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Brandenburg Stübgen: Ortskräfte aus Afghanistan müssen erstmal zur Ruhe kommen
Brandenburg

Michael Stübgen Ortskräfte aus Afghanistan müssen erstmal zur Ruhe kommen

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15:00 19.08.2021
Die ersten Ortskräfte sind in Deutschland gelandet und sollen am Donnerstag in Brandenburg eintreffen.
Die ersten Ortskräfte sind in Deutschland gelandet und sollen am Donnerstag in Brandenburg eintreffen. Quelle: Steve Parsons/dpa
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Potsdam

Brandenburg bereitet sich auf die Ankunft von 100 afghanischen Ortskräften und ihrer Familien vor, die nach der Machtübernahme der Taliban ausgeflogen worden sind. In der Nacht seien zwei Maschinen im Rhein-Main-Gebiet gelandet, sagte Innenminister Michael Stübgen (CDU) im rbb-Inforadio. Sie sollten im Laufe des Donnerstags mit Bussen nach Doberlug-Kirchhain (Elbe-Elster) kommen.

Allerdings verzögerte sich die Abfahrt des Konvois aus Frankfurt am Main nach Angaben des Innenministeriums. Da mit einer Fahrzeit von sieben bis acht Stunden gerechnet werden müsse, sei mit der Ankunft der Menschen erst am späten Abend zu rechnen, sagte Ministeriumssprecher Martin Burmeister.

Von Kabul nach Frankfurt via Taschkent

In Frankfurt/Main waren am frühen Donnerstagmorgen zwei Charterflüge von Lufthansa und Uzbekistan Airways mit insgesamt rund 500 Menschen an Bord gelandet, die aus Afghanistan in Sicherheit gebracht worden waren. Die Maschinen waren in der usbekischen Hauptstadt Taschkent gestartet. Dorthin hatte die Bundeswehr die Menschen aus der Kabul gebracht.

Innenminister Stübgen erwartet, dass die es sich bei den nun ausgeflogenen Afghanen „um traumatisierte, teilweise schwerst traumatisierte Menschen handelt. Die haben in den letzten Tagen und Wochen Dinge erlebt, die wir uns gar nicht vorstellen können.“ Sie müssten erstmal zur Ruhe kommen können.

Drei Tage Quarantäne

Bei der Erstversorgung sollen Menschen zum Beispiel ein Hygienepaket und andere Dinge bekommen, die sie benötigen, etwa Windeln für Kleinkinder, Kleidung und Medizin. Die Personen kämen dann drei Tage in Quarantäne, sagte Stübgen. Sie würden voraussichtlich bis Dienstag in Doberlug-Kirchhain bleiben und dann in die Bundesländer verteilt. Die Bundeswehr hatte in dieser Woche ihre Rettungsaktion begonnen.

Zunächst werde sich darum gekümmert, die Menschen herauszuholen, die am meisten gefährdet seien - das seien Ortskräfte und deren Angehörige, sagte Stübgen. Es seien zudem wahrscheinlich Flüchtlinge unterwegs, die zunächst in Nachbarländern aufschlagen. Hier sei es von „entscheidender Bedeutung“, dass die Europäische Union und das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR Geld zur Verfügung stellten, um Auffanglager „heimatnah“ bereitzustellen.

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Zur Frage, ob Brandenburg schon sagen könne, wie viele afghanische Flüchtlinge es aufnehmen könnte, sagte Stübgen, als Innenminister hätten sie darüber beraten und vereinbart, dass zunächst nicht jedes Land nun vorpresche und eigene Kontingente nenne. „Entscheidend ist, dass der Bund jetzt sagt: Was machen wir?“ Er habe für Brandenburg eine Aufnahmebereitschaft signalisiert, sagte Stübgen. „Und wir wissen auch, dass wir Kapazitäten haben.“

Von RND/dpa