Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Kita-Betreuung leicht verbessert, aber immer noch schlecht
Brandenburg Kita-Betreuung leicht verbessert, aber immer noch schlecht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:27 28.08.2017
Besonders im Krippenbereich fehlen Erzieher.  Quelle: dpa
Potsdam

Die Betreuungssituation in Brandenburger Kitas hat sich laut einer Studie in den vergangenen Jahren leicht verbessert, ist jedoch stark vom Wohnort abhängig. Das ergab eine am Montag veröffentlichte Studie der Bertelsmann-Stiftung, die auf Daten der Statistischen Landesämter beruht.

Die Qualität der Kitas hat sich vor allem für Kinder unter drei Jahren verbessert. Kamen im März 2012 noch durchschnittlich 6,6 ganztags betreute Kinder auf eine vollzeitbeschäftigte Fachkraft in den Krippengruppen, waren es im März 2016 rein rechnerisch 6,1 Mädchen und Jungen.

In Baden-Württemberg müssen sich die Kita-Betreuer um die wenigsten Kinder kümmern. Der Betreuungsschlüssel für Kinder ab drei Jahre ist hier laut der Bertelsmann Stiftung vorbildlich. Die ostdeutschen Bundesländer schneiden am schlechtesten ab. Ein Überblick über alle 16 Bundesländer.

Vorletzter Platz im Krippenbereich

Brandenburg weise im Krippenbereich dennoch nach Sachsen weiter den bundesweit ungünstigsten Personalschlüssel auf, heißt es in der Studie. Bundesweites Schlusslicht ist dabei Cottbus. Mit einer Betreuungsquote von 57 Prozent der Unter-Dreijährigen in Krippen sei Brandenburg zugleich Spitzenreiter unter den Bundesländern.

Betreuung stark wohnortabhängig

Innerhalb des Bundeslandes bestünden jedoch erhebliche Unterschiede, die Kita-Qualität hänge stark vom Wohnort ab, hieß es. Den besten Personalschlüssel bietet Ostprignitz-Ruppin mit 1 zu 5,4, den schlechtesten die kreisfreie Stadt Cottbus mit 1 zu 7,2. In Kindergartengruppen würden im Landkreis Dahme-Spreewald 10,1 Kinder zwischen drei und sechs Jahren von einer Fachkraft betreut werden, in Cottbus bis zu 13,3 Kinder.

Übersicht: Personalschlüssel nach Wohnort (PDF)

Empfohlen wird von den Autoren ein Schlüssel von 1 zu 3 in den Krippen für bis zu Dreijährige und von 1 zu 7,5 in den Kitas. In Brandenburg müssten damit 8600 zusätzliche Fachkräfte eingestellt werden. Weitere Kosten in Höhe von 384 Millionen Euro sind fällig. Derzeit sind in den Kitas 14.900 Mitarbeiter pädagogisch tätig.

CDU-Bildungsexperte Gordon Hoffmann kritisierte, dass Brandenburg noch immer einen der hintersten Plätze bei der Kita-Qualität belege, beim Personalschlüssel in den Krippen sogar nur den vorletzten Platz. Bisherige Verbesserungen beim Personalschlüssel seien nicht mehr als der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein. Die hohe Betreuungsquote dürfe kein Alibi für schlechte Personalausstattung in den Kitas sein.

Kitas im Westen besser als im Osten

Bundesweiter Spitzenreiter im Krippenbereich mit einer Fachkraft für drei Kinder und im Kindergartenbereich mit einer Fachkraft für 7,2 Kinder ist der Studie zufolge Baden-Württemberg. Schlusslicht bei den jüngeren Kindern ist Sachsen mit einer Fachkraft für 6,5 Krippenkinder und bei den älteren Kindern Mecklenburg-Vorpommern mit einer Fachkraft für 13,7 Kinder.

In westdeutschen Krippengruppen kümmert sich der Studie zufolge im Durchschnitt eine Fachkraft um 3,6 Kinder, in Ostdeutschland um sechs Kinder. Zugleich seien in Ostdeutschland 52 Prozent der unter Dreijährigen in Betreuung, in Westdeutschland nur 28 Prozent. Bundesweit besuchten fast alle Kinder ab dem dritten Lebensjahr in Kindergärten. Für die Studie wurden den Angaben zufolge erstmals die Personalschlüssel der 402 Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland ausgewertet.

Lesen Sie mehr:
Kitas im Westen besser als im Osten

Von MAZonline/epd/dpa

Die Polizei sucht erneut nach Personen, die mit einem an Hepatitis erkrankten Mann in Kontakt kamen. Sie hatten einem Mann geholfen, der am späten Freitagabend in Berlin-Marzahn zusammengebrochen war. Wie sich herausstellte, war der Mann an Hepatitis C infiziert.

28.08.2017

In einer Einfamilienhaussiedlung in Panketal (Barnim) ist ein neugeborenes Baby entdeckt worden. Die Besitzerin des Grundstücks fand das kleine Mädchen am späten Sonntagabend in ihrer Grundstücksauffahrt. Das Baby war unterkühlt und nicht fachgerecht abgenabelt.

28.08.2017
Brandenburg Interview mit Verkehrsministerin Kathrin Schneider - „Die Straßen sind nicht so schlecht wie ihr Ruf“

Schlaglöcher, Holperpisten aber auch Baustellen zehren an den Nerven vieler Brandenburger. Aus Sicht von Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) sind die Straßen besser als ihr Ruf. Im MAZ-Gespräch räumt sie aber einen Investitionsstau ein.

14.03.2018