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Brandenburg Mehr Oldtimer auf Märkischen Alleen unterwegs
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12:44 20.05.2019
Beliebt und gern gesehen – die Ausfahrten auf reizvollen landschaftlichen Routen. Quelle: Jan Woitas/DPA
Potsdam/Flensburg

Große Gefühle für altes Blech: Auf Brandenburgs Straßen fahren seit Jahresbeginn gut 1.500 Oldtimer mehr als noch vor einem Jahr. Am 1. Januar 2019 waren insgesamt 12.715 Fahrzeuge zugelassen, die mindestens 30 Jahre alt waren, wie aus der Zulassungsstatistik des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) in Flensburg hervorgeht. In der aktuellen Zahl sind auch gut 1000 Lastwagen und mehr als 2.000 Cabrios erfasst. Rund 3.500 der alten Autos hatten mindestens 50 Jahre auf dem Buckel.

„H“ steht für „Historisch“: Wer seinen mindestens 30 Jahre alten Oldtimer steuerbegünstigt mit diesem Oldtimerkennzeichen zulassen will, benötigt ein Gutachten. Quelle: Monique Wüstenhagen/DPA-TMN

Rund 1.000 Oldtimer in Berlin haben 60 Jahre oder mehr auf dem Buckel. Damit waren am 1. Januar 2019 etwa 100 dieser alten Autos mehr zugelassen als noch ein Jahr davor. Insgesamt sind auf Berlins Straßen 15.700 Oldtimer unterwegs. Im Vorjahr waren es noch knapp 14.300. Rund 6.600 der Fahrzeuge waren jünger als 40 Jahre.

Die Gründe für die Oldtimer-Begeisterung seien ganz unterschiedlich. „Das ist bei jedem Oldtimer-Liebhaber individuell“, sagte ein Sprecher der ADAC. „Viele Menschen erfüllen sich einen Kindheitstraum und kaufen sich das Traumauto ihrer Jugend oder das Fahrzeug, das der Vater oder Großvater gefahren hat“, sagte ein Sprecher des ADAC. Andere begeisterten sich für die historische Technik oder das besondere Fahrerlebnis. Auch bei Bastlern seien die alten Autos beliebt: An modernen Wagen lässt sich nicht so gut herumschrauben.

Alter von 30 Jahren allein reicht nicht aus – eine Checkliste

Auto- und Motorradfahrer können ihren Oldtimer mit steuerbegünstigten H-Kennzeichen zulassen. Dann sind pauschal 191,73 Euro für Pkw und Lkw und 46,02 Euro für Motorräder fällig, teilt der ADAC mit. Das ist für alle Fahrzeuge möglich, die vor mindestens 30 Jahren erstmals in den Verkehr gekommen sind.

Das Kennzeichen mit dem „H“ am Ende lässt aber nicht ohne weiteres anschrauben. Voraussetzung dafür ist nicht nur das Alter, bei dem in der Regel der Tag der Erstzulassung und nicht das Baujahr entscheidend ist. Sondern für das Oldtimer-H-Kennzeichen ist eine spezielle Begutachtung erforderlich.

Die Begutachtung kann von einem amtlich anerkannten Sachverständigen oder einem Prüfingenieur vorgenommen werden. Das Gutachten kostet beispielsweise beim Tüv Süd etwa 100 Euro, je nach Baujahr kommt noch eine Abgasuntersuchung für etwa 60 Euro dazu.

Um zu bestehen, muss das Auto weitestgehend dem Originalzustand entsprechen und gut erhalten sein. Das H-Kennzeichen gilt für den Dauerbetrieb und auch für Umweltzonen. Es lässt sich mit einem Saisonkennzeichen kombinieren, was weitere Steuern spart.

Daneben ist auch noch ein rotes 07-Kennzeichen möglich. Das reicht aber nur die unregelmäßige Teilnahme an Veranstaltungen wie etwa Oldietreffen. Probe-, Prüfungs- ,Überführungs- und Werkstattfahrten sind damit ebenfalls gestattet, so der ADAC. Auch ein Fahrtenbuch ist nötig. Vorteil: Damit lassen sich im Wechsel mehrere Fahrzeuge bewegen, was für Sammler interessant sein kann.

Auch bundesweit hält die Begeisterung für Fahrzeuge älterer Bauart an: Ihre Zahl ist erneut gestiegen. Zum 1. Januar 2019 zählte das KBA 536.515 Fahrzeuge, die 30 Jahre oder älter waren. Das sind 58 765 mehr als ein Jahr zuvor. Den mit Abstand größten Anteil haben mit rund 475 000 Fahrzeugen die Autos (88,5 Prozent). Darunter sind 148.000 Cabrios.

Viele Autos sind 30 bis 39 Jahre alt

Die meisten Oldtimer auf deutschen Straßen haben zwischen 30 und 39 Jahre auf dem Buckel: Deren Bestand gibt das KBA mit rund 210.000 Fahrzeugen an. Immerhin 104.000 Fahrzeuge (19,3 Prozent) sind zwischen 50 und 59 Jahre alt, 43.000 zählen bereits 60 Jahre oder mehr.

Teil der deutschen Automobilgeschichte: der Trabant. Hier ein Exemplar 601 LX (Limousine S de Luxe). Quelle: Jan Woitas/DPA

Solche Fahrzeuge können sogenannte Historien-Kennzeichen tragen: Ein „H“ am Ende des Kfz-Kennzeichens dürfen jene Gefährte führen, die als „historisches Kulturgut“ gelten und mindestens 30 Jahre alt sind. Für den Halter kann dies Vorteile bei Versicherung und Kfz-Steuer haben.

Als Wertanlage nur bedingt geeignet

Als Wertanlage sind Oldtimer derzeit nur bedingt geeignet. Der Preisanstieg bei den gängigsten Modellen betrug 2018 nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) nur 2,2 Prozent. 2017 sei der Zuwachs mit 1,4 Prozent sogar noch geringer gewesen.

Beim 7. Oldtimer- und Treckertreffen in Dollgow (Oberhavel) wurden die Motoren angeworfen. Quelle: Uwe Halling

Einzelne Modelle trotzen jedoch der langsamen Preisentwicklung. So erlebte der BMW 3.0 CSi im vergangenen Jahr „eine sprunghafte Preisentwicklung“. Ein Grund dürfte nach Angaben des VDA die Seltenheit des Typs sein: „Heute gibt es nur noch 441 zugelassene Fahrzeuge des BMW-Sportcoupés.“

Käfer am häufigsten zugelassen

Der am häufigsten zugelassene Oldtimer in Deutschland ist demnach der VW-Käfer. Der in der Vergangenheit recht günstige Wagen erlebte im vergangenen Jahr die zweitstärkste Preissteigerung. Aufgrund des Alters brauche er mehr aufwendige Reparaturen oder Restaurierungen, die sich im Preis niederschlügen, so der Verband. Fahrzeuge, die aufgrund ihrer Seltenheit oder ihrer Geschichte besonders teuer gehandelt werden, sind im sogenannten Oldtimer-Index des VDA nicht berücksichtigt.

Wer Termine für Ausfahrten oder Oldtimer-Treffen sucht, der wird auf folgenden Internetseiten fündig – eine Auswahl:

www.autozeitung.de

www.oldtimer-saison.de

www.lexicar.de

Von Birgitta von Gyldenfeldt

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