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Brandenburg Urlaub in der Mark wird teurer
Brandenburg Urlaub in der Mark wird teurer
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01:16 19.08.2018
Kinder am Trepliner See in Märkisch.Oderland Quelle: dpa
Potsdam

„Ferienwohnung ist perfekt, alles vorhanden, was man sich nur wünschen kann. Jede Menge Spielgelegenheiten für Kinder. Absolut freundliche Gastgeber. Einer der schönsten Urlaube seit langem“, schreibt Stephanie Liebold über ihren Urlaub in der Pension „Am Storchennest“ in Märkische Heide (Dahme Spreewald). Auch die anderen Google-Rezensionen über den Aufenthalt in der Pension im Spreewald fallen positiv bis überschwänglich aus.

Wer in diesem Supersommer 2018 seinen Urlaub in Berlin oder Brandenburg verbringen möchte, muss dafür fast überall tiefer in die Tasche greifen.

Reger Betrieb trotz Hitzewelle

Auch diesen Sommer herrschte reger Betrieb in der Spreewälder Pension. Dabei mussten die Gäste auch im Spreewald etwas tiefer in die Tasche greifen. Weder das noch Hitze hielten sie aber von der Anreise ab. Damit spiegelt die Pension die Entwicklung des Reiselands Brandenburg: Es wird teurer, trotzdem kommen immer mehr Gäste.

So verzeichneten laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg die brandenburgischen Unterkünfte im ersten Halbjahr 2018 rund 2,3 Millionen Gäste uns insgesamt 6,1 Millionen Übernachtungen. Das waren nach vorläufigen Berechnungen 4,2 Prozent mehr Gäste und 4,9 Prozent mehr Übernachtungen als im ersten Halbjahr 2017. Dabei mussten die Besucher in allen für sie interessanten Bereichen deutlich mehr zahlen als im Vorjahr.

Der Eintritt in Brandenburger Bäder kostete zum Beispiel durchschnittlich fünf Prozent mehr als im vergangenen Jahr. So zahlt man derzeit in der Fläming-Therme in Luckenwalde (Teltow-Fläming) für die kühleren Schwimmbecken als Erwachsener trotz günstigem Sommerticket 6,05 Euro. Eine Familienkarte für vier Personen im neuen „blu“-Freizeitbad in Potsdam kostet zur Zeit acht Euro, wobei es aber keinen Freibadbereich gibt.

90 Euro für eine günstige Ferienwohnung

Auch die Zimmerpreise selbst stiegen in Brandenburg um nahezu zwei Prozent. Wer eine Ferienwohnung mietete, musste sogar im Schnitt vier Prozent mehr zahlen. So kostet die günstigste Ferienwohnung in Himmelpfort am Stolpsee (Oberhavel) derzeit 90 Euro am Tag. Für die teuerste Wohnung, die für eine vierköpfige Familie reicht, zahlt man sogar 170 Euro pro Übernachtung.

Wer bei der anhaltenden Hitze den Durst stillen wollte und zu beliebten Kaltgetränke wie Mineralwasser, Limonade oder Saft griff, musste bis zu vier Prozent mehr bezahlen als im vergangenen Jahr. Olaf Schöpe, Sprecher des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Brandenburg hält diese Preissteigerungen aber keineswegs für dramatisch. „Dass etwa das Bier teurer wird, liegt auch daran, dass die Preise der Brauereien an die Gäste durchgereicht werden.“ Die Preissteigerungen wie die aktuellen seien normal, insbesondere wenn man die Steigerung der Löhne im Hotel- und Gaststättengewerbe um bis zu 40 Prozent berücksichtige.

Nicht nur Brandenburg, Deutschland insgesamt sei trotzdem ein relativ günstiges Ferienland. Die Besucher nähmen etwas höhere Kosten in Kauf, wenn die Qualität stimme. „Alle, die auf Qualität setzen, gewinnen hinzu“, sagt Schöpe. Im Spreewald zum Beispiel warteten jetzt viel mehr Unterkünfte mit vier und fünf Sternen, die großzügige Zimmer und beste Ausstattung garantierten. „Wenn man dann noch seine Gäste mit Offenheit begrüßt und viel Herzblut hineinsteckt, schlägt sich das auch auf die Besucherzahlen durch.“

Betriebe mit guter Qualität punkten

Das glaubt auch die Tourismus-Marketing Brandenburg (TMB) mit ihren Zahlen belegen zu können. dass „Betriebe mit guter Qualität punkten bei den Gästen“, sagt Sprecher Patrick Kastner. Hinzu kämen die Auswirkungen des Marketings. „Brandenburg ist kontinuierlich auch bekannter mit seinen hervorragenden Qualitäten geworden.“ Sämtliche Regionen haben seit 2016 bei den Übernachtungen zugelegt. Hauptgewinner ist der Kreis Elbe-Elster. Die Zahl der Übernachtungen stieg laut TMB um 6,8 Prozent. Beliebteste Reiseregion überhaupt ist derzeit der Spreewald mit 347400 Gästen im ersten Quartal.

Laut Umfragen der TMB zieht besonders die Natur die Gäste nach Brandenburg. 59 Prozent nannten den Aufenthalt in der Natur als Grund für die Reise. Aber auch der Besuch kultureller und historischer Sehenswürdigkeiten steht hoch im Kurs. Immerhin 52 Prozent gaben das als Reisegrund an.

Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) freut, dass die gute Qualität mehr Besucher zog: „Das ist für uns eine gute Motivation, auf dem eingeschlagenen Weg weiterzugehen und das Reiseland Brandenburg als Qualitätsstandort weiter zu profilieren“, so der Minister.

Um allerdings wirklich in der ersten Liga mitzuspielen, muss sich Brandenburg noch etwas anstrengen. In Bayern zum Beispiel würden die brandenburgische Zahlen als Katastrophe empfunden. Auch dort stiegen zwar die Preise in allen Kategorien, darunter auch die Kosten für die Übernachtungen. So zahlt ein Paar derzeit zum Beispiel für eine Nacht am Tegernsee im „Westerhof“ mindestens 219 Euro. Dennoch kann sich das südliche Bundesland vor Besuchern kaum retten. 17,7 Millionen Gäste begrüßte Bayern für über 44 Millionen Übernachtungen allein schon in ersten Halbjahr 2018. Am beliebtesten ist auch dieses Jahr das alpine Oberbayern mit jetzt schon gut acht Millionen Besuchern. Ein Trost bleibt Brandenburg bei diesem Vergleich: Bayern hat eine mehr als doppelt so große Fläche. Dennoch: Für Tourismus in der Mark scheint noch viel Luft nach oben

Von Rüdiger Braun

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