Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Chronik der Fälle Elias und Mohamed
Brandenburg Chronik der Fälle Elias und Mohamed
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:30 01.07.2019
Silvio S. lebte in Kaltenborn (Teltow-Fläming). Quelle: Peter Degener
Potsdam

Am 8. Juli 2015 verschwindet der kleine Elias aus Potsdam spurlos. Wochenlang sucht die Polizei gemeinsam mit vielen freiwilligen Helfern nach ihm. Kein Fleckchen rund um den Ort des Verschwindens im Potsdamer Stadtteil Schlaatz bleibt unberührt, doch die Suche ist vergebens. Im November folgt dann die traurige Gewissheit: Elias ist tot. Er wurde Opfer des Kindermörders Silvio S., der auch den Berliner Jungen Mohamed getötet hat.

Chronik des Falles

8. Juli 2015: Gegen 17.30 Uhr verabschiedet sich der damals sechsjährige Elias in der Potsdamer Neubausiedlung Schlaatz von seiner Mutter. Er geht auf einen Spielplatz vor dem Haus. Als die Mutter ihn etwa eine Stunde später zum Abendessen holen will, ist Elias nicht mehr da. Die Suche läuft sofort an und dauert die ganze Nacht hindurch. Hubschrauber und Suchhunde durchforsten das Wohngebiet Schlaatz und auch die umliegenden Stadtteile – erfolglos.

10. Juli 2015: Die Polizei befragt Passanten und Anwohner. Aber auch unter den 150 eingegangenen Hinweisen ist keine heiße Spur. „Der Junge ist wie vom Erdboden verschluckt“, sagt Polizeisprecherin Jana Birnbaum an diesem Tag. Spürhunde, Helikopter, Überwachungsbilder – nichts davon bringt die Suche voran.

13. Juli 2015: Seit sechs Tagen ist Elias verschwunden. Ganz Potsdam sucht mittlerweile nach dem Jungen. Die Polizei konzentriert sich jetzt verstärkt auf die Nuthe, nachdem ein Zeuge Elias vor seinem Verschwinden dort gesehen haben will. Im Schlaatz sind Leichenspürhunde unterwegs. Das Schlimmste scheint nicht mehr ausgeschlossen.

15. Juli 2015: Die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY – ungelöst“ berichtet von Elias. Danach arbeitet die Polizei fast doppelt so viele Hinweise als zuvor ab.

 17. Juli 2015: Die Polizei lässt die Nuthe ausbaggern und um 20 Zentimeter absenken, um noch gezielter nach dem Jungen suchen zu können. Immer wieder haben Spürhunde an dem Fluss angeschlagen.

5. August 2015: Seit genau vier Wochen fehlt von Elias jede Spur. Der Chef der Soko „Schlaatz“, Michael Scharf, sagt, dass er solch einen Fall in seiner polizeilichen Laufbahn bis jetzt noch nicht erlebt hat. Mittlerweile wurde die Soko um 15 Ermittler verkleinert. Der leitende Polizeidirektor Michael Scharf bei einer Pressekonferenz.Julian Stähle

1. Oktober 2015: Schock in Berlin. Der vierjährige Mohamed wird vermisst. Der kleine Flüchtlingsjunge aus Bosnien-Herzegowina wurde zuletzt auf dem Gelände des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso) in Berlin-Moabit gesehen. Dort hat ihn seine Mutter aus den Augen verloren. Die Suche beginnt. Es gibt auch Fotos des Täters, die eine Überwachungskamera eingefangen hat.

30. Oktober 2015: Der Entführer des kleinen Mohamed, Silvio S., wird geschnappt. Der Wachschützer gibt den Mord an dem Jungen zu und gesteht, dass er auch Elias getötet hat. In einer Gartenanlage bei Luckenwalde (Teltow-Fläming) wird eine Kinderleiche gefunden. Zwei Tage später folgt die schreckliche Gewissheit: Bei der Leiche handelt es sich um Elias. In Niedergörsdorf in einem Kleinen Ort Namens Kaltenborn wurde der mutmaßliche Mörder und Entführer gefunden.

12. November 2015: Laut Obduktionsbericht soll Elias missbraucht und stranguliert worden sein. Vier Tage später wird er im engsten Familienkreis an einem unbekannten Ort beigesetzt.

21. April 2016: Das Landgericht Potsdam lässt die Mitte März erhobene Anklage gegen den mutmaßlichen Mörder der Kinder Elias und Mohamed zu. Genau 342 Tage nach dem Tod des kleinen Elias beginnt der Prozess um Silvio S.

Juli 2016: Das Landgericht Potsdam verurteilt Silvio S. zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Das Gericht stellte eine besondere schwere der Schuld fest, damit ist eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren ausgeschlossen. Dem Antrag der Staatsanwaltschaft, für Silvio S. auch eine Sicherheitsverwahrung nach Verbüßung der Strafhaft anzuordnen, kam das Gericht nicht nach.

Januar 2017: Der Generalbundesanwalt in Karlsruhe fordert in seinem Revisionsantrag die Sicherungsverwahrung für Silvio S. Die Kritik der obersten deutschen Ankläger: Den sexuellen Komponenten der Taten habe das Gericht „nicht einmal ansatzweise“ die Aufmerksamkeit geschenkt, die sie verdienten. Es wird immer wahrscheinlicher, dass der Fall neu aufgerollt wird.

Juni 2017: Der Bundesgerichtshof in Leipzig kassiert Teile des Urteils und verweist den Fall zurück ans Potsdamer Landgericht.

Mai 2019: Der zweite Prozess gegen den Kindermörder beginnt vor dem Potsdamer Landgericht. Silvio S. sei nach derzeitigem Stand extrem rückfallgefährdet, erklärt ein Psychologe zum Prozessauftakt.

28. Juni 2019: Das Gericht verkündet sein Urteil und beantwortet damit die Frage, ob Silvio S. nach Verbüßung der Haftstrafe in die Sicherungsverwahrung muss.

Von Torsten Gellner und Luise Fröhlich

Das Durchatmen nach der großen Hitze ist nur kurz: Am Wochenende kommt eine neue Sahara-Welle. Und es könnte noch heftiger als am Mittwoch werden: In Brandenburg sind am Sonntag bis zu 39 Grad drin!

28.06.2019

Der Polizei ist ein Schlag gegen den Drogenhandel im Internet gelungen. Die Verkaufsplattform „Chemical Revolution“ wurde abgeschaltet, gab das BKA am Freitag bekannt. Die erste Festnahme in dem Fall gab es schon 2018 in Brandenburg/Havel.

01.07.2019

Wie überprüft man Tiere, die illegal verkauft werden? Ein Registrierung der Haustiere wäre hilfreich, doch die brandenburgische Landesregierung spricht sich dagegen aus. Es sei ein zusätzlicher Aufwand für die Behörden.

28.06.2019