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Brandenburg Brandenburger Schüler schließen sich Petition gegen Mathe-Abi an
Brandenburg Brandenburger Schüler schließen sich Petition gegen Mathe-Abi an
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01:15 09.05.2019
Abiturienten schreiben eine Abiturprüfung Quelle: Armin Weigel/dpa
Potsdam

Schüler aus Brandenburg haben sich am Montag mit einer eigenen Petition der bundesweiten Protestwelle gegen angeblich zu schwere Abiturprüfungen im Fach Mathematik angeschlossen. „Die Aufgaben im Mathe-Abitur im Jahr 2019 enthielten vor allem im Bereich Analysis Aufgaben, die auch von den ambitioniertesten Gymnasiallehrern nicht oder nur am Rande behandelt wurden“, heißt es in einer Petition aus Brandenburg. „Die Folge ist, dass überdurchschnittlich viele Abiturienten die Aufgaben nicht in der vorgegebenen Zeit geschafft haben oder Aufgaben gar nicht lösen konnten.“

Der Petitionsschreiber fordert Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) auf, die Bewertungsmaßstäbe für diese Prüfung entsprechend „anzupassen“. In einer zweiten Petition wird ebenfalls die Veränderung der Bewertungsmaßstäbe gefordert. Am Montagabend hatten rund 500 Schüler die Petitionen unterschrieben. Abgelegt hatten das Mathematikabitur in Brandenburg gut 5700 Schüler.

Ministerium versteht die Aufregung nicht

Im Potsdamer Bildungsministerium kann man die Aufregung nicht verstehen. „Die Prüfung verlief reibungslos. Bis jetzt haben sich keine Anzeichen für Unregelmäßigkeiten ergeben“, sagt Ministeriumssprecher Ralph Kotsch. Es habe vier Aufgabenbereiche mit mehreren Teilaufgaben gegeben. Diese stammten zum Teil aus dem gemeinsamen Aufgabenpool der Länder, andere aus Brandenburg selbst. „Gleichwohl geht das Ministerium den Hinweisen von Schülerinnen und Schülern auf angeblich zu schwierige Aufgaben nach“, verspricht Kortsch.

Am Wochenende hatten sich zunächst Zehntausende Schüler in Bayern, Niedersachsen, Bremen, Hamburg und dem Saarland, in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Thüringen und Sachsen-Anhalt über den Schwierigkeitsgrad der Aufgaben beschwert und mit Online-Petitionen an ihre Kultusministerien gewandt. Gestern kamen Schüler aus Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein hinzu, so dass die Zahl am Nachmittag bis auf rund 70 000 stieg, davon alleine rund 60 000 in Bayern.

Lehrerverband: Aufgaben waren okay

Die Vorsitzende des Philologenverbands Berlin-Brandenburg, Kathrin Wiencek, sieht für Brandenburg keine Probleme. Sie ist selbst Mathematiklehrerin am Fläming-Gymnasium Bad Belzig (Potsdam-Mittelmark) und mit Abiprüfungen vertraut. „In Brandenburg waren die Aufgaben okay“, sagt sie. „Wir sind hier völlig relaxed.“

Die Aufgaben im traditionell anspruchsvollen Bayern, das auch das Zentrum der Proteste war, kannte Wiencek noch nicht. Sie schließt nicht aus, dass dort tatsächlich Aufgaben auftauchten, die nicht einfache Berechnungen erforderten, sondern das mathematische Verständnis der Schüler selbst überprüften. Wiencek betont allerdings, dass selbst eine hohe Unterschriftenzahl noch nichts über die Berechtigung des Anliegens der Petitionen aussage: „Online kann ja jeder unterschreiben, selbst jemand, der mit der Sache nichts zu tun hat.“

Rasch Erregung im Netz mobilisiert?

Auch der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, sagt: „Im Internet lässt sich Erregung sehr schnell mobilisieren“. Er sieht bisher keine Anzeichen dafür, dass die Aufgaben tatsächlich zu schwierig waren. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) fordert dagegen eine Überprüfung. „Man muss die Kritik ernst nehmen“, sagte der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann.

Derzeit ist trotz gut 70.000 Unterschriften noch in keinem Bundesland bekannt, ob die Schüler den Aufgaben tatsächlich nicht gewachsen waren. Der Ausgang des Matheabiturs 2019 wird in Brandenburg erst nach den zwei nötigen Korrekturen frühestens Ende Mai, vielleicht sogar erst Anfang Juni feststehen.

Schüler aus KW: anspruchsvoll, aber angemessen

Die bayerische Petition berichtet von wechselnden Abituranforderungen der vergangenen Jahre und sagt über das Matheabitur des Jahres 2019, es habe Aufgabenstellungen enthalten, „die vorher kaum einer gesehen hatte.Vor allem der Geometrie B Teil und der Stochastik B Teil waren so schwer, wie in keiner der vergangenen Abitur Prüfungen“. Die Abiturienten bitten darum, „den Notenschlüssel des Mathematik Abiturs in Bayern 2019 zu senken und dem Schwierigkeitsgrad anzupassen“.

Doch gibt es auch unter den betroffenen Schülern keine Einigkeit. Lukas Kalz hat seine Matheprüfung am Freitag am Friedrich-Wilhelm Gymnasium in Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) abgelegt, würde aber die brandenburgische Petition nicht unterschreiben. „Es war anspruchsvoll, aber ich würde sagen angemessen“, so Kalz. Die Analysisaufgabe habe es „ins sich“ gehabt, aber prinzipiell sei alles im Unterricht so vorgekommen. Die Stochastikaufgabe zum Beispiel hätten er und seine Mitschüler ziemlich gut lösen können.

Der Landesschülerausschuss Berlin wiederum wollte am Montag einer Online-Umfrage erst einmal ermitteln, was denn die Mitschüler so schwer gefunden hatten. Die Vorsitzende des Berliner Landesschülerausschusses, Eileen Hager, selbst fühlte sich bei ihrem Abitur für den Mathe-Leistungskurs jedenfalls nicht unfair behandelt. „Bei Analysis tauchte eine Funktion auf, die ich so noch nicht gesehen hatte“, sagt sie. Die Aufgaben in analytischer Geometrie und Stochastik habe sie dagegen gut bearbeiten können. Sie wisse aber nicht, ob Schüler des Grundkurses mit Aufgaben zu schweren Aufgaben konfrontiert gewesen seien.

Von Rüdiger Braun

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