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Brandenburg Wahljahr beschert Parteien in Brandenburg Mitgliederzulauf
Brandenburg Wahljahr beschert Parteien in Brandenburg Mitgliederzulauf
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18:32 24.02.2019
Mit möglichst vielen Abgeordneten wollen die Parteien dorthin: in den Potsdamer Landtag. Der wird am 1. September neu gewählt. Quelle: dpa
Potsdam

Neue Mitglieder für die Parteien im Super-Wahljahr in Brandenburg. Den größten Zulauf in den vergangenen zwölf Monaten können Grüne, SPD, AfD und Freie Wähler verzeichnen, wie eine Umfrage der MAZ zeigt. Die CDU hat danach bei der Mitgliederzahl erstmals die Linke überholt und liegt hinter der SPD auf Platz zwei. Am 26. Mai finden in Brandenburg Europa- und Kommunalwahlen statt, am 1. September wird der Landtag neu gewählt.

Die SPD hat derzeit 6362 Mitglieder und verzeichnet im zurückliegenden Jahr 657 Eintritte. Dieses Interesse wird auch mit den Verunsicherungen über die weltpolitische Lage erklärt. Daraus erwachse der Wunsch, sich einzumischen, meinte Parteisprecherin Katrin Molkentin. Die Wahl von Donald Trump, der Brexit, aber auch das Mitgliedervotum über die künftige Regierungskoalition im Bund hätten deutlich gemacht, dass es etwas zu verlieren gebe. Aus ihrer Sicht treten Menschen in die SPD ein, „weil sie nicht länger zuschauen wollen“.

Mitgliederlisten werden überprüft

In absoluten Zahlen hält sich der Zuwachs der SPD zu 2017 (plus 16 Mitglieder) aber in Grenzen. Es gab nach Angaben der SPD auch Austritte. Überdies fand im vorigen Jahr eine Überprüfung von Mitgliederlisten statt. Wer nicht mehr erreichbar war, wurde nicht mehr mitgezählt und gilt als ausgetreten. Dennoch seien deutlich mehr Personen in die SPD ein- als ausgetreten, hieß es. Die SPD ist seit 1990 stärkste Kraft im Land, steckt derzeit im Umfrage-Tief und liegt gleichauf mit CDU und AfD.

Brandenburger haben die Wahl

Am 26. Mai werden in Brandenburg – wie in allen anderen Bundesländern – die Abgeordneten für das Europäische Parlament gewählt. Außerdem stimmen die Märker an diesem Tag über die Besetzung von Kreistagen, Stadtverordnetenversammlungen, Gemeindevertretungen und Ortsbeiräten ab.

Am 1. September wird der Landtag neu gewählt.

Zulegen können auch die Grünen, die sich momentan in einem Hoch befinden. Umfragen sagen voraus, dass sie ihren Wähleranteil gegenüber 2014 auf rund 12 Prozent fast verdoppeln könnte. Im zurückliegenden Jahr traten 316 Personen ein. Die Grünen haben derzeit 1435 Mitglieder. Noch vor zwei Jahren lag die Öko-Partei unter der 1000-Mitglieder-Marke.

Linke meldet Neueintritte

Neueintritte kann auch die Linke vermelden, in diesem Jahr seien es 40, so Parteichefin Anja Mayer. Im vorigen Jahr habe es insgesamt 173 Neuaufnahmen gegeben. Allerdings geht die Zahl der Mitglieder weiter zurück. Das hat offenbar vor allem mit dem hohen Altersdurchschnitt von knapp 70 Jahren zu tun. Aus Sicht der Vorsitzenden Mayer ist der Rückgang aber nicht so stark wie in Prognosen vermutet. Momentan zählt die Linke 5802 Mitglieder. Das sind 230 weniger als 2017. Noch vor fünf Jahren war sie mitgliederstärkste Partei (7200).

Einen nur leichten Aufwärtstrend gibt es bei der CDU, die mit 5846 Mitgliedern erstmals die Linke überflügelt hat. Das ist in Plus von 44 Mitgliedern innerhalb eines Jahres. Insgesamt ist die Mitgliederzahl der CDU seit Jahren weitgehend stabil.

Viele Aufnahmeverfahren bei der AfD

Die AfD hat nach eigenen Angaben derzeit 1600 Mitglieder, davon seien aber „noch viele im Aufnahmeverfahren“, wie es hieß. Das sind 100 mehr als im vorigen Jahr und 600 mehr als 2016. Parteichef Andreas Kalbitz sprach von einem „stetigen Zuwachs an Mitgliedern“, die die politische Arbeit der AfD unterstützen würden.

Auf Zuwächse an Mitgliedern können auch BVB/Freie Wähler verweisen, ein Zusammenschluss aus rund 140 regionalen Wählergruppen im Land. Nach Angaben von Landeschef Peter Vida hat die Vereinigung jetzt 780 Mitglieder, das seien 80 mehr als vor einem Jahr.

Die Vereinigung, die zuletzt mit erfolgreichen Volksinitiativen wie zur Abschaffung von Straßenausbaubeiträge für Furore sorgte, hofft am 1. September auf den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde und den Einzug in den Landtag.

Von Igor Göldner

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