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Brandenburg Im Zweifel für den Angeklagten
Brandenburg Im Zweifel für den Angeklagten
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12:54 18.05.2015
MAZ-Chefredakteur Thoralf Cleven
MAZ-Chefredakteur Thoralf Cleven Quelle: MAZ
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Potsdam

Jeder, der Krimis liest, kennt das Szenario: Ermittler unter Druck – privat, politisch oder durch die Öffentlichkeit, Einmischung von „oben“, rätselhafte Verdächtige, korrupte Beamte, Verschleierung im Amt. . . Gute Unterhaltung garantiert. Aber in der Wirklichkeit? Kriminalbeamte winken da ab. So spannend sei ihr Job nun wirklich nicht, eher langatmige, akribische Ermittlungsarbeit. Im Fall Maskenmann scheint dies anders zu sein. Lange schon weisen Medien auf die vielen Fragezeichen hin, die es hier gab und gibt. Werden sie jetzt, am Prozessende, wahrgenommen?

Es besteht der Eindruck, die Staatsanwaltschaft will Angeklagten unbedingt verurteilen

Um nicht falsch verstanden zu werden: Die Justiz soll ihren Job unabhängig erledigen. Dass dabei Fehler gemacht werden können, versteht jeder. Dass sich jedoch Ungereimtheiten aneinander fügen, dass sich Polizeichefs in Ermittlungsdetails mischen, dass Beamte gehindert werden, ihre Arbeit zu machen und dass es seltsame Beziehungen zwischen Polizisten und Tatopfern gibt – das alles ist nicht mehr normal. Es besteht der Eindruck, die Staatsanwaltschaft will den Angeklagten ohne Beweise auf Biegen und Brechen verurteilen.

Indizien sprechen für schlampige Arbeit der Justiz

Es gibt viele Indizien dafür, dass die Justiz in diesem Fall über Gebühr geschlampt hat, wenn nicht sogar wider besseres Wissen handelte. Wenn die Zweifel aber so massiv sind wie jetzt, müsste es am Ende eigentlich heißen: In dubio pro reo – Im Zweifel für den Angeklagten. Die Folge wäre ein heißer Tanz für Polizeiführung und Staatsanwälte.

Von Thoralf Cleven

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