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Brandenburg Mehdorn will Parkhäuser am BER öffnen
Brandenburg Mehdorn will Parkhäuser am BER öffnen
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11:47 04.07.2013
Flughafenchef Hartmut Mehdorn (l-r), Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck bei der Eröffnung des neuen Cargo Center des Flughafens Berlin Brandenburg Airport Willy Brandt (BER) in Schönefeld (Dahme-Spreewald) . Quelle: dpa
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Schönefeld

Flughafenchef Hartmut Mehdorn treibt seinen Plan einer schrittweisen Eröffnung des Pannen-Airports BER voran und scheut dabei nicht vor unkonventionellen Ideen zurück. Der jüngste Coup des 70-Jährigen: Auch ohne Passagiere sollen demnächst die Parkhäuser am Terminal, die Mietwagenstation sowie der unterirdische Bahnhof öffnen. „Wir werden alles, was betriebsbereit ist, in Betrieb nehmen“, sagte Mehdorn gestern in Schönefeld (Dahme-Spreewald), „auch wenn dort noch kein Geschäft laufen kann.“

Flughafenchef Hartmut Mehdorn (l) und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) füllen symbolisch die erste Kiste für das neue Cargo Center. Quelle: dpa

Wenn es nach dem Manager geht, ist das Flughafenprojekt auf bestem Wege und hat gestern einen „wesentlichen Meilenstein“ genommen: Gemeinsam mit Aufsichtsratschef Matthias Platzeck (SPD) und Berlins Regierungschef Klaus Wowereit (SPD) weihte Mehdorn das Luftfrachtzentrum auf dem BER-Areal ein. Das privat finanzierte Cargo Center sei ein „elementarer Baustein auf dem Weg zur Inbetriebnahme des BER“, so Mehdorn.

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Dabei steht dieser „Baustein“ schon seit mehr als einem Jahr in Schönefeld. Die Logistikhalle war im April 2012 fix und fertig – nach einer pannenfreien Bauzeit von nur einem Jahr. Wegen der mehrfach verschobenen Eröffnung des BER war sie nie genutzt worden. Ab August soll die Halle nun tatsächlich als Umschlagplatz dienen, auch ohne BER. Die Fracht aus Schönefeld-Alt und vor allem vom überlasteten Flughafen Tegel soll hier durchlaufen.

Das Nordpier (r) am Flughafen Berlin Brandenburg in Schönefeld (Dahme-Spreewald) Quelle: dpa

„Jetzt kommt ein anderer Geist rein“, lobte Aufsichtsratschef Platzeck demonstrativ seinen Geschäftsführer. Zu oft sei darüber gesprochen worden, was nicht funktioniere am BER, so Platzeck. Das ändere sich nun. In der Tat sind positive Flughafen-Botschaften rar. Mehdorn ließ gestern durchblicken, wer aus seiner Sicht dafür mitverantwortlich ist: die Medien. „Sie schütteln solange den Kopf über der Schüssel, bis Sie ein Haar darin finden“, sagte er an die Adresse von Journalisten, nachdem er mehrfach nach dem Zehn-Millionen-Angebot an seinen Ex-Arbeitgeber Air Berlin gefragt worden war.

Die Airline fordert vom Flug hafen Schadenersatz wegen der BER-Eröffnungs-Pleite. Mehdorn selbst hatte die Klage vergangenes Jahr noch als Air-Berlin-Chef eingereicht. Um Interessenskonflikte in seinem neuen Job als BER-Boss zu vermeiden, wollte er sich nicht in Verhandlungen mit der Fluglinie einschalten. Ein Schreiben, in dem die Flughafengesellschaft Air Berlin zehn Millionen Euro zur Beilegung des Streits bietet, trägt jedoch Mehdorns Signatur. „Ich habe nie verhandelt. Punkt“, sagte der Manager zu dem Brief. Das Angebot habe ein Verhandlungsteam erstellt, er habe das Papier nur unterzeichnet. „Wenn ich mich nicht mal mehr um meine Kunden kümmern kann, stimmt etwas nicht“, sagte Mehdorn.

Er bestätigte unterdessen, dass am Nordpier des BER-Terminals zum Ende des Jahres ein Testbetrieb mit kleinen Flugzeugen starten soll. Rund 2000 Passagiere sollen dann pro Tag abgefertigt werden, um die Betriebsabläufe zu erproben. Den Aufsichtsrat will er darüber bei dessen Sitzung im August informieren. Mit seinen Plänen, den Flughafen Tegel vor der Schließung zu retten, stößt Mehdorn bei den Gesellschaftern indessen weiter auf Granit. Man dürfe ja alles denken, so Klaus Wowereit, aber es gebe auch Beschlusslagen: „Natürlich wird Tegel geschlossen, da gibt es kein Wenn und Aber“, sagte er.

Mehdorn selbst deutete an, dass sein Vorrat an Ideen rund um die hiesige Flughafenlandschaft noch lange nicht erschöpft ist. Er habe da „noch ein paar Sachen im Köcher“, ließ er wissen.

Von Torsten Gellner

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