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Brandenburg Kleinkind in Berlin an Masern gestorben
Brandenburg Kleinkind in Berlin an Masern gestorben
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18:33 23.02.2015
Quelle: dpa
Potsdam

In Berlin ist ein Kleinkind an Masern gestorben. Der Junge im Alter von eineinhalb Jahren sei am 18. Februar in einem Krankenhaus der Infektionskrankheit erlegen, sagte Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) am Montag in Berlin. Wie sich das Kind angesteckt hat, ist noch nicht bekannt. Der Fall sei dem Landesamt für Soziales und Gesundheit anonym gemeldet worden.

In Berlin grassiert seit Oktober eine Masern-Welle. Derzeit gebe es etwas mehr als 500 Erkrankte, sagte Czaja. Der Tod des kleinen Jungen mache deutlich, dass es sich um eine schwerwiegende Erkrankung handele. Masern schwächen das Immunsystem und können bei Komplikationen zu schweren Infektionen wie Lungen- und Gehirnentzündungen führen.

Czaja forderte auch Erwachsene auf, ihren Impfschutz zu überprüfen. "Es gibt viele Impfgegner, die Masern als Kinderkrankheit abtun", kritisierte er. Bei Kindern gebe es in Berlin eine Impfquote von 95 Prozent.

46 Fälle in Brandenburg

In Brandenburg sind in diesem Jahr bislang 46 Masern-Fälle gemeldet worden. Darunter seien 21 Kinder bis fünf Jahren und zwölf Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 15 Jahren, teilte das Gesundheitsministerium am Montag in Potsdam mit. Betroffen seien acht der 14 Landkreise und die Landeshauptstadt Potsdam. Im vergangenen Jahr wurden in Brandenburg 13 Masern-Fälle registriert, 2013 waren es 59, 2012 keiner und 2011 insgesamt 27 Fälle.

Die Impfquote der Kinder und Jugendlichen in Brandenburg sei sehr hoch, hieß es weiter. So seien 88,1 Prozent aller Kita-Kinder, 95,2 Prozent der Erstklässler und 95,4 Prozent der Zehntklässler zweifach gegen Masern geimpft. Damit erfülle Brandenburg bei den Schulkindern das Ziel der Weltgesundheitsorganisation WHO von einer Impfquote von mindestens 95 Prozent.

Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke) rief Menschen ohne Schutz zur Masern-Impfung auf. „Die Impfbereitschaft in der Bevölkerung muss weiter steigen“, sagte Golze. Dazu sei eine umfangreiche ärztliche Beratung nötig, die alle Eltern über die Vorteile der Impfungen aufkläre. Golze sprach sich zugleich gegen eine gesetzliche Impfpflicht aus. „Mit Sanktionen werden wir Impfskeptiker nicht überzeugen“, betonte die Ministerin.

Dass Masern in Einzelfällen lebensbedrohlich sein können, zeige der tragische Fall aus Berlin, wo ein Kleinkind an Masern gestorben war. Allen Eltern, die eine Impfung verweigern, müsse bewusst sein, dass dies auch in Brandenburg geschehen könne, betonte Golze: „Impfverweigerer handeln verantwortungslos und egoistisch, denn sie verlassen sich darauf, dass die anderen sich impfen lassen und ihnen dann schon nichts passiert.“ Damit gefährdeten sie nicht nur ihre eigenen Kinder, sondern auch andere, die noch nicht geimpft werden konnten.

Schule wegen Masern geschlossen

Wegen des Masern-Ausbruchs blieb eine Sekundarschule in Berlin am Montag vorsorglich geschlossen. Grund für die Schließung der Sekundarschule im Ortsteil Lichtenrade sei ein schwerwiegender Verlauf der Infektionskrankheit bei einem Jugendlichen, sagte eine Sprecherin des Berliner Senats und bestätigte damit Medienberichte.

Der Schulleiter habe am Freitag von dem Fall erfahren und erst am Montag mit dem Gesundheitsamt Rücksprache halten können. Mitschüler und Lehrer des Jugendlichen müssten nun Impfbücher vorlegen. Am Dienstag soll die Schule den Angaben zufolge wieder öffnen.

In Lichtenrade ist am Montag eine Sekundarschule vorsorglich geschlossen geblieben. Grund sei ein schwerwiegender Verlauf der Infektionserkrankung bei einem Jugendlichen, sagte eine Sprecherin der Bildungsverwaltung. Der Schulleiter habe am Freitag von dem Fall erfahren und erst am Montag mit dem Gesundheitsamt Rücksprache halten können. Mitschüler und Lehrer des Jugendlichen müssten nun Impfbücher vorlegen. Am Dienstag soll die Schule den Angaben zufolge wieder öffnen.

