Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Der große Gesundheitscheck für Brandenburg
Brandenburg Der große Gesundheitscheck für Brandenburg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:52 30.12.2019
Wie gesund ist Brandenburg? Ein Blick auf die wichtigsten Krankheiten. Quelle: Felix Kästle/dpa
Potsdam

Es zwickt hier und kneift dort: Wenn Brandenburger zum Arzt gehen und krank geschrieben werden, dann meist wegen Erkältungen, Rücken- oder Muskelbeschwerden und psychischen Problemen – alle gehören zu den meistverbreiteten Erkrankungen in Deutschland. Bei vielen unterscheiden sich die Werte von Bundesland zu Bundesland aber mitunter stark. Ein Anlass, zum Jahresende einen Überblick zu geben – über wichtige Erkrankungen und wie die Mark deutschlandweit abschneidet.

In vielen Studien liegt die Mark dabei am unteren Ende der Rangliste – häufig zusammen mit den anderen ostdeutschen Bundesländern. Und häufig wird vor allem die überdurchschnittlich alte Bevölkerung als eine Ursache genannt. Im Folgenden wurden dabei vor allem standardisierte Werte berücksichtigt, die den Faktor Alter versuchen herauszurechnen.

Depressionen:

Jeder zehnte Deutsche leidet an Depressionen. Frauen (11,6 Prozent) sind dabei deutlich häufiger betroffen als Männer (8,6 Prozent) – oder sie gehen eher zum Arzt. Das zeigen Zahlen des Robert-Koch-Instituts. In Brandenburg und in Berlin sind sogar 14,6 Prozent der Frauen betroffen – nirgendwo sonst in Deutschland sind es mehr. Bei Männern in Brandenburg ist die Prozentzahl mit 7,5 dagegen vergleichsweise niedrig. Im Ländervergleich der Männer ist das der drittniedrigste Wert.

Hier gibt es die gesamte Studie des Robert-Koch-Instituts.

Schlafstörungen:

Bei rund 35 von 1000 Brandenburgern wurden laut Gesundheitsreport der Krankenkasse Barmer schon einmal Schlafstörungen diagnostiziert. Deutschlandweit liegt die Mark damit rund zehn Prozent unter dem Schnitt – und im Ländervergleich auf dem fünften Rang. Alle ostdeutschen Bundesländer schneiden hier sehr gut ab.

Hier gibt es den Gesundheitsreport der Krankenkasse Barmer.

Herz:

Erkrankungen des Herzens sind laut Statistischem Bundesamt deutschlandweit mit rund 20 Prozent die häufigste Todesursache. Den Herzen der der Brandenburger geht es besonders schlecht – bei vielen Statistiken liegen sie am Schluss. Zählt man alle Tage zusammen, die Märker wegen der wichtigsten Herzkrankheiten im Krankenhaus verbracht haben, liegt das Land 11,6 Prozent über dem Bundesschnitt – auf dem drittletzten Platz. Die unterschiedlichen Altersstrukturen in den Ländern sind schon herausgerechnet.

Der Bericht der Deutschen Herzstiftung kann hier bestellt werden.

Fettleibigkeit:

Adipositas oder Fettleibigkeit gilt als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes. Laut Weltgesundheitsorganisation gilt ein Mensch mit einem Körpermaßindex von mehr als 30 als fettleibig. In Brandenburg sind 29 Prozent der Männer und 20 Prozent der Frauen stark übergewichtig. Mit durchschnittlich 24,5 Prozent der Bevölkerung liegt die Mark damit auf Platz 12 der Bundesländer und rund drei Prozentpunkte über dem EU-Schnitt.

Die Untersuchung des Robert-Koch-Instituts kann man hier nachlesen.

Arbeitsunfähigkeit:

Arbeitnehmer in Brandenburg sind im Bundesvergleich so lange krank wie in kaum einem anderen Bundesland. Im Schnitt fehlen märkische Beschäftigte 24,2 Tage im Jahr – das ergab eine Studie des Dachverbandes der betrieblichen Krankenkassen. Damit schneidet nur Sachsen-Anhalt mit 24,4 Tagen leicht schlechter ab. In Thüringen sind die Arbeitnehmer genauso häufig krank wie in Brandenburg. Die Zahlen stammen aus dem Jahr 2018.

Hier kann man den Gesundheitsreport der BKK herunterladen.

Rücken:

Erkrankungen des Muskel-Skelettsystems sind eine der am häufigsten in Deutschland verbreiteten Krankheiten. In vielen Fällen ist es der Rücken, der schmerzt – auch in Brandenburg. Bei den Krankschreibungen lagen laut Dachverband der Betrieblichen Krankenkassen zuletzt acht Landkreise im Land mehr als 15 Prozent über dem Schnitt. Die übrigen Kreise und kreisfreien Städte lagen allesamt über dem Schnitt.

Hier gibt’s den BKK-Gesundheitsatlas 2019.

Darm:

Ein gereizter Darm ist eine Volkskrankheit. Laut dem diesjährigen Arztbericht der Krankenkasse Barmer bekamen im Jahr 2017 mehr als eine Million Menschen deutschlandweit die Diagnose Reizdarm. Brandenburg kommt dabei vergleichsweise gut weg. Von 100.000 Märkern leiden im Schnitt 1.180 Menschen an einem gereizten Darm: Das macht im Ländervergleich den dritten Platz. Überhaupt belegen die ostdeutschen Bundesländer – außer Thüringen – allesamt sehr gute Plätze im Ranking.

Hier gibt es den Arztreport der Krankenkasse Barmer.

Lebenserwartung:

Ein heute in Brandenburg geborenes Mädchen kann damit rechnen 83,3 Jahre alt zu werden. Ein heute geborener märkischer Junge wird durchschnittlich nicht ganz so alt. Seine Lebenserwartung liegt bei 77,8 Jahren. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Damit liegt Brandenburg bei den Jungen mit 0,7 Jahren leicht unter dem Schnitt, Mädchen werden genauso alt wie im Bundesdurchschnitt. Im Vergleich zum Jahr 1993 hat allerdings nur Mecklenburg-Vorpommern seine Lebenserwartung stärker gesteigert als Brandenburg. In der Mark stieg sie bei Jungen seitdem um 7,8 und bei Mädchen um 5,2 Jahre.

Hier kann die vom Statistischen Bundesamt angenommene Lebenserwartung eingesehen werden.

Lesen Sie auch: Tuberkulose, Krätze, Masern: Kehren die gefährlichen Krankheiten zurück?

Von Ansgar Nehls

Nach Weihnachten werden besonders viele online bestelle Pakete zurückgegeben. Retourenforscher David Karl erklärt im Interview, warum besonders viel Kleidung zurückgeschickt wird und warum es für Händler billiger sein kann, Pakete zu vernichten.

29.12.2019

Ihre Kunden sind verwirrt und wütend: Auch die Inhaberin der Neuruppiner Löwen-Apotheke bekommt die Folgen der Lieferengpässe zu spüren. Die Landesregierung meint, dass etwas geschehen muss.

29.12.2019

Schreck durch Knaller an Silvester, Herrchen im Weihnachtsstress: Gegen Jahresende büxen Hund oder Katz' laut Tierschützern besonders oft aus. Entsprechend viel haben Tierheime im Land oft im neuen Jahr zu tun.

29.12.2019