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Brandenburg Lebenslang nach Anschlag: Keine Genugtuung für Familie Faber
Brandenburg Lebenslang nach Anschlag: Keine Genugtuung für Familie Faber
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00:21 03.02.2018
Das Ehepaar Faber aus Falkensee war unter den Opfern des Terroranschlags Anfang 2016. Quelle: Julian Stähle
Istanbul

Mehr als zwei Jahre nach einem Selbstmordanschlag auf Deutsche in Istanbul hat ein türkisches Gericht drei Syrer zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Gericht sah es am Mittwoch als erwiesen an, dass sie bei der Vorbereitung des Anschlags geholfen hatten. Sie wurden unter anderem wegen Beihilfe zur Tötung von zwölf Personen schuldig gesprochen, wie aus den Gerichtsunterlagen hervorging.

Zwei Brandenburger unter den zwölf Opfern

Bei dem Anschlag am 12. Januar 2016 im Istanbuler Altstadtviertel Sultanahmet waren zwölf Deutsche getötet und 16 weitere Menschen verletzt worden. Unter den Todesopfern war auch ein Ehepaar aus Falkensee (Havelland): Marianne und Rüdiger Faber.

Birgit Faber vor dem Bild ihrer getöteten Schwiegereltern Quelle: dpa (Archivbild)

Deren Angehörige haben den Prozess aufmerksam verfolgt. „Genugtuung gibt es da nicht, keine Wiedergutmachung“, sagte Birgit Faber, die Schwiegertochter, am Mittwoch der MAZ. „Sie waren der Mittelpunkt unserer Familie. Und sie fehlen uns“. In der Familie hält man die drei jetzt Verurteilten für Bauernopfer, vermutet werde vielmehr ein Hintergrund, der mit den deutschen Rüstungslieferungen an die Türkei zu tun habe. „Die zwölf Toten des Attentats sind Opfer der politischen Machtspiele geworden“, sagt Birgit Faber.

Ehepaar könnte Namensgeber für neue Straße werden

In ihrer Familie wird sehr oft über den Verlust gesprochen. Verwandte und Freunde behalten Marianne und Rüdiger Faber als ein lebenslustiges Paar in Erinnerung. Trotz des Schmerzes und der Wut versuchen die Hinterbliebenen, so normal wie möglich weiterzuleben. Die schweren Ereignisse haben sie auch viel über die Kultur des Trauerns und Erinnerns nachdenken lassen. „Offizielle Stellen tun sich da sehr schwer“, sagte Birgit Faber, offensichtlich gelingt das in Frankreich oder Italien besser.

Um so mehr freut sie sich, wenn sie von Freunden, Nachbarn oder bekannten auch auf die traurigen Ereignisse angesprochen wird und diese der Trauer nicht ausweichen. „Die Familie hat sich auch gefreut, dass in Falkensee der Vorschlag kam, eine neue Straße in Albrechtshof als Faberweg zu benennen“, sagte sie, „Marianne und Rüdiger Faber waren Menschen aus unserer Mitte, die etwas bewegt haben in Falkensee. Daran wird erinnert. Das ist gut.“

Ein Selbstmordattentäter war im Zentrum von Istanbul auf eine deutsche Reisegruppe zugegangen und hatte sich in deren Mitte in die Luft gesprengt. Quelle: EPA

Der Prozess hatte im Juli 2016 begonnen. Die Behörden identifizierten den Selbstmordattentäter als den 1988 in Saudi-Arabien geborenen Syrer Nabil Fadli. Laut Gerichtsunterlagen war Fadli IS-Anhänger und ließ sich rund einen Monat vor dem Attentat von Syrien in die Türkei schmuggeln. Der IS hatte sich nicht zu der Tat bekannt.

Von MAZonline

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