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Brandenburg Wirtschaftsexperten: Beim Kohleausstieg ist die Lausitz das Sorgenkind
Brandenburg

Lausitz wird vom Kohleausstieg besonders hart getroffen

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07:28 03.07.2020
Auch das Braunkohlekraftwerk in Jänschwalde von der Lausitzer Energie Bergbau AG würde im Zuge des Kohleausstiegs bis 2038 dicht gemacht werden.
Auch das Braunkohlekraftwerk in Jänschwalde von der Lausitzer Energie Bergbau AG würde im Zuge des Kohleausstiegs bis 2038 dicht gemacht werden. Quelle: Patrick Pleul/dpa
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Cottbus

Das Ifo-Institut schaut angesichts des bevorstehenden Strukturwandels durch den Kohleausstieg mit Sorge auf die Lausitz. Das Gebiet im Süden Brandenburgs und im Osten von Sachsen könnte von den Plänen besonders getroffen werden, sagte der stellvertretende Chef des Ifo-Institutes in Dresden, Joachim Ragnitz.

Betroffene Arbeitnehmer in westlichen Braunkohleregionen könnten von nicht weit entfernten „prosperierenden Großstädten“ profitieren, auch das mitteldeutsche Revier sei mit Städten wie Leipzig und Halle gut für den Strukturwandel gerüstet.

Kohleausstieg für 2038 geplant

Die Lausitz hingegen verfüge über keine solchen Zentren, sei eher abgelegen und habe mit massivem Bevölkerungsschwund zu kämpfen. „Um die Lausitz muss man sich wahrscheinlich wirklich Sorgen machen“, so Ragnitz. Auch mit viel Geld könnten die Probleme kaum gelöst werden.

Am Freitag sollen zentrale Gesetze zum geplanten Kohleausstieg beschlossen werden. Am letzten Sitzungstag vor der Sommerpause sollen Bundestag und Bundesrat damit den Weg für das Ende der klimaschädlichen Kohleverstromung bis spätestens 2038 freimachen.

Wie künftig Unternehmen in die Region locken?

Aus Sicht des Ifo-Instituts kommen in der derzeitigen Ausgestaltung des Strukturstärkungsgesetzes Unternehmensbeihilfen zu kurz. Mit dem Instrument wird die Ansiedlungen von Unternehmen mit Investitionen gefördert – ähnlich wie in einer Sonderwirtschaftszone. Die bisherigen Instrumente zielten eher darauf ab, Rahmenbedingungen durch Infrastruktur sowie durch Ansiedlung von Behörden und Forschungseinrichtungen zu schaffen. „Ob dann aber auch die Unternehmen in die Region kommen, ist aus meiner Sicht fraglich.“

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Auch geplanten Behördenansiedlungen steht Ragnitz eher skeptisch gegenüber. „Die Frage ist, ob man damit flächendeckende Impulse setzen kann.“ Oftmals blieben die Mitarbeiter in Großstädten wie Berlin wohnen und würden in die Lausitz pendeln.

Von RND/dpa