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Brandenburg Lehrer mit Nazi-Tattoos: Staatsanwaltschaft ermittelt
Brandenburg Lehrer mit Nazi-Tattoos: Staatsanwaltschaft ermittelt
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16:03 16.09.2019
Der Lehrer soll bei einem Sportfest rechtsextreme Tattoos gezeigt haben (Symbolbild). Quelle: dpa
Hennigsdorf

Der Fall eines Lehrers aus Hennigsdorf (Oberhavel), der bei einer Schulsportveranstaltung rechtsextreme Tattoos gezeigt haben soll, hat womöglich strafrechtliche Konsequenzen. Dem Mann, der inzwischen von der Albert-Schweitzer-Oberschule geworfen und ins Schulamt versetzt wurde, droht ein Verfahren vor dem Oranienburger Amtsgericht. Dort soll geklärt werden, ob seine Tätowierungen strafrechtlich relevant sind.

Es gebe „ein offenes Verfahren wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“, bestätigte das Gericht auf MAZ-Anfrage. „Das Verfahren ist aber noch nicht terminiert.“ Was genau die Tattoos zeigen, dazu wollten sich weder das Gericht noch der betroffene Lehrer selbst äußern.

Wie der „Oranienburger Generalanzeiger“ berichtet, soll der Pädagoge unter anderem die SS-Losung „Meine Ehre heißt Treue“ auf dem Oberkörper tragen. Außerdem zeigten weitere Tattoos die in der rechtsextremen Szene verbreiteten Symbole „Wolfsangel“ sowie eine „schwarze Sonne“, die an mehrere übereinander gelegte Hakenkreuze erinnert.

Ministerium schaltete Staatsschutz ein

Das Bildungsministerium wies den Vorwurf zurück, zu spät reagiert zu haben. Die ersten Hinweise habe es im Sommer 2018 gegeben, im Januar habe sich der Verdacht erhärtet – in Form eines Fotos. Laut Staatsschutz sei der Körperschmuck „zweifelsfrei der rechten bis rechtsextremen Szene“ zuzuordnen. Daraufhin sei dem Mann gekündigt worden, wogegen sich der Lehrer aber vor Gericht erfolgreich gewehrt habe. Dagegen ging das Ministerium in Berufung. Außerdem sei ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren durch die Staatsanwaltschaft Neuruppin eingeleitet worden.

Zwischen dem Mann und dem Land Brandenburg sind zwei verwaltungs- und arbeitsgerichtliche Verfahren anhängig. „Die aktuellen Verfahren sind beide noch nicht rechtskräftig durchentschieden“, erklärte Ministeriumssprecher Ralph Kotsch. Das Schulamt Neuruppin müsse den Lehrer bis zum rechtmäßigen Abschluss des Kündigungsstreits vertragsgemäß weiter beschäftigen.

Eltern reagierten entsetzt

Eltern von Schülern hatten sich in einem Schreiben an die MAZ darüber beklagt, dass der ehemalige Lehrer, der bis Mai unterrichtet hatte, bei einem Sportfest sein Oberteil ausgezogen und so seine rechtsextremen Tattoos sichtbar geworden seien. Entsetzt zeigten sich die Eltern vor allem darüber, dass der Mann nach seiner Versetzung ins Schulamt Neuruppin dort ausgerechnet für Migrationsfragen zuständig war.

In der Hennigsdorfer Schule sorgt der Fall für Diskussionen. „Im Kollegium ist das natürlich ein Thema. Vor allem die Tatsache, dass er beim Schulamt für Migrationsfragen eingesetzt wurde, haben hier viele Kollegen mit Überraschung aufgenommen“, sagt Frank Hering, eigentlich Schulleiter der Adolph-Diesterweg-Oberschule, der die Schweitzerschule seit August vorübergehend kommissarisch betreut.

Schüler äußern sich wohlwollend

Hering selbst sieht sich außer Stande, etwas über den Mann sagen zu können, da er erst nach seinem Ausscheiden an die Schule gekommen war. „Das Thema sollte aber nochmal in der Schüler- und Lehrerkonferenz thematisiert werden, wenn Gesprächsbedarf dazu besteht“, sagte Frank Hering. Viele Schüler hätten sich durchaus wohlwollend zu dem Lehrer und seinen Unterrichtsqualitäten geäußert.

Von Marco Paetzel

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