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Brandenburg "Maskenmann" ging auf Angebot nicht ein
Brandenburg "Maskenmann" ging auf Angebot nicht ein
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16:07 16.06.2014
Mehrere Aktenordner zum "Maskenmann-Prozess". Quelle: Patrick Pleul
Potsdam

Der vom "Maskenmann" entführte Manager hat während seines Martyriums versucht, eine Beziehung zum Täter aufzubauen. Er habe ihm unter anderem auch seine Armbanduhr angeboten, sagte der 53-Jährige am Montag als Zeuge am Landgericht Frankfurt (Oder). Als mutmaßlicher Entführer sitzt ein 46-Jähriger auf der Anklagebank. Laut Staatsanwaltschaft wollte er mit der Tat im Herbst 2012 eine Million Euro Lösegeld erpressen.

Zur Geldübergabe kam es nicht, da sich der 53-jährige Manager nach qualvollen Stunden auf einer Schilfinsel am Großen Storkower See befreien und fliehen konnte. Am Freitag hatte er vor Gericht seine Verschleppung und die 33-stündige Tortur geschildert.

Er habe lange gewartet, bis er sich entschieden habe, die Fesselung zu lösen, sagte der Manager am Montag. Er habe erst die Hände freigemacht und einen Ohrstöpsel entfernt. Als er dann nichts von seinem Entführer gehört habe, habe er auch die restlichen Fesseln gelöst. Dann sei er auf allen Vieren weggekrochen.

Dem Angeklagten werden Anschläge auf zwei reiche Familien in Ostbrandenburg vorgeworfen. Er bestreitet, der Täter zu sein. Dieser war immer maskiert. Der Manager zeigte sich vergangene Woche vor Gericht überzeugt, dass der Angeklagte der "Maskenmann" ist. "Er ist ein Chamäleon, ein Verhaltenskünstler par excellence, aber es ist er", sagte der 53-Jährige.

dpa

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