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Brandenburg Brandenburger Jugendämter müssen öfter einschreiten
Brandenburg Brandenburger Jugendämter müssen öfter einschreiten
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13:44 26.05.2020
Die Jugendämter in Brandenburg haben sich häufiger mit möglichen Kindeswohlgefährdungen befasst. Quelle: Maurizio Gambarini/dpa
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Potsdam

Brandenburgs Jugendämter sind im vergangenen Jahr wegen möglicher Kindeswohlgefährdung öfter aktiv geworden. Die Zahl der Verfahren stieg gegenüber dem Vorjahr um 14 Prozent. Betroffen waren 6859 Kinder und Jugendliche, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Dienstag in Potsdam mitteilte.

Akut gefährdet waren in Brandenburg 20 Prozent der Betroffenen. In diesen Fällen sei „eine erhebliche Schädigung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls des Kindes oder Jugendlichen bereits eingetreten oder mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten“ gewesen, hieß es. In 16 Prozent der Fälle lag eine latente Kindeswohlgefährdung vor. Dabei konnte die Frage nach der tatsächlich bestehenden Gefahr nicht eindeutig beantwortet werden. In 33 Prozent der Fälle wurde zwar keine Gefährdung ermittelt, aber es bestand Hilfebedarf. In weiteren 31 Prozent der Fälle wurden weder eine Kindeswohlgefährdung noch Hilfebedarf festgestellt.

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Am häufigsten ging es um Vernachlässigung

Weit über die Hälfte der Fälle (1.773) mit akuter oder latenter Kindeswohlgefährdungen betrafen Vernachlässigung. Anzeichen für körperliche Misshandlungen wurden in 479 Fällen (16 Prozent), für psychische Misshandlungen in 698 (23 Prozent) Fällen angegeben. Fälle sexueller Gewalt gab es 132 (vier Prozent).

Hinweise erhielten die Jugendämter von Polizei, Gerichten und Staatsanwaltschaft (17 Prozent), durch anonyme Anzeigen (16 Prozent), über Verwandte, Bekannte und Nachbarn (zwölf Prozent) sowie von Kita, Tagespflege oder Schule (13 Prozent). Elf Prozent der Verfahren wurden durch die Minderjährigen, Eltern oder Erziehungsberechtigten selbst angestoßen.

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Von MAZonline