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Brandenburg Lausitz als Modellregion für moderne Landwirtschaft?
Brandenburg Lausitz als Modellregion für moderne Landwirtschaft?
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00:23 02.03.2019
Staubige Angelegenheit: Landwirtschaft im Sommer 2018. Quelle: dpa/Patrick Pleul
Potsdam

Der Lausitz könnte im Kampf gegen weltweiten Hunger und Dürreschäden eine Schlüsselrolle zukommen: Agrarexperten sprachen sich am Mittwoch in Potsdam für eine deutliche Stärkung der Forschung aus, um die Schäden des Klimawandels für die Landwirtschaft zu minimieren.

Eckhard George, Direktor des Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenanbau in Großbeeren (Teltow-Fläming) forderte in diesem Zusammenhang, dass in der Lausitz eine weltweite Modellregion für klimafreundliche Landnutzungssysteme auf den ehemaligen Braunkohletagebauen entsteht. „Wenn Brandenburg es schafft, hier Vorreiter zu werden, kann das von internationaler Bedeutung sein“, sagte er.

Landwirte fordern bessere Beratung

Die Bedingungen der Agrarforschung seien in Brandenburg eigentlich gut, meinte George. „Wir haben hier alle Institute und alles Wissen“, sagte er. Doch dieses Wissen müsse auch den Landwirten vermittelt werden, sagte Ralf Bloch vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in Müncheberg (Oder-Spree). Die Ergebnisse aus Feldversuchen könnten bisher nicht eins zu eins auf die Praxis übertragen werden. „Wir müssen sie praxistauglich machen“, sagte er.

Das forderte auch Wilhelm Schäkel von der Bioland-Ranch Zempow (Ostprignitz-Ruppin): Er hat beobachtet, wie immer mehr Landwirte in der Nachbarschaft aufhören und ihre Betriebe verkaufen, weil es sich nicht mehr lohne. „Wir brauchen eine ökonomische Forschung und Beratung für die Landwirte, damit man weiß, ob sich das überhaupt noch rechnet“, sagte er.

Extreme Wetterereignisse nehmen zu

Bei dem Fachgespräch im Agrarausschuss des Landtags waren sich die Experten weitgehend einige: Landwirte müssen sich umstellen, wenn sie in Zeiten extremer Wetterereignisse noch wirtschaftlich arbeiten wollen. „Selbst wenn wir den Klimawandel begrenzen, wird es Anpassungsbedarf geben“, sagte Hermann Lotze-Campen vom Potsdam-Institut für Klimafolgeforschung (PIK). Mehr Hitzetage, weniger Regen, dafür aber intensivere Niederschläge würden in Zukunft nicht mehr die Ausnahme, sondern der Normalfall werden.

Nötig seien anpassungsfähigere Sorten und neue Kulturen auf den Feldern, nachhaltigere Bewässerungssysteme und der Schutz vor Bodenerosionen. „Vor allem brauchen wir vielfältigere Fruchtfolgen, um die extremen Bedingungen besser abpuffern zu können“, so Lotze-Campen.

Mehr Abwechslung auf den Feldern

Ein Problem liege in der Gleichförmigkeit der Landwirtschaft mit ihren Monokulturen, aber auch mit dem Verlust einer Sortenvielfalt, wie Eckhard George vom Großbeerener Leibniz-Institut erklärte. Nötig sei mehr Abwechslung auf den Feldern. „Nur Diversität ist eine gute Risikoversicherung. Das ist wie beim Aktienkauf“, sagte er. Außerdem müsse über neue Kulturen wie der Anbau von Soja nachgedacht werden.

Das bestätigte auch der Agraringenieur Michael Baumecker von der Humboldt-Universität, der in Thyrow (Teltow-Fläming) forscht. Allerdings warnte er vor überzogenen Erwartungen. Denn zuletzt hätten sich eben Mais und Roggen in Monokulturen als eine der wenigen noch sicheren Anbauformen herausgestellt. „Sommergetreide lohnt nicht mehr“, sagte er.

Bald Olivenhaine in der Mark?

Der Umstieg auf völlig neue Kulturen sei mit entsprechenden Risiken behaftet. Prinzipiell sei aber denkbar, dass künftig in der Mark Kirchererbsen angebaut werden. Sogar Olivenhaine seien nicht mehr abwegig, wenn kalte Winter zunehmend seltener würden.

Seit Aufbau der Versuchsstation in Thyrow in den 1930er Jahren stieg die dort gemessene Durchschnittstemperatur kontinuierlich an – von 8,9 auf zuletzt 11,3 Grad. „Wenn sich der Trend fortsetzt, werden wir im Jahr 2100 ein Temperaturplus von drei Grad haben. Wir sind in dem Bereich angekommen, der seit Jahren prognostiziert wird“, sagte Baumecker.

Von Torsten Gellner

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