartoffelbauern und landwirtschaftlichen Großbetrieben umgeben ist, kommen die wenigsten Produkte in der Stadt selbst an. „Die meisten Lebensmittel aus der Region findet man auf Berliner Wochenmärkten“, erzählt Wittke.

Ginge es nach ihm, gäbe es in Baruth wieder einen eigenen Wochenmarkt, auf denen die Landwirte aus der Region ihr Obst und Gemüse anbieten. Das hätte gleich mehrere Vorteile: Wer unverpackte Produkte auf dem Markt kauft, spart Verpackungsmüll. Und auf dem Weg zum Teller passieren die Tomaten nicht das Mittelmeer, sondern nur das Urstromtal – was eine viel bessere CO2-Bilanz hätte.

Mehr Blühstreifen und Grünflächen

Karsten Wittke ist davon überzeugt, dass die Baruther ein solches Angebot gut annehmen würden. „Die Leute haben wirklich keinen Bock mehr auf diese verpackten Lebensmittel“, sagt er. Weitere Ideen sind bunte Blühstreifen für heimische Insektenarten, mehr Grünflächen und weniger Asphalt, der den Boden versiegelt.

Den zweiten großen Beitrag im Dienste der UN-Nachhaltigkeitsziele leistet Baruth nicht in Teltow-Fläming, sondern in der mongolischen Stadt Murun. Seit 2011 stehen die Partnerstädte in engem Austausch. Was sie verbindet, ist nicht nur die Lage im ländlichen Raum und die löchrige Infrastruktur, die damit einhergeht: Murun und Baruth sind beide abhängig von den Einnahmen aus Holzindustrie und Wasserwirtschaft.

Lebenslange Aufgabe

„Das ist keine Papierpartnerschaft“, sagt Wittke, der auch die Zusammenarbeit mit Murun koordiniert. Die Städte könnten viel voneinander lernen. Und sie verfolgen ähnliche Ziele. Die Partnerschaft zeige, dass internationale Zusammenarbeit nicht nur auf Staatsebene funktioniert, sondern auf kommunaler Ebene mindestens genauso wichtig ist.

„Der Globus ist relativ klein geworden“, sagt er.Eine Stadt wie Baruth könne sich nur nachhaltig entwickeln, wenn alle den Wandel mittragen. Und zwar langfristig. „Nachhaltigkeit ist kein Event“, sagt Wittke. „Sondern eine lebenslange Aufgabe.“

Mehr Geschichten von den Wahlreportern:

MAZ whatsapp Quelle: MAZ whatsapp

Von Hannah Rüdiger

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