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Brandenburg MAZ-Fahrtest: Diese Fahrer treten gegeneinander an
Brandenburg MAZ-Fahrtest: Diese Fahrer treten gegeneinander an
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17:19 04.02.2017
Hier wird der Generationenstreit ausgetragen und entschieden: im ADAC-Fahrsicherheitszentrum Berlin-Brandenburg in Linthe (Potsdam-Mittelmark). Quelle: foto: euroluftbild.de/Clemens
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Potsdam

Die silberne Ehren-Lenkradnadel verleihen wir vorab dem ältesten Bewerber: „Am Steuer fühle ich mich noch genauso fit wie vor 30 Jahren“, sagt der Potsdamer Hans Gutsche. Mit 90 Jahren hätte er die Konkurrenz womöglich locker abgehängt, doch am Ende hat wegen der großen Resonanz das Los über die Starterlaubnis entschieden. Mehr als 100 Autofahrer haben sich zur gemeinsamen Fahrprüfung der MAZ und des ADAC angemeldet.

Erwin Jannerjahn (88) und sein Nachbar Rolf Gäthe (88) bewarben sich bei der Aktion 35 gegen 75 mit. Auf Erwin Jennerjahn entfiel das Los. Er ist dabei. Quelle: Julian Stähle

Es war ein heißes Rennen, so viel steht fest. Sechs Brandenburger haben nun die Starterlaubnis, demnächst ihre Fahrkünste unter Beweis zu stellen. Die Gewinner mussten wegen der großen Nachfrage ausgelost werden (siehe Kasten). Im ADAC-Fahrsicherheitszentrum Berlin-Brandenburg in Linthe (Potsdam-Mittelmark) vergleicht die MAZ unter Begleitung eines geschulten Fahrtrainers Verkehrssicherheit der Jungen und Alten hinterm Steuer.

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Gesucht wurden für die gemeinsame Aktion Autofahrer im Alter von 35 bis 40 Jahren sowie Senioren über 75, die sich hundertprozentig fit hinterm Steuer fühlen und dies im Generationenwettbewerb unter Beweis stellen wollen. Die Frage, wer die Nase vorn hat hinterm Steuer, beschäftigt nicht nur Generationen, sondern sorgt regelmäßig für kleine Sticheleien am Familientisch: „Seit Jahren muss ich mir die ,wertvollen Tipps’ meines 75 Jahre alten Vaters zum Verkehr anhören. Ebenso nimmt er Gutgemeintes von mir nur mit einem Lächeln an“, berichtet uns etwa MAZ-Leser Stefan Jahn (35) aus Brandenburg an der Havel.

Diese Autofahrer gehen auf die Test-Strecke

An unserem Fahrtest können teilnehmen:

Helmut Jahn (75) aus Rathenow;
Hubertus Fischer (80) aus Groß Kreutz;
Erwin Jennerjahn (88) aus Potsdam;
Sabine Oetzel (36) aus Nuthetal;
Stefan Jahn (35) aus Brandenburg/ Havel;
Reiner Wright (36) aus Wusterhausen.

Die Gewinner werden von der MAZ noch persönlich informiert. Dann wird ein Termin auf dem Fahrsicherheitsgelände des ADAC abgestimmt. Wir bedanken uns herzlich bei allen Einsendern für das große Interesse!

Beim Wettbewerb „75 gegen 35“ von MAZ und ADAC wird das Abfangen eines ausbrechenden Fahrzeuges, das Ausweichen vor einem Hindernis und das Reaktionsvermögen beim Bremsen getestet.

Wer dann noch Kondition hat, darf sich mit seinem Trainingsfahrzeug durch den Slalomparcours schlängeln.

Ob Vater Helmut Jahn aus Rathenow oder der Sohn der bessere Fahrer ist, wird der ADAC-Fahrtest zeigen, denn Familie Jahn ist mit auf der Strecke dabei. Auch andere MAZ-Leser haben ordentlich Gas gegeben, um anzutreten. „Ich bin zwar nicht 75, sondern 77 Jahre alt und würde gerne einen 35-Jährigen alt aussehen lassen“, schreibt uns MAZ-Leser Herbert Montel. Sein Führerschein steckt in einer vermeintlich weißen Weste, denn der Berliner hat nach eigenen Angaben noch nie einen Flensburg-Punkt bekommen, räumt aber ein: „Bin in meinem Autofahrerleben zirka zehn bis zwölf Mal geblitzt worden.“

„Ich fühle mich immer noch sicher“

Er bewarb sich im stolzen Alter von 90: Hans Gutsche Quelle: Julian Stähle

Die große Resonanz zeigt: Viele haben keine Lust mehr auf die ewigen Debatten, dass „die Alten“ doch ein Sicherheitsrisiko auf der Straße seien und ihren Führerschein abgeben sollen. „Das sichere Autofahren hängt nicht in erster Linie vom Alter ab“, schreibt etwa Manfred Eisenreich, 75, aus Potsdam. Von der Familie und den Freunden werde er als „ruhiger Fahrer“ eingeschätzt, der „eher defensiv“ fährt. „Ich fühle mich immer noch sicher im Straßenverkehr, würde es mir aber auch sagen lassen, wenn ich Defizite hätte.“

Das rege Interesse an der Aktion zeigt auch, dass die Älteren durchaus bereit sind, sich der freiwilligen Selbstüberprüfung am Steuer zu unterziehen. „Da ich im Herbst eine Autoreise nach Südtirol unternehme, wäre es für mich gut zu wissen, ob ich dazu noch fit bin“, begründet etwa Egon Knorr (76) aus Nuthe-Urstromtal sein Interesse. Auch die 78 Jahre alte Margit Walter aus Falkensee würde ihr Fahrtalent gerne von einem Profi überprüfen lassen: „Nach meinen sechs Hüft-OPs wollte ich wissen, wie gut ich noch im Autoverkehr bin und habe schon drei Mal am Senioren-Fahrtraining in Linthe teilgenommen.“

Doch auch die Jungen wollen wissen, ob es wirklich so große Unterschiede gibt. Der 36-Jährige Steffen Agatzhat hat seinen Führerschein seit 1999 und fährt bei der Potsdamer Berufsfeuerwehr mit dicken Brummis wie Rettungswagen, Notarztfahrzeugen und Löschfahrzeugen. Für ihren Ehemann warb Julia Wright aus Wusterhausen: „Rainer ist ein sehr sicherer Autofahrer und bringt unsere Familie immer gut ans Ziel. Er ist 36 Jahre alt und hat schon einiges an Kilometern geschrubbt.“

Von Diana Bade

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