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Brandenburg Ungeimpft vom Unterricht ausgeschlossen: Ministerin Karawanskij nimmt Schule in Schutz
Brandenburg Ungeimpft vom Unterricht ausgeschlossen: Ministerin Karawanskij nimmt Schule in Schutz
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00:23 01.04.2019
An der Waldordschule in Kleinmachnow ist eine Siebtklässlerin an Windpocken erkrankt. Kinder ohne Impfschutz durften vorerst nicht zur Schule. Quelle: Konstanze Kobel -Höller
Potsdam

Brandenburgs Gesundheitsministerin Susanna Karawanskij (Linke) hat den Ausschluss nicht geimpfter Kinder vom Unterricht an der Kleinmachnower Waldorfschule verteidigt. „Die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen hat für mich hohe Priorität“, sagte Karawanskij am Freitag in Potsdam. „Die Verhütung von Krankheiten ist eine ganz wichtige Aufgabe.“

Das zuständige Gesundheitsamt habe absolut richtig gehandelt. „Windpocken sind keine harmlose Kinderkrankheit. Es war gut und richtig, dass die Gesundheitsbehörden vor Ort geschlossen agiert haben.“

Nachdem bei einer Siebenjährigen die Windpocken ausgebrochen waren, hatte das Gesundheitsamt angeordnet, dass der Impfstatus der übrigen Kinder überprüft werden soll. Kinder ohne Impfnachweis wurden vom Unterricht ausgeschlossen. Eltern reagierten verunsichert.

Gesundheitsamt Potsdam: Kinder sind weitgehend geimpft

Eine ähnliche Lage wie in Kleinmachnow oder Stahnsdorf, wo ebenfalls ungeimpfte Kita-Kinder ausgeschlossen wurden, halten die Behörden für die Landeshauptstadt Potsdam derzeit für ausgeschlossen. „Wir verfügen tatsächlich über eine große Herdenimmunität“, sagte Kristina Böhm, Leiterin des Potsdamer Gesundheitsamts. Das heißt: Anders als in Kleinmachnow oder Stahnsdorf sei die Impfrate deutlich größer. „Wir hatten Ausbrüche in der Größenordnung wie in Stahnsdorf oder Kleinmachnow noch nicht“, so Böhm.

Wenn in Potsdam Windpocken oder Masern auftreten, würden zunächst die erkrankten Kinder vom Kita- oder Schulbesuch ausgeschlossen. Außerdem werde der Ausschluss von Kontaktpersonen geprüft, sprich Geschwisterkinder oder andere Angehörige. „Wenn wir allerdings Dimensionen wie in Kleinmachnow hätten, dann würde ich ähnliche Maßnahmen für Potsdam nicht ausschließen“, erklärte sie.

Spätestens mit der Schuleingangsuntersuchung kontrolliert das Gesundheitsamt, ob Kinder geimpft sind. Die Erfassungsrate liege in dieser Altersgruppe bei 100 Prozent. Bei jenen Kindern, die keinen Impfschutz haben, führen die Mitarbeiter der Behörde mit den Eltern Beratungsgespräche. Dabei treffe man immer wieder auf Eltern, die Impfungen gegenüber sehr kritisch eingestellt seien und diese ablehnten. „Wenn man sich die Zeit nimmt, kann man auch manche Skeptiker überzeugen“, sagte Böhm.

Personal in den Gesundheitsämtern fehlt

Auch für die Gesundheitsämter sei eine solche Situation nicht einfach, sagte Ute Teichert, die an der Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf Mitarbeiter von Gesundheitsämtern aus ganz Deutschland aus- und fortbildet. „Die Eltern und Erzieher rufen bei den Kollegen an und haben viele Fragen: Dürfen die Kinder wieder in die Schule, gilt eine Impfpflicht, was ist mit Geschwisterkindern?“

Umso wichtiger sei es, dass die Gesundheitsämter gut personell ausgestattet seien. Doch derzeit fällt es den Behörden schwer, offene Stellen zu besetzen. Der Grund: Gehaltsunterschiede von 1500 Euro im Monat im Vergleich zur Anstellung an kommunalen Krankenhäusern.

Von Torsten Gellner

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