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Brandenburg Joop: „Heute würde ich die Linken wählen“
Brandenburg Joop: „Heute würde ich die Linken wählen“
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14:06 23.06.2019
Wolfgang Joop sympathisiert mit den Linken – und talkt mit Sahra Wagenknecht. Quelle: Archiv/Tierschutzverein Potsdam
Potsdam

Mode trifft Politik“, heißt es am Montagabend im Berliner Kino Babylon Mitte. Dort werden sich der Potsdamer Modedesigner Wolfgang Joop und die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht auf Einladung der Linken zum Gespräch treffen und über die drängenden Themen der Zeit diskutieren. Die MAZ hat mit Wolfgang Joop vorab über den Abend gesprochen.

Herr Joop, Sie sprechen heute Abend mit Sahra Wagenknecht über Politik, Gesellschaft und Mode. Die prominente Linken-Politikerin hat modisch ihren ganz eigenen Stil, trägt seit Jahren immer die gleiche Art von Kostümen. Was halten sie davon?

Wolfgang Joop: Sahra Wagenknecht hat mit ihrer Kleidung ein Statement gesetzt. Das ist eine Art von Propagandaschrift in Kleidung. Sie sagt damit: „Ich bin nicht verlottert, wie man das vielleicht von Linken glaubt. Und: Ich bin nicht irgendwie abhängig von der Meinung, dass die Kleidung nicht schick oder jung ist. Ich setze mich ab mit meinem eigenen Stil.“ Ihre Kleidung fällt auf. Und wenn sie einen Auftritt vor ihrer Fraktion hatte, sagte sie damit: „Ich habe meinen Willen und meine eigene Vorstellung von Eleganz.“ Sie machte mit diesem Outfit auch ihren Auftritt zum Anlass.

>> Lesen Sie auch: Das sagt Wolfgang Joop über Karl Lagerfeld

Sie werden mit Sahra Wagenknecht auch über Politik sprechen. Wie stehen Sie zu den Positionen der Linken?

Meine Einstellungen haben sich mit der Zeit sehr verändert. Zu meiner Studienzeit gab es viele, die links quatschten und Kaviar fraßen. Die mochte ich nie. Heute muss ich sagen: Ich hätte schon Lust auf eine Utopie. Und die Linke war utopisch. Wer wollte nach dem Krieg noch was von links hören, wer wollte überhaupt so viele Parteien? Das erinnerte an die Weimarer Republik. Die Linke war altmodisch, gesichtslos.

Und heute?

Sahra Wagenknecht hat den Linken ein Gesicht gegeben und die vielen drängenden sozialen Fragen sehr gut beantwortet. Heute würde ich sagen: Ich wähle die Linken. Und ich hoffe sehr, dass Sahra Wagenknecht nach ihrem Rückzug irgendwann zurückkommt, auch wenn es aktuell wohl nicht so aussieht.

Deutlich erfolgreicher als die Linken sind momentan allerdings die Grünen, die sich wie Sie auch sehr stark für mehr Tierschutz einsetzen.

Grün ist natürlich die wunderbare Alternative für alles. Und es ist gut, dass sie es jetzt soweit geschafft haben. Aber man muss natürlich zu grün eine Gegenantwort haben, sonst fallen die vor Selbstverliebtheit um. Sie brauchen ein Gegenüber. Mir ist wichtig, dass sich etwas ändert. Es kann nicht so weitergehen. Dieses Konsumieren, dieses sich Satt- und Vollfressen mit Lebewesen, all dieser Abfall, den wir produzieren. Die Zerstörung der Umwelt. Ich esse zum Beispiel seit zehn Jahren kein Fleisch mehr. Da haben wir als Verbraucher die Macht zu verzichten. Und die Politik hat die Macht, Konditionen aufzustellen.

Der Eintritt für den Gesprächsabend im Babylon Mitte ist frei, los geht es um 19 Uhr. Einlass ist ab 18 Uhr. Karten können vorab an der Kasse oder auf der Internetseite des Kinos (Rosa-Luxemburg-Straße 30) reserviert werden.

Von Anna Sprockhoff und Henry Lohmar

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