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Brandenburg Lufthansa verlängert doch Mietvertrag für Rohrwerkstatt
Brandenburg Lufthansa verlängert doch Mietvertrag für Rohrwerkstatt
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14:01 04.06.2019
Lufthansa Technik lässt die Zukunft ihres Wartungsstandorts in Schönefeld offen.
Lufthansa Technik lässt die Zukunft ihres Wartungsstandorts in Schönefeld offen. Quelle: dpa
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Schönefeld

In den Streit um den geplanten Abbau seiner Wartungskapazitäten durch die Lufthansa-Technik in Schönefeld (Dahme-Spreewald) kommt Bewegung. Die Lufthansa-Tochter und die Flughafengesellschaft haben sich am Dienstag auf eine Verlängerung des Mietvertrages bis Ende 2022 geeinigt – und zwar für den Wartungshangar, Büro- und Servicebereiche sowie die Rohrwerkstatt. Damit habe Lufthansa Technik nun mehr Spielraum, die Zukunft des Wartungsgeschäfts in Berlin zu planen, teilte die Flughafengesellschaft mit.

Für die rund 60 Mitarbeiter in der Rohrwerkstatt, in der Turbinenteile repariert werden, heißt das: Sie können nun bis Ende 2022 am Standort Schönefeld bleiben und müssen nicht an den Lufthansa-Standort Hamburg wechseln.

Überdenkt Lufthansa noch einmal den Abbau?

Sören Stark, Vorstand für Technical Operations der Lufthansa Technik, sagte: „Die Verlängerung des Mietvertrages ist eine gute Nachricht. Wir danken dem Flughafen für diese Möglichkeit. Sie verschafft uns wertvolle Zeit, die Zukunft unserer Wartungsaktivitäten in Berlin zu planen, und gleichzeitig für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Rohrwerkstatt berufliche Perspektiven zu entwickeln.“

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup sprach von einer guten Nachricht für die Beschäftigten und die Fluggesellschaften. „Bis Ende 2022 werden die Airlines die Dienstleistungen der Lufthansa Technik Experten weiter nutzen können.“ Für Lufthansa Technik ergebe sich damit die Option, „den Standort nach der BER-Eröffnung neu zu bewerten und Arbeitsplätze am Flughafen zu erhalten“, sagte er.

Lufthansa will Werkstatt nach Ungarn verlagern

Lütke Daldrup hatte sich verärgert darüber gezeigt, dass sich die Lufthansa-Tochter trotz mehrerer Exklusivangebote nicht für ein längerfristiges Engagement am BER entschieden und stattdessen die Zukunft offen gelassen hatte. Das hatte auch für Unmut in der Politik gesorgt und zu einem Appell durch den Brandenburger Landtag geführt.

Vor allem eines sorgt unter den Fachkräften des Unternehmens für Unverständnis: Lufthansa-Technik will die hochspezialisierte Rohrwerkstatt nach 2022 in Ungarn neu aufbauen und dort die Mitarbeiterzahl sogar von 60 auf rund 400 erhöhen. Den Mitarbeitern waren Ersatzjobs in Hamburg angeboten worden. Dass die Rohrwerkstatt nun doch in Schönfeld bleibt, ist mit der Verlängerung des Mietvertrags keinesweges gesagt.

„Das ist ein Schlag ins Gesicht“, hatte Daniel Wollenberg von der Industriegewerkschaft Luftverkehr der MAZ gesagt. Die Auftragsbücher seien voll, der Umzug daher völlig unverständlich. Ob Lufthansa-Technik sich ungeachtet der Rohrwerkstatt weiter in der Region engagiert, hatte das Unternehmen bisher offen gelassen. Mit Tegel wären 470 Arbeitsplätze betroffen.

Von Torsten Gellner

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