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Brandenburg Kunstfälscher tot in Trebbin aufgefunden
Brandenburg Kunstfälscher tot in Trebbin aufgefunden
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17:42 20.11.2013
Ausschnitt aus einer Fälschung eines Aquarelles der deutsch/französischen Malerin Lou Albert-Lasard. Quelle: Polizei
Trebbin

Der Ex-Studienrat hatte zugegeben, die etwa 100 Bilder angefertigt zu haben. Danach verschwand er, erst einige Tage später wurde seine Leiche in einem Waldstück bei Trebbin in Brandenburg gefunden. Alle Umstände deuteten auf einen Suizid, erklärte die Polizei.

Ermittler des Landeskriminalamtes hatten nach eigenen Angaben am vergangenen Dienstag bei einer Durchsuchung zahlreiche Beweise sichergestellt - darunter einen sogenannten Nachlassstempel, mit dem der 73-Jährige die gefälschten Bilder gekennzeichnet hatte. Käufern soll er dann erzählt haben, die Bilder stammten aus dem Nachlass Albert-Lasards, die 1969 in Paris gestorben war.

Der frühere Kunstlehrer soll die Fälschungen seit 2003 angefertigt haben. Albert-Lasard ist bekannt für ihre Darstellungen aus dem Stadtleben. Solche Motive hatte auch der mutmaßliche Fälscher gewählt: Berlin in den 1920er-Jahren. Hinweise aus dem Kunsthandel hatten die Fahnder schließlich auf die Spur des Mannes geführt.

Am vergangenen Donnerstag, zwei Tage nach der Durchsuchung, hatte der 73-Jährige die Taten bei der Polizei gestanden. Am Tag darauf meldete ihn seine Ehefrau als vermisst. Wie viel Geld er mit dem Verkauf der angeblichen Albert-Lasard-Bilder eingenommen hat, dazu machten die Ermittler keine Angaben. Die Polizei sucht nun noch weitere Käufer der gefälschten Werke.

An die Dimensionen des Skandals um den Kunstfälscher Wolfgang Beltracchi reicht der Fall wohl nicht heran. Beltracchi hatte zusammen mit seiner Frau Helene und zwei Komplizen gestanden, jahrelang Fälschungen als Werke von Künstlern wie Max Ernst, Max Pechstein, André Derain, Fernand Léger und Heinrich Campendonk in den Markt geschleust zu haben. Dafür kassierte er mindestens 16 Millionen Euro. Der Gesamtschaden durch den Weiterverkauf der Werke wird auf etwa 34 Millionen Dollar geschätzt. Renommierte Kunstexperten und weltbekannte Auktionshäuser fielen auf die Fälschungen herein. Im Oktober 2011 wurde Beltracchi nach einem Geständnis zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt.

dpa

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