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Brandenburg Ökoaktionsplan: Den Preisdruck nicht vergessen
Brandenburg

Kommentar: Beim Ökolandbau darf der Preisdruck nicht vergessen werden

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17:00 29.10.2021
Die Landwirtschaft muss nachhaltiger werden, da ist man sich einig.
Die Landwirtschaft muss nachhaltiger werden, da ist man sich einig. Quelle: dpa/Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Natürlich könnte man sich dem überschwänglichen Lob im Vorwort des Öko-Aktionsplans Brandenburg anschließen. Eine „Erfolgsgeschichte“ wird der brandenburgische Ökolandbau dort genannt. 14,4 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche werden schon jetzt nach ökologischen Kriterien bearbeitet, Tendenz steigend. 20 Prozent sollen es bis 2024 und 25 Prozent bis 2030 werden. Aber man kann die Sache auch anders betrachten. Im Grunde ist der Ökolandbau in Brandenburg immer noch ein Exot auf dem weiten Feld der Landwirtschaft. Dabei müsste es ja eigentlich umgekehrt sein. Der Einsatz für den ökologischen Landbau durch einen grünen Landwirtschaftsminister kommt ja nicht von ungefähr. Er ist der Einsicht geschuldet, dass wir unsere Lebensmittel eigentlich ganz anders produzieren müssten, wenn wir unsere Lebensgrundlagen erhalten wollen.

Weniger Pflanzenschutzmittel allein genügen nicht

Dazu gibt es zwei aktuelle Stichworte: Nitrat im Grundwasser und Artensterben. Der jetzt vorgelegte Aktionsplan deutet aber selbst an, wie schwer der Weg hin zu einer ökologischen Landwirtschaft eigentlich ist. Mit weniger Pflanzenschutzmittel allein ist es ja nicht getan. Es muss ein ganz neues Netz von Erzeugern, Abnehmern, verarbeitender Industrie und möglichst regionalem Handel aufgebaut werden. Und vor allem darf der Preisdruck am Ende der Kette den ganzen Betrieb nicht abwürgen. Nur wenn die Bauern gut von ihrer Arbeit leben können, werden sie überhaupt anders wirtschaften können. Darauf weist der Bauernverband zurecht hin. Der Aktionsplan zeigt mit neuen Förderinstrumenten einen richtigen Weg. Ob sich die Ideen in der Realität bewähren, wird alsbald ein Zwischenbericht zeigen.

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Von Rüdiger Braun