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Brandenburg Lebenslange Haft für Mörder
Brandenburg Lebenslange Haft für Mörder
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17:40 07.03.2019
Der Bahndamm an der Dolomitenstraße in Pankow. Hier war eine 30-jährige Social-Media-Beraterin ermordet worden. Quelle: Jörg Carstensen/DPA
Berlin

Rund neun Monate nach dem tödlichen Angriff auf eine 30 Jahre alte Frau an einem Bahndamm in Berliner Stadtbezirk Pankow ist der Angeklagte des Mordes schuldig gesprochen worden. Das Landgericht verurteilte den 39-Jährigen am Donnerstag zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Der Mann habe die Frau getötet, um einen versuchten Raub ihres Handys zu verdecken, begründete das Gericht sein Urteil. Damit folgten die Richter dem Antrag der Staatsanwältin. Der Verteidiger hatte auf einen Schuldspruch wegen Körperverletzung mit Todesfolge plädiert.

Angeklagter war seit Monaten ohne festen Wohnsitz

Der Vater der getöteten Frau ringt um Fassung. „Ein grausamer Moment, das alles zu hören“, sagt er vor der Saaltür. „Sie war gerade 30 Jahre alt geworden, beliebt, hilfsbereit, offen und eine praktizierende Christin“, resümiert die Vorsitzende Richterin. Ein Grünstreifen an einem Bahndamm nicht weit von ihrer Wohnung entfernt sei ein Platz gewesen, den die oft zu Hause arbeitende Sozial-Media-Beraterin für Pausen regelmäßig aufgesucht habe – so auch am 25. Mai 2018. Es war 16.09 Uhr, als die junge Frau ihre letzte Handy-Nachricht schrieb. „Die Antwort um 16.10 Uhr hat sie nicht mehr empfangen“, stellt die Vorsitzende Richterin fest. Der Angeklagte, der seit Monaten ohne festen Wohnsitz in der Hauptstadt war und sich unter anderem als Flaschensammler über Wasser hielt, sei in diesem Moment aufgetaucht. „Er beschloss, ihr das Mobiltelefon zu entreißen.“

Die Frau wehrte sich gegen Attacke

Der Raub aber misslang. Als das Handy auf dem Boden lag, kam es nach Überzeugung des Gerichts zu einem Gerangel. Um zu entkommen und einer Strafverfolgung zu entgehen, habe der Angeklagte die Frau am Hals attackiert. „Er würgte sie heftig.“ Die junge Frau habe sich nach Kräften gewehrt, ihm Gesicht und Hände zerkratzt. „Er würgt sie aber so lange, bis sie verstirbt.“

Sturz bei Gerangel

Der Angeklagte sieht nicht auf, als die Richterin das Urteil begründet. Tief gebeugt sitzt er hinter einer Balustrade aus Holz, hinter der sich sein Platz befindet. Er hatte am fünften Prozesstag sein Schweigen gebrochen und erklärt, es sei ein Unfall gewesen. Er habe der Frau „nur das Handy entreißen“ wollen. Im Gerangel an einem Abhang sei sie gestürzt und gegen eine Schallschutzwand geprallt. Er habe sie für tot gehalten, sie deshalb mit ihrer Decke und Grashalmen „beerdigt“. Der Tod der Frau tue ihm sehr leid.

DNA-Spuren brachten Ermittler auf die Spur

Zwei Tage nach dem Tod der Frau fand ein Spaziergänger die Leiche. Die unter den Fingernägeln der Frau sichergestellten DNA-Spuren konnten dem polizeibekannten Angeklagten zugeordnet werden. Der Bulgare war zunächst nach Spanien geflüchtet, wo er nach internationaler Fahndung Anfang Juli 2018 gefasst und nach Deutschland ausgeliefert wurde.

Verteidiger plädierte für Haftstrafe

Der Verteidiger hatte auf einen Schuldspruch wegen Körperverletzung mit Todesfolge und eine Haftstrafe von nicht mehr als zehn Jahren plädiert. Das Gericht folgte dem Antrag der Staatsanwältin. Es habe sich nicht um einen kurzen Griff an den Hals gehandelt. „Der Angeklagte handelte mit bedingtem Tötungsvorsatz.“

Der Fall hatte viele Menschen in Berlin verunsichert. Erst wenige Monate zuvor war im September 2017 eine Kunsthistorikerin auf dem Heimweg im Tiergarten hinterrücks angegriffen, erwürgt und ausgeraubt worden. Der junge Mörder wurde inzwischen rechtskräftig zu lebenslanger Haft wegen Mordes verurteilt. Der aus Baden-Württemberg zur Urteilsverkündung angereiste 65-jährige Vater der 30-Jährigen ist tief bedrückt. „Wegen eines Handys ist sie ermordet worden, man kann es nicht glauben.“

Von MAZonline

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