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Brandenburg Lehrer warnten vor zu schwerem Mathe-Abi
Brandenburg Lehrer warnten vor zu schwerem Mathe-Abi
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16:10 23.07.2017
Beim Mathe-Abi scheiterten zahlreiche Schüler in Brandenburg. Quelle: MAZonline
Potsdam

Die diesjährige Panne beim Mathe-Abitur in Brandenburg ist offenbar nicht nur auf eine mangelhafte Lehrer-Fortbildung und zu wenig Unterricht zurückzuführen. Offenbar funktionierte die Qualitätssicherung bei der Aufgabenauswahl im Vorfeld nicht und wichtige Hinweise von Pädagogen wurden ignoriert. Wie berichtet, mussten in Brandenburg 2600 Schüler das Mathe-Abitur wiederholen, weil der Stoff einer Aufgabe nicht im Unterricht behandelt wurde.

Theoretisch sollten die Aufgaben im Vorfeld in drei Kontrollrunden von Lehrern getestet werden. Im Falle der fraglichen „Eisbecher“-Aufgabe, an der reihenweise Schüler scheiterten, gab es laut dem Bildungsexperten der CDU-Fraktion, Gordon Hoffmann, massive Mängel. Er hat am Mittwoch Akteneinsicht in die Kontrollunterlagen genommen.

Warnungen in den Wind geschlagen?

„Die erste Kontrollrunde hat offenbar überhaupt nicht stattgefunden. Jedenfalls gibt es dazu keine Akten – aus Gründen, die mir keiner plausibel erklären kann“, erklärte er. „Bei der zweiten Kontrollrunde haben alle beteiligten Lehrer Bedenken gegen die Aufgaben erhoben. In ihren Hinweisen findet sich die klare Warnung, dass die Aufgabe ‚unterrichtsfern‘ und sogar ‚für das Brandenburger Abitur ungeeignet‘ sei. Diese Warnungen haben die Verantwortlichen offenbar in den Wind geschlagen.“

„Für Abitur in BRB ungeeignet“

Tatsächlich heißt es wörtlich in der Stellungnahme eines Lehrers: „Für Abitur in BRB ungeeignet“. Die abgefragte Funktion sei „in den Prüfungsschwerpunkten NICHT vorgesehen“. Ein anderer Pädagoge merkt an, die Logarithmus-Funktion „wird doch eigentlich nur am Rande behandelt!!!“. Die Aufgabe sei „heftig“, man müsse den Schülern Hilfestellungen geben. „Aufgabenstellung unterrichtsfern“, heißt es weiter.

Skandalös für Hoffmann: Bildungsminister Günter Baaske (SPD) hatte nach Bekanntwerten der Abi-Panne noch darauf verwiesen, dass es drei Kontrollrunden gegeben habe, in denen die Aufgaben von Lehrern abgesegnet worden seien. „Es ist eine Frechheit, dass der Minister die Bedenken kleinreden wollte, wenn sich in Wahrheit alle externen Kontrolleure gegen die Aufgaben ausgesprochen haben“, so Hoffmann.

Baaske: Rückmeldungen wurden ernst genommen

Am Abend meldete sich Bildungsminister Günter Baaske (SPD) selbst zu Wort und wies die Vorwürfe zurück. „Selbstverständlich wurden die Rückmeldungen ernst genommen. Sie wurden von der Entwicklergruppe und der Fachaufsicht ausgewertet und als fachlich nicht haltbar bewertet. Das hat uns auch das Gutachten der Universität Potsdam bescheinigt“, sagte er und verwies auf das Gutachten des Potsdamer Mathematik-Professors Ulrich Kortenkamp. Demnach lag auf Seiten des beanstandenden Lehrers eine Fehleinschätzung zur Angemessenheit der Aufgabe vor.

Hinweis: In einer früheren Version dieses Beitrags wurde Ulrich Kortenkamp mit der Aussage zitiert, das Landesinstitut für Schule und Medien (Lisum) habe die Einwände der Lehrer korrekterweise ignoriert. Dabei handelt es sich um ein Missverständnis. Der Professor weist in seinem Gutachten (S. 13) darauf hin, dass diese Hinweise zwar korrekt als falsch abgewiesen wurden, aber nicht ignoriert hätten werden sollen.

Von Torsten Gellner

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