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Brandenburg Marktplatztour für eine offene Gesellschaft
Brandenburg Marktplatztour für eine offene Gesellschaft
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17:09 03.08.2019
Sarah Fartuun Heinze von der Marktplatztour "Wann, wenn nicht jetzt". Quelle: Hannah Rüdiger
Cottbus

Cottbus genießt nicht gerade den besten Ruf. Immer wieder macht die Lausitzer Stadt Schlagzeilen wegen rechtsextremer Aufmärsche, Übergriffen auf Ausländer und Asylbewerber oder Ausschreitungen in der Hooligan-Szene. Aus Sicht des Brandenburger Verfassungsschutzes ist die zweitgrößte Stadt Brandenburgs sogar ein „Hotspot“ des Rechtsextremismus.

Was sich am Samstag mitten in der Stadt auf dem Erich-Kästner-Platz abspielte, passt überhaupt nicht in dieses Bild. Die ostdeutsche Marktplatz- und Konzerttour „Wann, wenn nicht jetzt“ (WWNJ) schlug direkt vor dem Stadthaus ihre Zelte auf.

Auf der Bühne sprachen Geflüchtete, in einem Pavillon daneben flimmerten alte Defa-Filmschätze über die Leinwand, dazu gab es Argumentationstraining und thematische Stadtrundgänge. Im Fokus: Ein starke Gesellschaft in einem bunten Cottbus.

Die Marktplatztour "Wann, wenn nicht jetzt" macht in zwölf Städten in Brandenburg, Sachsen und Thüringen Halt. Quelle: Hannah Rüdiger

Ziel: Öffentliche Plätze beleben

Organisiert wird die Veranstaltungsreihe von einem breiten Bündnis von Vereinen, Initiativen und Privatpersonen, die sich als zivilgesellschaftliche Linke verstehen. „Wir wollen öffentliche Plätze mitten in der Stadt beleben“, sagt Sarah Fartuun Heinze, die Sprecherin von WWNJ.

Die Marktplatztour, die in zwölf Städten in Brandenburg, Sachsen und Thüringen Halt macht, sei vor allem als Ort der Begegnung gedacht. „Wir wollen uns für die Zeit nach der Wahl vernetzen“, sagt die 29-Jährige.

Die Idee zur Tour sei kurz nach dem Chemnitzer „Wir sind mehr“-Konzert gegen Rechts entstanden, das im vergangenen Jahr in Reaktion auf rechtsextreme Ausschreitungen stattfand. Per Crowdfunding sammelte das Bündnis mehr als 60.000 Euro für die Marktplatztour. Ihren Auftakt machte die Reihe im Juli in Zwickau.

Sarah Fartuun Heinze ist die Sprecherin der Veranstaltungsreihe. Quelle: Hannah Rüdiger

Sich den Tatsachen stellen

„Es gibt überall Menschen, die sich für eine offene Gesellschaft engagieren“, sagt Sarah Fartuun Heinze. Gut möglich, dass diese Menschen noch nicht die Mehrheit stellen. „Aber wir können mehr sein.“

Was sie am rechten Image von Cottbus am meisten störe, sei der Umgang damit. Das Wegducken, das Wegsehen, das Wegschieben. „Wir müssen hinsehen, uns den Tatsachen stellen und uns nicht lähmen lassen.“

Die 29-Jährige wuchs im Schwabenland auf und zog 2017 nach Cottbus. Ihr liegt viel daran, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit nicht als ostdeutsches Problem abzustempeln. „Die Grenze des Sagbaren verschiebt sich immer weiter nach rechts“, erzählt sie. Nicht nur in Brandenburg oder Sachsen, sondern auch in den alten Bundesländern.

Junge Alternative beginnt Wahlkampf am Sonntag

Die Marktplatztour soll beweisen, dass es auch ein anderes Cottbus, ein anderes Brandenburg gibt. Dasselbe Ziel hat sich das Bündnis „Appell von Cottbus“ gesetzt: Am Sonntag, wenn die AfD-Jugendorganisation Junge Alternative (JA) ihren Landtagswahlkampf in Cottbus beginnt, ruft das Bündnis zu einer Gegendemonstration auf.

Die Demo richtet sich auch gegen den Thüringer AfD-Chef Björn Höcke, der bei der JA-Kundgebung auftreten soll. Bei den diesjährigen Kommunalwahlen holte die AfD in Cottbus mit Abstand die meisten Stimmen.

Über diese Nummer erreichen Sie die MAZ-Wahlreporter. Quelle: Maike Schultz

Von Hannah Rüdiger

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