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Brandenburg Brandenburgs Linke: Tief zerrissen
Brandenburg

Kommentar: Wahl der Landesliste für die Bundestagswahl von Brandenburg Linke

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18:32 25.04.2021
Die Linke in Brandenburg: Heftiger Streit über das Personal. 
Die Linke in Brandenburg: Heftiger Streit über das Personal.  Quelle: Robert Michael
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Potsdam

Die Wahl der Liste für den Bundestag wurde die erwartete Zerreißprobe. Um die zwei ersten Plätze lieferte sich Brandenburgs Linke einen erbitterten Kampf – wie lange nicht. Das lag einmal daran, dass es weniger aussichtsreiche Plätze zum Verteilen gibt als bislang. Die Partei ist in der Wählergunst deutlich gefallen. Und es lag an einem grundsätzlichen Dissens, wer am Besten die Partei im Wahlkampf vertreten soll. 

Das Rennen machte Ex-Finanzminister Christian Görke, der fast der einzige in der Landespartei ist, der über Brandenburg hinaus einen Namen hat. Ein Vorsprung von fünf Stimmen für eine Spitzenkandidatur ist aber kein Rückwind, sondern eher eine Last. Vielen Delegierten schien das Bild einer zerrissenen Partei letztlich egal. Zu allem hinzu kam die Schwäche der Landesvorsitzenden Anja Mayer, die sich gerade noch auf den Platz 3 retten konnte. Einmal mehr zeigte sich, dass ihr Rückhalt in der Partei begrenzt und sie diesmal nur mit einem blauen Auge davon gekommen ist. 

Nun gehören Personalwahlen zur innerparteilichen Demokratie auch immer dazu. Allerdings wiegt bei den Linken schwer, wie wenig geschlossen und wie groß das Misstrauen der „Lager“ ist, die zwischen Alt und Jung, aber auch zwischen pragmatischen „Realos“ und weiter links verorteten „Fundis“ verlaufen. Die Oppositionspartei hat nicht viel Zeit, die Risse zu kitten und deutlich zu sagen, wofür sie steht und wer das Sagen hat.