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Brandenburg BER-Chef erwartet künftig weniger Inlandsflüge
Brandenburg BER-Chef erwartet künftig weniger Inlandsflüge
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14:05 02.08.2019
Engelbert Lütke Daldrup, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughäfen Berlin Brandenburg. Quelle: Annette Riedl/dpa
Schönefeld

Allen Schülerprotesten und Klimaschutzdebatten zum Trotz scheint die Lust der Deutschen am Fliegen ungebrochen. In den ersten sieben Monaten des Jahres legte das Passagierwachstum an den Flughäfen Tegel und Schönefeld (Dahme-Spreewald) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwölf Prozent zu. Von Januar bis Juli starteten und landeten in der Region 20,71 Millionen Passagiere. An diesem Samstag werde die Marke von 21 Millionen Fluggästen geknackt, sagte der Chef der Flughafengesellschaft, Engelbert Lütke Daldrup.

„Die Debatte um Fridays for Future hat sich bisher nicht auf den Wunsch der Menschen, zu fliegen, ausgewirkt“, sagte er. Gleichwohl gebe es eine Tendenz, wonach Inlandsflüge, die besonders umstritten sind, weniger attraktiv würden. „Wir bieten aus Berlin keinen Flug nach Nürnberg mehr an“, sagte Lütke Daldrup. Der Grund: Die Bahnverbindung sei durch den Ausbau der Strecke Berlin-München deutlich attraktiver geworden. „Im innerdeutschen Verkehr stagnieren die Flugbewegungen. Wenn die Bahn besser wird, werden wir weniger Inlandsflüge erleben.“

Allerdings sei der Wunsch der Menschen, die Welt zu erkunden, weiter groß und diesem Bedürfnis würden die Flughäfen auch weiter Rechnung tragen. „Ich sage aber auch klar: Fliegen ist kein Wert an sich.“

Nationale Luftfahrtkonferenz mit Merkel

Am 21. August soll am Flughafen Leipzig die erste „Nationale Luftfahrtkonferenz“ stattfinden. Dazu werden unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Lufthansa-Chef Carsten Spohr erwartet. Ein Themenschwerpunkt soll der Beitrag der Luftverkehrswirtschaft zum Klimaschutz sein.

Die Branche hat Vorschläge gebündelt, mit denen langfristig sogar klimaneutrales Fliegen möglich werden soll. Als größten Hebel bezeichnet der Branchenverband BDL dabei die Entwicklung synthetischen Flugbenzins, für die eine industriepolitische Initiative der EU und ihrer Mitgliedsstaaten notwendig sei.

Die Bundesregierung solle die Einnahmen aus der Luftverkehrssteuer in die Entwicklung derartiger Kraftstoffe investieren, forderte der Verband in einer Erklärung. Außerdem hätten sich die Flughäfen darauf verständigt, bis 2030 den CO2-Ausstoß um 50 Prozent zu reduzieren. Nationale Alleingänge etwa zur Einführung einer CO2-Bepreisung lehnt der BDL aber weiterhin ab.

Passagieransturm zum Ferienende

Die Berliner Flughäfen erwarten an diesem Wochenende noch einmal einen Passagieransturm. Die Sommerferien in Berlin und Brandenburg gehen zu Ende. Am Freitag wurden in Tegel und Schönefeld (Dahme-Spreewald) 117 000 Passagiere erwartet, am Sonntag rund 110 000 Fluggäste. Der Samstag werde nicht ganz so verkehrsreich, sagte Flughafenchef Lütke Daldrup.

Allein während der Sommerferien seien fünf Millionen Fluggäste gezählt worden – zwei Prozent mehr als während der letzten Sommerferien. „Der Sommer ist für uns immer eine sehr arbeitsintensive Zeit“, sagte Lütke Daldrup. Die Hauptbelastung für die Flughäfen stehe aber noch bevor, wenn der Berufsverkehr wieder losgehe, aber in einigen Ländern noch Sommerferien seien.

Vergleichsweise pünktlich

Nach Berechnung der Berliner Flughäfen sind bundesweit 73 Prozent aller Flüge pünktlich. „Damit sind wir in Berlin und Schönefeld besser als der Durchschnitt“, meinte der Flughafenchef. In Tegel liege die Pünktlichkeitsquote bei 75 Prozent, in Schönefeld bei 76 Prozent. Als verspätet gelten in diesem Vergleich Flüge, die mehr als 15 Minuten vom Plan abweichen.

Ein Grund sei der notorisch überlastete Luftraum in Deutschland. Das liege auch an der geografischen Lage Deutschlands, da viele Verbindungen anderer Länder über Deutschland führen würden, sagte er.

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