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Brandenburg Kostenloses Schülerticket auch für Brandenburg?
Brandenburg Kostenloses Schülerticket auch für Brandenburg?
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15:53 19.08.2019
Der Betrieb von Schulbussen obliegt in Brandenburg den Landkreisen. Quelle: Franziska Kraufmann/dpa
Potsdam

Nach Einführung des kostenlosen Schülertickets für Busse und Bahnen in Berlin fordert die Brandenburger Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) eine vergleichbare Freifahrt-Karte für Brandenburger Schüler. „Wir halten sehr viel von einer solchen Regelung“, sagt der Landesvorsitzende Günther Fuchs. „Man hat das vertändelt in Brandenburg – jetzt kommt man wegen anderer Bundesländer und der Klimadebatte unter Druck“, so Fuchs.

In Berlin fahren seit dem Schulbeginn alle Schüler in den Tarifzonen A und B kostenlos mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln. Bis zum 1. August waren bereits 140.000 Schülertickets bestellt worden. Brandenburger Schüler können sich ebenfalls Gratis-Karten ausstellen lassen, sofern sie in Berlin in die Schule gehen und damit einen Berliner Schülerausweis besitzen.

Prägende Öko-Erfahrung

Ein Freifahrt-Ticket nach Berliner Vorbild würde den Schülern ermöglichen, neben der Schule auch an „kulturellen Veranstaltungen teilzunehmen“, sagt Fuchs. Wer früh an die Verfügbarkeit öffentlicher Transportmittel gewöhnt werde, verhalte sich vermutlich auch später ökologischer, so Fuchs.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Brandenburg, Günther Fuchs. Quelle: Ralf Hirschberger/dpa

In Brandenburg ist die Organisation und Finanzierung des Schülerverkehrs Sache der Landkreise. Die aber fahren keinen einheitlichen Kurs. So hat der Landkreis Dahme-Spreewald im Mai beschlossen, die Schülertickets ab dem Schuljahr 2020/2021 kostenfrei anzubieten. In neun der 14 Brandenburger Landkreise werden die Kosten für den Weg vom Wohnort bis zur Schule erstattet, in den übrigen Kreisen und kreisfreien Städten wird laut Verkehrsministerium eine Beteiligung an diesen Kosten zwischen 5,50 Euro und 21,40 Euro pro Monat erhoben.

VBB prüft Gratis-Regelung

Fast kostenfrei ist die Benutzung von Bussen und Bahnen in fast allen Kreisen für Familien mit niedrigen Einkommen. Nur drei Landkreise fordern von den Eltern eine geringfügige Beteiligung (1,70 bis 8,80 Euro pro Monat) – nur für die Strecke Wohnort-Schule.

Eine generelle Abschaffung der Elternbeteiligung sei „an sich eine gute Sache“, sagt Steffen Streu, Sprecher des SPD-geführten Verkehrsministeriums. „Es ist alles eine Frage der Finanzierung – und darüber wird jetzt geredet“. Eine kontinuierlich tagende Arbeitsgruppe des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) befasse sich mit der Frage, was die Gratisregelung kosten würde. Zahlen nennt Streu noch nicht.

Allerdings hat das Land allein für das zum 1. August 2019 eingeführte 365-Euro-Ticket für Lehrlinge im Doppelhaushalt 2019/2020 rund 5,6 Millionen Euro eingestellt.

Landkreise warnen vor hohen Kosten

„Es wäre ein erheblicher Kostenaufwand“, sagt Paul-Peter Humpert aus dem Vorstand des Landkreistags Brandenburg. Die Einnahme-Ausfälle pro Landkreis könnten bis zu zehn Millionen Euro im Jahr betragen. Er habe aber „den Eindruck, dass es im Land Brandenburg keine Gelddruckmaschine gibt“.

Von den Parteien im Landtag fordert vor allem die Linke eine schnelle Kostenbefreiung für Schüler. Die SPD hat den Punkt zwar in ihre Wahlprogramme aufgenommen, will sich aber „bis Ende des nächsten Jahrzehnts“ Zeit lassen. Dagegen schlagen die Grünen eine stufenweise Abschaffung der Elternbeteiligung an: Zunächst solle es ein Ticket für 365 Euro im Jahr (ein Euro pro Tag für ganz Brandenburg und Berlin) geben, später die komplette Befreiung. Die CDU fordert ebenfalls das 365-Euro-Ticket.

Bei der AfD im Wahlprogramm heißt es: „Wir fordern kostenfreie Tickets für Kinder und Jugendliche sowie junge Erwachsene in einer berufsqualifizierenden Ausbildungszeit zur Nutzung des ÖPNV.“

Anmerkung

In einer früheren Version dieses Artikels hieß es fälschlicherweise, ein solcher Programmpunkt fehle bei der AfD. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen.

Von Ulrich Wangemann

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