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Brandenburg Mindestlohn könnte Spargel teurer machen
Brandenburg Mindestlohn könnte Spargel teurer machen
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00:17 01.12.2013
Krummer Buckel, niedriges Gehalt: Erntehelfer in des Spargelsaison. Quelle: dpa
Potsdam

Die mögliche Ausnahme für Saisonarbeitskräfte sei zwar ein Hoffnungsschimmer. Wie eine solche Sonderregelung aussehen könnte, ist jedoch unklar.

Am Donnerstag hatten die Spitzen von Union und SPD den Koalitionsvertrag unterzeichnet, der unter anderem eine Lohnuntergrenze von 8,50 Euro vorsieht. Dafür ernteten sie erwartungsgemäß Jubel von Arbeitnehmervertretern. „Es geht schlichtweg darum, dass alle Menschen Löhne erhalten, von denen sie leben können“, sagte etwa Dieter Pienkny, Sprecher beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), Bezirk Berlin-Brandenburg.

Das sieht auch Malte Voigts, Geschäftsführer des Spargelhofs Kremmen (Oberhavel), so. „Ein vernünftiger Betrieb ist sich seiner sozialen Verantwortung bewusst.“ Aber Menschen mit einer abgebrochenen Ausbildung beispielsweise, die sehr einfache Hilfstätigkeiten verrichten, könne er nicht 8,50 Euro pro Stunde zahlen. Die Folge: „Wir müssten die Anzahl unserer Mitarbeiter überdenken.“

Jürgen Jakobs, der gemeinsam mit seinem Bruder Josef zwei Spargelhöfe in Beelitz und Schäpe (Potsdam-Mittelmark) betreibt, ist schon froh, dass der Mindestlohn nicht auf einen Schlag kommt, sondern die Tarifparteien einen gewissen Gestaltungsspielraum bis 2017 haben. „Letztendlich läuft es aber darauf hinaus, dass wir teure Arbeitskräfte durch Maschinen ersetzen.“ Das Problem: In bestimmten Sparten ist eine Mechanisierung kaum mehr möglich, so etwa bei Sauerkirschen und Pflaumen. „Die werden dann eben aus dem Ausland kommen“, sagt Jakobs.

Verbraucher, die Wert auf frische Produkte aus der Region legen, müssten sich auf steigende Preise einstellen, erklärt Gerald Simianer vom Spargelhof in Busendorf (Potsdam-Mittelmark). Eine komplette Umwälzung der Mehrkosten auf den Kunden ist laut Expertenmeinung aber nicht durchsetzbar.

Positiv reagierte der Bauernbund Brandenburg: „Unsere Familienbetriebe zahlen ohnehin anständig“, sagte Geschäftsführer Reinhard Jung. Auch der Bauernverband sieht dem Mindestlohn gelassen entgegen: „Die Betriebe haben genügend Zeit, um ihre Löhne anzupassen“, so Sprecher Holger Brantsch.

Von Angelika Pentsi

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