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Brandenburg Brandenburg legt Zahlen vor: So hoch ist die Impfquote in Ihrer Region
Brandenburg

Land legt Corona-Impfzahlen für die Brandenburger Kreise vor: Geringste Impfquote im Süden

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11:22 10.09.2021
In den südlichen Landkreisen Brandenburgs liegt die Impfquote weit unter deutschem Durchschnitt.
In den südlichen Landkreisen Brandenburgs liegt die Impfquote weit unter deutschem Durchschnitt. Quelle: Daniel Karmann/dpa
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Potsdam

Die Stadt Brandenburg an der Havel hat mit 68,2 Prozent vollständig Geimpften die beste Impfquote unter allen Kreisen und kreisfreien Städten im Land. Dies teilte das brandenburgische Gesundheitsministerium am Donnerstag (9.9.) mit. Für die Gesamtschau zu den durchgeführten Covid-19-Impfungen waren Daten aus drei verschiedenen Quellen analysiert und zu einer Auswertung zusammengefasst worden.

Interaktive Karte: Hier sehen Sie die Impfquoten in Ihrem Landkreis

Demnach befindet sich bisher die größten Zahl von Ungeimpften im Landkreis Spree-Neiße. Im südöstlichen Landesteil sind nur 44,8 Prozent der Bevölkerung bisher vollständig geimpft. Ähnlich gering ist die Impfbereitschaft in Märkisch-Oderland und im Kreis Oberspreewald-Lausitz. Dort sind jeweils nur 47,1 beziehungsweise 47,3 Prozent der Bevölkerung geimpft. Es sind Landkreise, in denen die AfD bei Wahlen besonders gut abgeschnitten hatte. Diese hat sich wie etwa AfD-Fraktionschef Hans-Christoph Berndt kritisch zum Impfen geäußert.

Fast alle Kreise in Brandenburg unter der bundesweiten Impfquote

Insgesamt liegen fast alle Kreise und kreisfreien Städte nach der aktuellen Erhebung unter der derzeitigen bundesdeutschen Impfquote von 61,8 Prozent vollständig Geimpften. Selbst in der Stadt Potsdam mit ihren Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen, die auch über ein großes Impfzentrum verfügte, sind laut der neuen Statistik bisher nur 57,7 Prozent der Bevölkerung geimpft.

Bei der Impfung von Jugendlichen ab 12 Jahren sind die Impfquoten fast überall gering. Aber auch hier sticht Brandenburg an der Havel mit 30,1 Prozent vollständig Geimpften deutlich heraus. Den letzten Platz belegt auch hier Spree-Neiße, wo nur 6,4 Prozent der Kinder und Jugendliche bis 17 Jahren geimpft sind.

So hoch ist die Impfquote in Ihrer Region

Das Gesundheitsministerium hat erstmals detaillierte Zahlen zu den Impfquoten der Landkreise veröffentlicht. So schneidet ihr Landkreis oder ihre kreisfreie Stadt ab.

Barnim: mindestens einmal geimpft: 54,7 Prozent / vollständig geimpft: 49,8 Prozent

Brandenburg/Havel: 70,3 Prozent / 68,2 Prozent

Cottbus: 56,1 Prozent / 54,2 Prozent

Dahme-Spreewald: 52,2 Prozent / 48,9 Prozent

Elbe Elster: 51 Prozent / 48,2 Prozent

Frankfurt (Oder): 63,4 Prozent / 60,3 Prozent

Havelland: 55,3 Prozent / 50,6 Prozent

Märkisch-Oderland: 50,7 Prozent / 47,1 Prozent

Oberhavel: 52,4 Prozent / 48,4 Prozent

Oberspreewald-Lausitz: 51,4 Prozent / 47,3 Prozent

Oder-Spree: 55,8 Prozent / 50,2 Prozent

Ostprignitz-Ruppin: 66,4 Prozent / 58,5 Prozent

Potsdam: 61,6 Prozent / 57,5 Prozent

Potsdam- Mittelmark: 57,3 Prozent / 51,4 Prozent

Prignitz: 62,1 Prozent / 59,4 Prozent

Spree-Neiße: 48,4 Prozent / 44,8 Prozent

Teltow-Fläming: 53,9 Prozent / 49,6 Prozent

Uckermark: 60,9 Prozent / 56,3 Prozent

Über 60-Jährige in Brandenburg zu 72 Prozent doppelt geimpft

Besser sieht es im Land Brandenburg mit den Impfquoten bei den über 60-Jährigen aus. Sie liegen überall über 72 Prozent. In dieser Altersgruppe schneidet jedoch nicht Brandenburg an der Havel, sondern Potsdam mit 85,3 Prozent vollständig Geimpften am besten ab. An zweiter Stelle liegt in dieser Altersgruppe die Stadt Frankfurt (Oder) mit 84,6 Prozent vollständig Geimpften.

Erst an dritter Stelle kommt bei den über 60-Jährigen Brandenburg an der Havel mit 83,2 Prozent vollständig Geimpften – allerdings sind dort bereits 91 Prozent der Menschen in dieser Altersgruppe einmal geimpft. Das ist landesweit Rekord. Spree-Neiße schneidet auch hier am Schlechtesten ab. Nur 68,9 Prozent der hoch gefährdeten Älteren sind in diesem Landkreis vollständig gegen das Coronavirus geimpft.

Das Gesundheitsministerium hatte sich am Donnerstagabend nicht direkt zur fehlenden Impfbereitschaft in den südlichen Kreisen geäußert. Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hatte sich aber besorgt über die Zunahme von Corona-Fällen in Pflegeheimen gezeigt. Auch die Zahl der stationär behandelten Covid-Patienten im Land sei gestiegen. Die allermeisten Patienten seien nicht geimpft gewesen.

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52 Patienten in Brandenburg werden derzeit wegen Covid im Krankenhaus behandelt, am Vortag waren es 43. 17 davon werden intensivmedizinisch betreut, hiervon müssen elf beatmet werden. Die Zahl der Infizierten und Erkrankten liegt dem Ministerium zufolge bei geschätzt rund 2000.

Von Rüdiger Braun