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Brandenburg Mehr Gewalt durch Zuwanderer in Brandenburg
Brandenburg Mehr Gewalt durch Zuwanderer in Brandenburg
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00:18 07.01.2018
Fahrzeuge von Polizei und Rettungsdienst stehen am 18.März 2017 vor einer Flüchtlingsunterkunft in Nauen (Havelland). In der Unterkunftwar ein 28-jähriger Somalier erstochen worden. Quelle: Reportnet24
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Potsdam

Die Kriminalität im Zusammenhang mit Zuwanderern hat in Brandenburg deutlich zugenommen. Nach MAZ-Informationen gingen von Januar bis November 2017 rund 1550 Körperverletzungsdelikte auf das Konto von Zugewanderten – 150 mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Gegenüber dem Jahr 2014 hat sich die Gewaltkriminalität mit Tätern aus Migrantenkreisen verfünffacht (2014: 257). Wie Sicherheitskreise weiter bestätigten, begingen Zuwanderer 2017 20 Prozent mehr allgemeine Straftaten als im Jahr zuvor.

Beispiel Niedersachsen

Die Zahlen liegen im deutschlandweiten Trend: In einer am Mittwoch veröffentlichten Studie im Auftrag des Bundesfamilienministeriums haben die Kriminalitätsforscher Christian Pfeiffer und Sören Kliem am Beispiel Niedersachsen Statistiken des Landesinnenministeriums analysiert. In den Jahren 2014 und 2015 stieg die Zahl der Gewalttaten dort um gut zehn Prozent. Verantwortlich sind dafür der Studie zufolge vor allem von Flüchtlingen begangene Delikte: Gut 13 Prozent der aufgeklärten Gewalttaten sind ihnen zuzurechnen. Der Anstieg der Kriminalität ist damit zu 92 Prozent auf Asylbewerber zurückzuführen. Die Studie besagt aber auch: Zu 90 Prozent sind die Opfer der Gewalt andere Migranten.

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Vor allem Flüchtlinge aus Algerien, Tunesien, Marokko

Vor allem Flüchtlinge aus Algerien, Tunesien und Marokko begehen laut der Studie besonders häufig Straftaten. Sie haben selten die Chance auf einen Aufenthalt in Deutschland. Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Irak sind dagegen im Verhältnis zu ihrem Anteil an der Bevölkerung in der Kriminalitätsstatistik unterrepräsentiert. Sie seien bemüht, ihre gute Chance für ein Bleiben in Deutschland nicht durch Straftaten zu gefährden, heißt es in der Studie. Pfeiffer betonte, der Anstieg sei nicht verwunderlich, da es sich bei einem Großteil der Flüchtlinge um junge Männer in einem Alter handele, in dem Menschen besonders häufig straffällig würden.

Perspektivlosigkeit eine „tickende Zeitbombe“

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Brandenburg, Andreas Schuster, sagte zu den Konsequenzen aus der Kriminalitätsentwicklung: „Die Zuwanderer, die hierbleiben dürfen, müssen konsequent integriert werden.“ Dazu gehöre auch Familiennachzug. Wer aber abgelehnt werde, müsse zur Rückreise gebracht werden. Perspektivlosigkeit lasse die Situation in den Heimen zu einer „tickenden Zeitbombe“ werden, so der Gewerkschafter. Streifenbeamte hätten es „immer mehr mit Parallelgesellschaften zu tun, die mit der deutschen Polizei nichts zu tun haben wollen.“

Noch keine konkreten Zahlen aus Brandenburg

Das Innenministerium nennt offiziell bislang keine konkreten Zahlen zur Kriminalitätsentwicklung. Sprecher Ingo Decker bestätigte allerdings eine „Zunahme der Gewaltkriminalität“ auch in Brandenburg. Der hohe Anteil junger Tatverdächtiger sei auffällig, ebenso die „Betroffenheit unter Zuwanderern selbst“.

CDU-Innenexperte Björn Lakenmacher sagte, es überrasche ihn nicht, einen Gewaltanstieg bei jungen Zuwanderern zu sehen. Das sei bei deutschen jungen Männern nicht anders, „wenn sie perspektivlos sind“ und untätig in Unterkünften verharrten. „Das lernt man im dritten Semester Kriminologie“, so der Bundespolizist mit dem Landtagsmandat. Brandenburg habe auch weniger ein Problem mit Nordafrikanern als mit Tschetschenen, von denen einige islamistische Ideologie verbreiteten.

Von Ulrich Wangemann

03.01.2018
03.01.2018