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Brandenburg Kleiderkodex spielt immer weniger eine Rolle
Brandenburg Kleiderkodex spielt immer weniger eine Rolle
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14:44 15.01.2017
Weiße Kleidung ist nicht mehr in jeder Küche Pflicht. Quelle: dpa
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Potsdam

Viele Unternehmen in Brandenburg nehmen es mit der Kleiderordnung heute nicht mehr ganz so genau. Selbst in Branchen, die lange Zeit mit einem bestimmten Dresscode in Verbindung gebracht wurden, ist inzwischen alles lockerer geworden.

Ein Beispiel ist die Gastronomie, wie der Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands im Land (DEHOGA), Olaf Lücke, bestätigte. In der Branche sei mehr Farbe eingekehrt. In vielen Küchen sei mittlerweile ein „schönes Farbenspiel“ zu beobachten. Denn immer häufiger würden Köche nicht ausschließlich Weiß tragen, die Kochjacken seien auch schwarz, grün oder blau.

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Schwarz-weiß nur noch in gehobenen Lokalitäten

Arbeitskleidung ist Lücke zufolge aber nach wie vor angebracht - allein schon wegen der Hygienevorschriften. „Ein keimiges T-Shirt und zerrissene Jeans passen da absolut nicht“, sagt er mit Blick auf einige Studentenkneipen. Aber jeder Gastwirt passe sich wohl seiner Klientel an. „Das klassische Schwarz-Weiß findet man heute meist nur noch in Spitzenhäusern“, sagt Olaf Lücke.

Zu denen gehören auch die Häuser der Hotelkette Steigenberger im Land. Und dort gibt es einen Kleiderkodex, wie eine Sprecherin informiert. „Jeder Mitarbeiter, der im direkten Kontakt mit dem Gast steht, trägt die selbe Uniform in der gleichen Farbe“, sagt sie. Lediglich im Backoffice gebe es Regelungen zum Gebrauch von privater Kleidung. Soll heißen: Anzug oder Kostüm in gedeckten Farben. Unterschiede nach Arbeitsbereichen gebe es auch bei den gelockerten Vorschriften für Tattoos, Piercings und Haarfarbe. Allerdings betont die Sprecherin: „Verstöße gegen die Kleiderordnung sind kein Kündigungsgrund.“

Sakko am Eingang

Ein T-Shirt bei warmen Sommertemperaturen ist auch in den beiden Brandenburgischen Spielbanken in Potsdam und Cottbus kein Problem, wie Unternehmenssprecher Michael Masch berichtet - zumindest nicht bei den Gästen. Wohl gibt es eine Kleiderordnung und Sakkos gegen eine Leihgebühr, doch die Tage des Smokings und teuren Abendkleides sind auch an den dortigen Poker- und Roulettetischen vorbei.

Selbst Turnschuhe sind Masch zufolge nicht ausgeschlossen. „Einige Turnschuhe haben heute durchaus ihren Preis und sind kein Hindernisgrund, in die Spielbank zu gehen“, sagt er. Bei den Angestellten sei es wichtig, dass man diese auch als solche erkennen kann. „Croupiers tragen in der Regel zumindest Hemd und Weste“, erklärt Masch.

Anzüge und Kostüme bei Banken und Versicherungen

Zur Selbstverständlichkeit gehören Anzug und Kostüm nach wie vor in der Versicherungs- und Bankenbranche. „Eine Kombination ist auch ok, Krawatte sollte aber schon sein“, sagt Horst-Peter Stein vom Verband Deutscher Versicherungs-Makler (VDVM) in Berlin. Er selbst bediene Geschäftskunden bundesweit, bei jüngeren Kollegen, die Start-Ups oder Privatleute betreuten, sei das womöglich etwas anders.

Kostüm oder Hosenanzug für die Dame und Anzug für den Herrn gehören in den Banken zum guten Ton, wie Sigrid Betzen vom Verband Deutscher Bankangestellter (DBV) in Düsseldorf berichtet. Doch auch hier gebe es Ausnahmen - zum Beispiel bei den Computerspezialisten im Hintergrund. Ein Verstoß gegen die Kleiderordnung ist auch nach Betzens Wissen kein Kündigungsgrund bei den Banken.

Anzüge oder Kostüme sind in Brandenburgs Volksvertretung, dem Landtag, hingegen kein Muss. Dort gibt es einer Sprecherin zufolge keinen Kleiderkodex. Lediglich die Hausordnung halte grundsätzliche Verhaltensregeln fest, die sich auch auf die Kleidung bezögen. Dort heißt es: „Insbesondere ist die Verwendung von Kennzeichen, die der Würde des Landtages oder von Menschen entgegenstehen, ist untersagt. Hierzu gehören Kennzeichen mit verfassungswidrigen, rassistischen, fremdenfeindlichen, gewaltverherrlichenden oder anderen menschenverachtenden Inhalten.“

Von Christian Bark

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