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Brandenburg Linke regt Umzug des Fusion-Festivals nach Brandenburg an
Brandenburg Linke regt Umzug des Fusion-Festivals nach Brandenburg an
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00:27 10.05.2019
Rund 70.000 Besucher kommen jedes Jahr zum Fusion-Festival. Quelle: Imago/ Frank Brexel
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Potsdam

Seit 1997 findet das Fusion-Festival in Lärz an der Mecklenburgischen Seenplatte an der Landesgrenze zu Brandenburg statt. In diesem Jahr gibt es im Vorfeld Zoff zwischen den Veranstaltern und der Polizei. Landrat Heiko Kärger (CDU) und Neubrandenburgs Polizeipräsident Nils Hoffmann-Ritterbusch bestehen darauf, dass es auf dem Festivalgelände (einem ausgedienten sowjetischen Militärflugplatz) am letzten Juni-Wochenende erstmals eine Polizeiwache und zivile Polizeistreifen geben soll.

Der Veranstalter, der Berliner Verein Kulturkosmos, will das auf keinen Fall. Er erklärte am Dienstag, die Philosophie des Festivals baue auf Freiheit der Kunst und freie Entfaltung der Gäste, was nicht kompatibel sei mit Polizeikontrollen. Polizeistreifen würden von den Gästen als Einschüchterung aufgefasst, so Kulturkosmos-Sprecher Jonas Hänschel. Die Zukunft des „Fusion“ stehe auf dem Spiel.

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An dieser Stelle kommt Brandenburgs Linke ins Spiel: Landtags-Spitzenkandidat Sebastian Walter erklärte, die Forderungen der Polizei seien „repressiv und völlig überzogen.“ Walter wies darauf hin, das „Fusion“ sei „mit 2,5 Gewaltdelikten bei über 70.000 Besuchern das friedlichste Festival deutschlandweit“. Diese Zahl wollte eine Polizeisprecherin nicht bestätigen.

Walter ergänzte, es gebe auch in Brandenburg ehemalige Militärflugplätze wie in Neuruppin oder Finowfurt „und sicher auch andere geeignete Gelände, wo junge Menschen friedlich und frei feiern können.“ Die Linken-Abgeordnete Isabelle Vandre forderte, die Polizei solle „ihre Energie lieber darauf konzentrieren, die organisierten rechtsextremen Strukturen im Land einzudämmen.“

Nach Angaben der Veranstalter ist auf dem Gelände ein professionellen Sicherheitsdienst mit etwa 10.000 Mitarbeitern und Helfern unterwegs. Kulturkosmos betonte: „Ein Mitarbeiter auf sieben Festivalgäste, das ist mehr als bei jeder anderen Großveranstaltung in Deutschland.“

Eine Internet-Petition gegen die „anlasslose Polizeipräsenz auf friedlichen Kulturveranstaltungen“ wurde bis zum Dienstag von 71.000 Menschen unterzeichnet. Das entspricht in etwa der erwarteten Besucherzahl auf dem „Fusion“-Festival in diesem Jahr. Das Fusion 2019 ist bereits ausverkauft.

Von Thorsten Keller