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Brandenburg Land sieht sich für Blackout gerüstet
Brandenburg Land sieht sich für Blackout gerüstet
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15:07 28.04.2019
Stromausfall im Berliner Stadtteil Köpenick. Quelle: Jörg Carstensen/DPA
Potsdam

Brandenburg ist aus Sicht der Landesregierung auf einen langen, flächendeckenden Stromausfall gut vorbereitet. Es gebe auch keine Kenntnisse über Risiken eines Stromausfalls in den Landkreisen, erklärte das Innenministerium in der Antwort auf eine Anfrage der Fraktionschefin der Grünen im Potsdamer Landtag, Ursula Nonnemacher. Ihrer Ansicht nach hat die Landesregierung dagegen zu wenig getan, um Stromausfälle zu vermeiden und die Bevölkerung auf einen Ernstfall vorzubereiten.

Mehr als 30 000 Menschen ohne Strom in Berlin-Köpenick

Die Grünen-Politikerin wollte erfahren, ob Brandenburg auf einen möglichen großflächigen Blackout vorbereitet ist, wie er sich im Februar dieses Jahres im Berliner Ortsteil Köpenick ereignet hatte. Dabei waren mehr als 30 000 Haushalte und 2000 Gewerbebetriebe länger als 30 Stunden von der Energieversorgung abgeschnitten.

Landeskatastrophenschutzstab bündelt alle Maßnahmen

Wie es in der Antwort an Nonnemacher heißt, gibt es seit März 2015 eine Empfehlung des Innenministeriums für den Fall eines längeren überregionalen Stromausfalls. Darin enthalten seien Handlungsempfehlungen an die unteren Katastrophenschutzbehörden, die jeweils einen ortsbezogenen „Sonderplan Stromausfall“ erstellen sollen. Ein Landeskatastrophenschutzstab werde im Notfall alle Maßnahmen zur Gefahrenabwehr bündeln.

Versorgung der Notstromaggregate vertraglich abgesichert

Das Ministerium spricht eigenen Angaben zufolge regelmäßig mit Stromerzeugern und Netzbetreibern, die zugesichert hätten, dass sie ihren Pflichten zur allgemeinen Stromversorgung in vollem Umfang nachkommen. Um die Energieversorgung im Krisenfall über Notstromanlagen zu sichern, hätten viele Stromversorger Verträge mit Mineralöl- und Transportfirmen sowie Tanklagern geschlossen. Den Kommunen sei empfohlen worden, mindestens eine Tankstelle zur Notstromversorgung vorzurüsten. Vorrangig sollen jene Unternehmen mit Treibstoff beliefert werden, die einen Auftrag zur Daseinsfürsorge umsetzen müssten, das heißt zur Sicherung wichtiger Güter für die Bevölkerung.

Digitalfunk arbeitet im Notfall mit Brennstoffzellen

Um die Kommunikation der Sicherheitsbehörden und -organisationen im Krisenfall über den Digitalfunk zu sichern, habe das Land alle Basisstationen mit Notstromaggregaten ausgestattet, die überwiegend mit Brennstoffzellen betrieben werden. Mit dem Bund arbeite Brandenburg in einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe der Koordinierungsstelle zum Schutz kritischer Infrastrukturen zusammen. Alle Behörden und Länder leisteten gegenseitige Rechts- und Amtshilfe. Dazu gehöre auch die Bundeswehr mit technisch-logistischer Unterstützung.

Brandenburg hatte die längste Stromausfallzeit

Nach Überzeugung Nonnemachers hat die Landesregierung nicht die notwendigen Schlüsse aus den Stromausfällen nach dem Sturmtief „Xavier“ vor zwei Jahren gezogen. „Im Jahr 2017 wies Brandenburg mit über 20 Minuten die bundesweit längste durchschnittliche Stromausfallzeit aller Bundesländer auf“, sagte sie. Das Innenministerium habe keine Erkenntnisse, welche Landkreise besonders anfällig für einen Blackout seien.

Betreibergesellschaften können Daten liefern

„Die Störanfälligkeit von Kraftwerken, Umspannwerken und Freileitungen wird jedoch durch die Betreibergesellschaften ermittelt. Hieraus ließen sich ohne großen Aufwand Prognosen für das Stromausfallrisiko der einzelnen Landkreise feststellen“, so Nonnemacher. Kommunen mit höherem Ausfallrisiko könnten so mit einer größeren Zahl an Notstromaggregaten ausgestattet werden.

Auch die Bevölkerung könnte nach Ansicht der Grünen-Politikerin besser auf einen Stromausfall vorbereitet werden. Eine Broschüre des Innenministeriums für den Ernstfall gebe es nur in einer Auflage von 5000 Stück. Der Ratgeber sollte aber an alle Haushalte verteilt werden.

Von MAZonline

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