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Brandenburg Linksradikale bekennen sich zur Brandstiftung nahe der Tesla-Baustelle
Brandenburg

Linke Gruppe bekennt sich zur Brandstiftung nahe der Tesla-Baustelle

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14:58 26.05.2021
Beamte der Spurensicherung sichern nach einem Brand Spuren an einem Starkstromkabel in der Nähe der Tesla-Baustelle.
Beamte der Spurensicherung sichern nach einem Brand Spuren an einem Starkstromkabel in der Nähe der Tesla-Baustelle. Quelle: Jörg Carstensen/dpa
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Grünheide

Nach dem Brand an einem Stromkabel zur Baustelle der Tesla-Autofabrik am Mittwoch ist ein Bekennerschreiben veröffentlicht worden. Unter dem Autorennamen „Vulkangruppe“ heißt es darin: „Wir haben in der Nacht vom 25. auf den 26. Mai 2021 die Stromversorgung der Baustelle der Tesla-Giga-Fabrik in Grünheide bei Berlin gekappt, indem wir an sechs überirdisch verlegten Hochspannungskabeln Brand gelegt haben.“ Daran schließt sich Kritik an dem Autobauer an.

„Tesla ist weder grün, ökologisch noch sozial“, heißt es in dem auf der linksradikalen Internetseite Indymedia.org veröffentlichten Schreiben. „Unser Feuer steht gegen die Lüge vom grünen Automobil.“

Anschlag auf Kabelschacht der Berliner S-Bahn anno 2019

Der Name Vulkangruppe ist in jüngerer Vergangenheit mehrfach im Zusammenhang mit Brandanschlägen aufgetaucht, unter anderem 2018 in Charlottenburg und ein Jahr danach zwischen Karlshorst und Wuhlheide . Die Polizei stufte das Bekennerschreiben nach dem Feuer in einem Kabelschacht der Berliner S-Bahn („feurige Sabotageaktion“) seinerzeit als authentisch ein. Der Zugverkehr im Berliner Osten wurde durch den Angriff massiv beeinträchtigt.

Nach dem Brand in Grünheide (Oder-Spree) ermittelt der Staatsschutz der Polizei auch zu einem möglichen politischen Motiv. Eine Ermittlungsgruppe des Landeskriminalamts untersuche den Tatort, hieß es am Mittwochmorgen.

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Der Brand etwa 500 Meter entfernt vom künftigen Tesla-Werk war in der Nacht zu Mittwoch entdeckt und in den Morgenstunden bereits gelöscht worden. Es seien nicht nur Stromkabel, sondern auch einige Quadratmeter Waldboden von den Flammen erfasst worden.

Trotz des Feuers seien die Kabel aber noch funktionsfähig, weshalb die Stromversorgung nicht unterbrochen sei, teilte ein Sprecher der Polizei am Mittwochmorgen mit.

Die Bürgerinitiative Grünheide, die den Bau der Tesla-Fabrik kritisch begleitet, hat sich gegen gewalttätige Aktionen an der Baustelle des US-Elektroautobauer ausgesprochen, sie aber für möglich gehalten. „Wir haben das befürchtet, weil sich viele Menschen nicht mitgenommen fühlen im demokratischen Prozess der Ansiedlung von Tesla“, sagte Streffen Schorcht von der Bürgerinitiative der Deutschen Presse-Agentur.

Naturschutzverbände: Tesla verbraucht zuviel Wasser

Die Bürgerinitiative und Naturschutzverbände befürchten mit der Fabrik negative Konsequenzen für die Umwelt. Sie halten den Wasserverbrauch für zu hoch und sehen geschützte Tiere in Gefahr.

Ursprünglich wollte der Autobauer im Juli mit der Produktion beginnen, es droht jedoch ein späterer Start: Der Antrag zur Genehmigung des Vorhabens muss erneut öffentlich ausgelegt werden, weil Tesla eine Batteriefabrik in den bisherigen Antrag einbeziehen will. In einer ersten Produktionsphase sollen 12.000 Beschäftigte bis zu 500.000 Fahrzeuge pro Jahr herstellen.

Von RND/dpa