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Brandenburg Machtkampf um den Steuerknüppel
Brandenburg Machtkampf um den Steuerknüppel
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18:32 18.08.2013
Horst Amann (l.) und Hartmut Mehdorn. Quelle: dpa
Schönefeld

Hartmut Mehdorn hat sich durchgesetzt: Ab dem kommendem Frühjahr fliegen die ersten Jets vom Flughafen BER in Schönefeld (Dahme-Spreewald). Das sieht sein Plan einer Mini-Eröffnung vor, die am Freitagabend vom Aufsichtsrat abgesegnet wurde. Aber der Manager will offenbar, dass noch mehr fliegt: Zwischen ihm und seinem Technikchef Horst Amann tobt ein heftiger Machtkampf. Mehdorn soll gegenüber den Gesellschaftern sogar mit Rücktritt gedroht haben.

Wie sehr das Tischtuch zwischen den beiden zerschnitten ist, zeigte sich am Rande der Aufsichtsratssitzung: Mehdorn warb selbstbewusst vor der Presse für die Inbetriebnahme des Nordpiers, wo ab März oder April täglich zwischen drei und zehn Maschinen mit 1500 Passagieren starten sollen. „Da gibt es andere Überlegungen, aber der Vorschlag der Geschäftsführung ist eindeutig“, sagte Mehdorn.

Was er nicht sagte: Die „anderen Überlegungen“ stammen von Technikchef Horst Amann. In Mehdorns Augen ist Amann offenbar gar nicht mehr Teil der Geschäftsführung. Amann hatte gegenüber dem Aufsichtsrat vergeblich für eine andere Teillösung geworben: Er wollte mehr Zeit, dafür dann gleich den gesamten Verkehr vom Alt-Flughafen Schönefeld an den BER verlagern.

„Ein Umzug von Schönefeld würde eine Reihe von Provisorien notwendig machen“, konterte Mehdorn den Vorschlag. Das würde sich nur lohnen, wenn eine Gesamteröffnung nicht „in absehbarer Zeit“ denkbar wäre, sondern die Geschäftsführung „noch zwei oder drei Jahre“ bräuchte, fügte er hinzu. Aber auch Mehdorns Pläne machen Investitionen nötig. Die Rede ist von sechs Millionen Euro.

Mehdorns Vorpreschen und Amanns eher zögerlichere Alternative sind beispielhaft für das von Anfang an schwierige Verhältnis zwischen den beiden Alphatieren. Amann, der seit einem Jahr die Technikgeschäfte führt, nahm sich bis vorige Woche Zeit für eine umfassende Bestandsaufnahme. Seine Mängelliste umfasst mehr als 65.000 Posten. Sie sollte Grundlage für das weitere Vorgehen sein. Mehdorn dagegen, seit März an Bord, drängte unmittelbar auf sichtbare Erfolge. Er ließ Bauzäune abreißen, Container wegschaffen, den Springbrunnen vor dem Terminal sprudeln. Die anstehenden Aufgaben und Zuständigkeiten verteilte er an ein „Sprint“-Team. Nun soll am BER der erste Verkehr abgewickelt werden – und sei es auch auf dem Niveau eines Provinzflughafens.

Als kurz nach Mehdorns Berufung der Machtkampf an der Führungsspitze erstmals zu eskalieren drohte, erhielt Amann noch demonstrativ Rückendeckung von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Nun wird spekuliert, ob diese Rückendeckung nach der Bundestagswahl ein Ende haben wird. Amanns Niederlage im Aufsichtsrat könnte ein Vorbote einer Entscheidung sein.

Unterdessen arbeitet Mehdorn daran, einen Teil von Amanns Leuten aus dem Projekt zu drängen. Auch hier setzt er sich offenbar durch: Zwei Bauleiter, die zu Amanns Truppen gehören, sollen ersetzt werden. Mehdorn will die bisherige Arbeitsschutzleiterin des Flughafens, Regina Töpfer, einsetzen und außerdem endlich seinen Vertrauten aus Bahnzeiten, Hany Azer, in das Team holen. Mehdorn hat den Architekten und Experten für Großprojekte schon seit März im Blick. Doch dessen Verpflichtung war bisher an Vertragsschwierigkeiten mit der Bahn gescheitert.

Von Torsten Gellner

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