In Berlin grassieren die Masern seit Oktober 2014. Nach Angaben der Bildungsverwaltung mussten seitdem auch ungeimpfte Lehrer aus dem Dienst genommen werden. Von Ausbruchsbeginn bis zum 23. Februar wurden 574 Masern-Fälle gemeldet, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales am Montag mitteilte. Demnach ist es der größte Masern-Ausbruch in Berlin seit Einführung des Infektionsschutzgesetzes 2001.

Impfen oder nicht?

Eltern sollten angesichts der Masernwelle sowohl den eigenen Impfschutz als auch den ihrer Kinder prüfen lassen. Darauf weist der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hin. Nur wer zweimal geimpft wurde, ist gegen das Virus immun.

Für das Bundesgesundheitsministerium steht eine Impfpflicht vorerst nicht zur Debatte. Zwar nehme man die aktuelle Lage sehr ernst, sagte eine Ministeriumssprecherin am Montag in Berlin. "Aber wir setzen jetzt erst mal auf eine Impfberatung vor Kita-Eintritt und die Überprüfung des Impfschutzes bei Gesundheitsberatungen."

Normalerweise wird die Impfung in Kombination mit Mumps und Röteln verabreicht. Säuglinge können erst ab dem Alter von elf Monaten immunisiert werden. Da eine Masernerkrankung im ersten Lebensjahr besonders gefährlich ist, sollten die Mutter und enge Kontaktpersonen unbedingt geimpft sein, betont Kinderarzt Fegeler. Im Idealfall erfolgt die zweite Impfung im Alter von 15 bis 23 Monaten.

Die Gegner einer Impfpflicht führen vor allem das Entscheidungsrecht der Eltern ins Feld. Außerdem befürchten sie, Impfen könne zu viele Risiken und Nebenwirkungen mit sich bringen. "Auch für Impfstoffe gilt, dass Sie keine Wirkung ohne Nebenwirkungen haben", hieß es 2013 aus dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI), das für die Zulassung der Stoffe zuständig ist. Unerwünschte Nebenwirkungen seien jedoch rare Einzelfälle. Die Impfstoffe seien seit Jahrzehnten auf dem Markt und sehr gut verträglich.

Zu den häufigeren Reaktionen auf die Impfung gehören Fieber und leichter Hautausschlag. "Die Masernimpfung ist eine Lebendimpfung. Sie erzeugt somit eine milde Masern-Infektion mit sehr abgeschwächten Masernviren und damit den Schutz gegen die Infektion", sagt Matysiak-Klose. Bei allen Impfungen kann es zudem zu Rötungen und Schwellungen kommen. "Die Gefahr, die von Masern ausgeht, ist deutlich größer als das Risiko der Impfung", betonen die Experten.

Kritiker der gängigen Impfpraxis bemängeln dagegen, es fehle an Kenntnissen zu den Risiken von Impfungen. Man wisse zudem wenig über die Langzeitfolgen von Impfstoffen, lautet die Kritik.

Sollte es eine Pflicht zur Masernimpfung geben?

Die Gesundheitsbehörden rufen dazu auf, den Impfschutz gegen Masern bei Kindern und Erwachsenen zu überprüfen und sich gegenfalls impfen zu lassen. Macnhe Experten und Politiker wollen gar eine Impfpflicht einführen. Dpch nicht alle sind von einer Pflicht zur Impfung überuegt. Was denken Sie?

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Wer nicht geimpft ist, steckt sich bei Kontakt mit dem Virus mit fast hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit an. Masern verbreiten sich über Tröpfcheninfektion und durch den Kontakt mit virenhaltigen Körperflüssigkeiten. Hohes Fieber und der typische Ausschlag sind die häufigsten Symptome. Masern schwächen das Immunsystem und können bei Komplikationen zu schweren Infektionen wie Lungen- und Gehirnentzündungen führen. Seit Beginn des aktuellen Ausbruchs mussten bis Ende letzter Woche 144 Menschen ins Krankenhaus. 426 Patienten - das sind 89 Prozent - gaben bisher an, dass sie nicht gegen Masern geimpft waren.

Masern-Partys - auf natürlichem Weg immun?

Bei sogenannten Masern-Partys bringen Eltern, die gegen Impfungen sind, ihre nicht infizierten Kinder mit bereits erkrankten Kindern bewusst zusammen. Die gesunden Kinder sollen sich dort anstecken und durch die Erkrankung auf natürlichem Weg immun werden. Viele Ärzte sehen solch ein Vorgehen äußerst kritisch. Masern seien keine harmlose Kinderkrankheit. Angesichts der möglichen Komplikationen ist ein solches Verhalten in den Augen von Experten nicht nur verantwortungslos, sondern sogar Körperverletzung.

epd, MAZonline

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