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Brandenburg Kuchen essen und Miezen kraulen
Brandenburg Kuchen essen und Miezen kraulen
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11:07 08.08.2017
Katzencafé-Besitzerin Caroline Braune arbeitet mit dem Verein „Hand in Hand for Cats“ zusammen, der sich für den Schutz von Katzen einsetzt. Quelle: dpa
Charlottenburg

Auf einer Sitzbank am Fenster liegt die Katze Caroline und gähnt. Währenddessen klettert Kater Kenzo auf einem Flügel am anderen Ende des Cafés herum. Der graue Stubentiger Jewels lässt sich dagegen lieber das flauschige Fell kraulen und schnurrt zufrieden. Dazwischen sitzen Gäste, genießen Kaffee und Kuchen und beobachten das bunte Treiben im Katzencafé „Zur Mieze“ im Bezirk Charlottenburg.

Klassik und Katze

„Meine Gäste sagen oft: Das ist ja wie bei mir zu Hause im Wohnzimmer hier“, erzählt die Besitzerin des Cafés, Caroline Braune. Das ist auch die Atmosphäre, die sich die promovierte Biologin in ihrem Café wünscht. Zum Konzept von „Zur Mieze“ gehört auch die Verbindung mit Musik. Einmal pro Woche spielt ein Pianist ein klassisches Konzert.

Die felinen Gäste können schon mal besitzergreifend werden Quelle: dpa

In mehreren Städten gibt es inzwischen ähnliche Cafés. Erst vor Kurzem eröffnete in Hamburg der „Katzentempel“, dessen Betreiber auch in Nürnberg und München ähnliche Cafés hat. In Köln heißt ein Katzencafé „Café Schnurrke“, in Bielefeld „Miezhaus“.

Katzen sind mit 13,4 Millionen Tieren in Haushalten bundesweit das beliebteste Heimtier, sagt Kathrin Fichtel vom Forschungskreis Heimtiere in der Gesellschaft. „Der Mythos Katze kreist um die Faszination ihrer Ambivalenz: Sie gilt zugleich als Schmusekater und kleiner Tiger“, so Fichtel.

Schnurrende Wohlfühl-Katalysatoren

Es sei von der Forschung belegt, dass Tiere ein Katalysator für die Interaktion zwischen Menschen sein können. Sie bieten nach Ansicht von Fichtel Gesprächsstoff, Aufheiterung und Abwechslung. Das Streicheln des weichen Fells der Katzen sorge für die Ausschüttung des „Kuschelhormons“ Oxytocin und die Senkung des Stresshormons Cortisol.

Ähnliche Effekte beobachtet auch Braune häufig bei ihren Gästen. Wer mit schlechter Laune ins Café kommt, fühle sich oft besser, wenn er die Vierbeiner einige Zeit beobachtet.

Schmusewillige werden aufmerksam beobachtet. Quelle: dpa

Für Braune steht das Wohl ihrer Katzen aber an erster Stelle. Es sei klar, dass das Café das Zuhause der Tiere ist. Das müssten die Gäste akzeptieren, erklärt Braune. So wird beispielsweise ein Sessel nicht für einen Gast freigemacht, wenn es sich eine der Katzen dort gemütlich gemacht hat.

Grundsätzlich sollte man die Tiere nie bedrängen, macht auch Heidi Bernauer-Münz von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz deutlich. Sie mögen es nicht, wenn man sie hoch nimmt. Besser ist es, sich als Besucher ruhig hinzusetzen und zu warten, ob eines der Tiere von sich aus den Kontakt sucht. Möchte die Katze aber auf Distanz gehen und sich zurückziehen, so muss man das akzeptierten. Auf die Verhaltensregeln im Café macht Braune inzwischen auch in den Tischkarten aufmerksam.

Tierschutz ist sichergestellt

Bernauer-Münz betont, dass die Tiere die Möglichkeit haben sollten, sich auf verschiedene Ebenen zu begeben. Katzen beobachten das Geschehen gerne von oben. Auch die Katzen in Braunes Café laufen gerne oben herum.

Außerdem ist es vom Veterinäramt vorgeschrieben, dass in einem Katzencafé Rückzugsräume für die Tiere vorhanden sein müssen. Die Auflagen stellen auch sicher, dass es genug Platz gibt. Braunes Katzen haben außerdem die Möglichkeit, frische Luft zu schnappen, und es gibt einen Quarantäneraum für erkrankte Tiere. Der Küchenbereich ist durch eine Fensterfront vom Rest des Cafés abgeschlossen. So wird die Lebensmittelhygiene gewahrt.

Eigene Katzen sind nicht erlaubt, aber die Bestandsmiezen haben jede Menge Spaß. Quelle: dpa

Braune arbeitet mit dem Verein „Hand in Hand for Cats“ zusammen, der sich für den Schutz von Katzen einsetzt. Die Tiere in ihrem Café sind ehemalige Straßenkatzen aus der Ukraine und kamen sehr jung bei Braune an. Bei der Auswahl wurde darauf geachtet, dass die manchmal eigenwilligen Tiere rundum gesund sind und sich in Gruppen wohlfühlen.

Das Leben in einem Katzencafé ist nicht für jede Katze etwas. Die Tiere seien große Individualisten, erklärt Bernauer-Münz. Viele von ihnen leben weder mit Artgenossen noch mit fremden Menschen gerne auf engem Raum zusammen. Eigene Katzen dürfen Gäste mit Blick auf die empfindliche Gruppendynamik daher auf keinen Fall mitbringen.

Von David Schwarz

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