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Brandenburg Lehrermangel: Frühestens ab 2026 weniger Seiteneinsteiger in Brandenburg
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Lehrermangel: Frühestens ab 2026 weniger Seiteneinsteiger in Brandenburg

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14:01 23.08.2020
ARCHIV - 27.11.2013, Niedersachsen, Hannover: Ein Lehrer steht in einem Gymnasium an der Tafel. An vielen Brandenburger Schulen wird sich die Zahl der Seiteneinsteiger in den kommenden Jahren weiter erhöhen. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
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Potsdam

An vielen Brandenburger Schulen wird sich die Zahl der Seiteneinsteiger in den kommenden Jahren weiter erhöhen. Nach einer Prognose des Bildungsministeriums wird der Anteil der Lehrkräfte ohne Lehramtsstudium an den Gesamteinstellungen in Brandenburg frühestens ab 2026 zurückgehen. Das teilte das Ministerium auf eine Anfrage aus der Landtagsfraktion der Freien Wähler mit.

Allerdings geht die Prognose davon aus, dass die mehr als 1000 Studenten, die im kommenden Wintersemester an der Universität Potsdam ihr Lehramtsstudium beginnen, ab dem Schuljahr 2026/2027 in den Brandenburger Schuldienst übernommen werden. Von diesem Zeitpunkt an gehe der Einstellungsbedarf zurück. Es müssten nun möglichst viele Seiteneinsteiger durch Qualifizierungsmaßnahmen berufsbegleitend bei Erwerb einer Lehramtsbefähigung unterstützt werden, hieß es.

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Im Februar 2019 rechnete das Ministerium noch mit einem zurückgehenden Bedarf an Neueinstellungen bereits ab dem Schuljahr 2022/2023. Von diesem Zeitpunkt gehe der jährliche Bedarf von derzeit 1100 bis 1250 Vollzeitstellen auf jährlich etwa 700 zurück, hieß es. Nun rechnet das Bildungsministerium wegen der steigenden Schülerzahlen erst ab 2025 mit geringeren Zahlen.

Schülerzahl könnte sich erneut erhöhen

Doch auch hinter dieser Annahme steht ein Fragezeichen: Wenn Lehramtsstudenten nach Abschluss ihres einjährigen Vorbereitungsdienstes aus Brandenburg abwandern, die Branche wechseln oder die erhoffte Nachfrage aus anderen Bundesländern ausbleibt. Auch könnte sich die Schülerzahl wegen Zuwanderungen aus anderen Bundesländern oder durch Flüchtlinge abermals erhöhen.

Den Angaben nach waren Ende Mai dieses Jahres 12,3 Prozent der Lehrkräfte Seiteneinsteiger. Mitte 2017 lag diese Quote noch bei 8,5 Prozent. 34,1 Prozent der Lehrkräfte, die zum Start des Schuljahres 2020/2021 eingestellt wurden, unterrichteten ohne Lehramtsbefähigung.

Laut Antwort waren Ende Mai - noch vor Start des neuen Schuljahres - an einer Schule im Bereich des Schulamtes Neuruppin bereits 55,6 Prozent aller Lehrkräfte Seiteneinsteiger. Im Schulamt Frankfurt (Oder) betrug der Seiteneinsteiger-Spitzenwert 52,9 Prozent, im Schulamt Brandenburg 41,7 und im Schulamt Cottbus 37,5 Prozent.

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Von dpa