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Brandenburg Landärzte gesucht: Brandenburg startet Stipendium für junge Mediziner
Brandenburg Landärzte gesucht: Brandenburg startet Stipendium für junge Mediziner
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17:16 11.07.2019
In Brandenburg fehlen Ärzte – ein neues Stipendium soll jugnge Mediziner aufs Land locken. Quelle: dpa
Potsdam

 In den ländlichen Regionen in Brandenburg fehlt es an Ärzten. Die Situation verschlechtert sich auch, weil nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) jeder dritte Brandenburger Hausarzt älter als 60 Jahre alt ist und bald in den Ruhestand geht. Die Landesregierung hat deshalb am Donnerstag ein Stipendium für angehende Landärzte gestartet, wie das Gesundheitsministerium in Potsdam mitteilte.

Junge Mediziner, die nach ihrer Ausbildung in ländlichen Regionen arbeiten wollen, können sich ab sofort für das Brandenburg-Stipendium bewerben. Das Stipendium soll monatlich 1000 Euro betragen und kann bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KVBB) beantragt werden. Dafür verpflichten sich die jungen Ärzte, für mindestens fünf Jahre in ländlichen Regionen zu arbeiten. Die KVBB informiert dazu auch auf ihrer Internetseite.

Gesucht: Hausärzte und Spezialisten

Studierende, die bereits ein anderes Stipendium von einer Kommune oder einem Krankenhausträger erhalten, können sich um ein Co-Stipendium in Höhe von 500 Euro bewerben. Zudem wird die Weiterbildung von 20 Medizinern zu Fachärzten finanziell unterstützt.

Gesucht werden nach Angaben des Ministeriums neben Hausärzten Spezialisten wie Frauenärzte, Psychiater, HNO-Ärzte, Augenärzte oder Neurologen. Ein KVBB- Sprecher nannte am Donnerstag Städte wie Guben, Forst (Lausitz), Pritzwalk (Prignitz) und Wittstock (Dosse) (Ostprignitz-Ruppin), wo Allgemeinärzte gebraucht würden. In Eisenhüttenstadt und Zehdenick (Oberhavel) fehlten vor allem Fachärzte.

Kritik von der CDU

Gerade in den ländlichen Regionen werde die Situation immer schwieriger, sagte der Sprecher weiter. Da spielten viele Faktoren eine Rolle. Beispielsweise seien fehlende Infrastruktur und Schulangebote für Kinder oder auch keine Arbeit für den Partner Gründe, warum junge Mediziner auf dem Land nicht arbeiten wollten. Das Stipendienprogramm solle Anreiz geben, um Mediziner für diese Regionen zu gewinnen.

Das Brandenburg-Stipendium sei „Wunschdenken“, kritisierte CDU-Landeschef Ingo Senftleben. „Denn so wie das Stipendium derzeit gestaltet ist, will die Landesregierung baden-württembergische und bayerische Studenten bezuschussen – in der Hoffnung, dass sie nach dem Studium eine Karriere in ihrer Heimat in den Wind schlagen und nach Brandenburg kommen.“ Das könne nicht funktionieren, meinte Senftleben. Der Nachwuchs müsse schon während des Studiums nach Brandenburg gelockt werden. „Dann schlagen sie hier Wurzeln, machen Brandenburg zu ihrer Heimat und bleiben als Landärzte.“

Das Programm für Ärzte auf dem Land wurde von der Landesregierung initiiert und wird aus Landesmitteln finanziert. Dafür sind im Haushalt für 2019 Mittel in Höhe von 2,4 Millionen Euro und für 2020 3,3 Millionen Euro festgelegt. Für 2021 wird mit 4,3 Millionen und für 2022 mit weiteren 5,3 Millionen Euro gerechnet.

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