Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Meteorologen spekulieren auf Jahrhundertsommer
Brandenburg Meteorologen spekulieren auf Jahrhundertsommer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:54 25.07.2018
Experten raten, bei hochsommerlichen Temperaturen mindestens einen Liter mehr zu trinken. Quelle: Ankex Bingel
Berlin

Mit Blick auf die Sonnenstunden in Berlin rechnen Meteorologen mit einem neuen Jahrhundertsommer. „Wir hatten im Juni bereits 242 Stunden Sonne, 20 mehr als sonst“, sagte Thomas Dümmel, Meteorologe an der Freien Universität Berlin (FU). Der Juli habe bisher bereits für 240 Sonnenstunden gesorgt, normal seien 218 für den gesamten Monat. Hochgerechnet bis zum Monatsende seien in der Hauptstadt bis zu 370 Stunden Sonne zu erwarten.

„Das wäre dann ganz nah am Rekord von 2006. Damals waren es 375 Stunden im Juli“, ergänzte er. Mit Hitzerekorden sei in Berlin dagegen kaum zu rechnen. Mit Werten von zwei bis drei Grad über dem normalen Monatsmittel sei das für Juni und Juli „noch kein Riesenhit“, sagte Dümmel.

Deutscher Wetterdienst warnt landesweit vor Hitze

Dennoch warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Berlin und Brandenburg am Mittwoch vor Hitze. Zwischen dem 25. und 26 Juli werde demnach eine „starke Wärmebelastung“ erwartet. Bereits am Dienstag hatte der DWD eine amtliche Warnung herausgegeben. Während der Süden Brandenburgs zunächst nicht betroffen war, weitete der DWD die Warnung jetzt auch auf die Landkreise Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße aus.

Viel trinken, lauwarm duschen und kalte Fußbäder – es gibt zahlreiche Tipps, um an heißen Tagen einen kühlen Kopf zu bewahren. Unsere Favoriten im Überblick:

Die Hitze macht Kindern und Senioren deutlich zu schaffen. Vor allem ab dem dritten Tag anhaltender Hitze steigt das Gesundheitsrisiko enorm. Folgende Vorsichtsmaßnahmen empfehlen das Rote Kreuz und Pflegeexperten.

Besonders die Mittagshitze ist zu vermeiden. Aktivitäten im Freien sollten stattdessen morgens oder abends erledigt werden. Extreme Temperaturschwankungen sind ebenfalls schwierig, denn sie können den Kreislauf zusätzlich belasten. Das ist besonders bei Herzerkrankungen gefährlich.

Kalte Getränke sind nicht zu empfehlen

Abhilfe können kühle Lappen oder kurze, lauwarme Duschen oder Fußbäder schaffen. Geschlossene Vorhänge und ein Lüften in den Morgen- und Abendstunden kann die Raumtemperatur etwas senken. Zudem wird helle, leichte, weite Kleidung aus Naturmaterialien empfohlen. Hier geht es zu Brandenburgs schönsten Badeseen.

Bei starker Hitze wird empfohlen, eineinhalb bis zwei Liter am Tag zu trinken. Experten raten zu lauwarmen Tees, Schorlen, Mineral- oder Leitungswasser. Besonders kalte Getränke sind nicht zu empfehlen, da das Durstgefühl dabei schneller nachlässt und die Trinkmenge geringer ist. Bei starkem Schwitzen sollte zudem auf besonders natriumreiche Getränke (mehr als 20 mg pro Liter) geachtet werden, damit der Körper das über den Schweiß verlorene Salz wieder zugeführt bekommt. Bei chronischen Erkrankungen sollte die Flüssigkeitszufuhr allerdings mit einem Arzt abgestimmt werden.

Da fettigen Speisen meist schwer im Magen liegen und so Verdauung und Kreislauf belasten, sollte an heißen Tagen vor allem auf leichte Kost wie Salat, Obst und Gemüse geachtet werden. Suppen und Kaltschalen versorgen den Körper besonders mit Flüssigkeit und liefern zusätzliche Nährstoffe. Wasserreiche Früchte wie Erdbeeren, Pfirsiche, Melonen, Gurken und Tomaten werden besonders empfohlen.

Hitzewelle macht Pflanzen zu schaffen

Im Alter wird die Zahl der aktiven Schweißdrüsen geringer, so dass der Körper sich nicht mehr so schnell selbst abkühlen kann. Da auch das Durstgefühl abnimmt und der Körper im Alter ein geringeres Gesamtvolumen an Flüssigkeit hat, entsteht durch Schwitzen schneller ein Wassermangel. Auch Kinder sollten vor starker Hitze geschützt werden.

Bedenklich seien die Regenmengen in den Sommermonaten. Die FU-Messstation im Stadtteil Dahlem registrierte im gesamten Juni nur 15,3 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. „Das war nur ein gutes Fünftel der üblichen Menge und noch ein Tick trockener als im Mai“, berichtete Dümmel. Im Juli seien bisher 53 Liter pro Quadratmeter gefallen, ein fast normaler Wert. Allerdings fiel die gesamte Menge an einem einzigen Tag Mitte Juli. „Sonst war es weiterhin extrem trocken.“ Für die meisten Landkreise gilt deshalb die höchste Waldbrandgehfahrenstufe. Ausgenommen sind Märkisch-Oderland, Spree-Neiße und Cottbus sowie die Uckermark. Hier gilt Stufe vier. Ostprignitz-Ruppin und die Uckermark haben außerdem mit Blaualgen zu kämpfen.

Während Bäume und Sträucher unter der Hitze leiden, können Allergiker aufatmen. Im Sommer fliegen häufig Gräser-, Beifuß- oder Ambrosiapollen. „Aber viele Pflanzen sind einfach vertrocknet“, sagte Dümmel. Die Pollenbelastung sei deshalb im Moment sehr gering.

Von MAZonline