Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Berliner Mohrenstraße soll nach Anton Wilhelm Amo umbenannt werden
Brandenburg

Mohrenstraße in Berlin soll nach Anton Wilhelm Amo umbenannt werden

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:03 21.08.2020
Die Mohrenstrasse soll wegen ihres rassistischen Namens in Anton-Wilhelm-Amo-Strasse umbenannt werden.
Die Mohrenstrasse soll wegen ihres rassistischen Namens in Anton-Wilhelm-Amo-Strasse umbenannt werden. Quelle: epd
Anzeige
Berlin

Der von Kritikern als rassistisch empfundene Name der Berliner Mohrenstraße soll geändert werden. Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Mitte forderte das Bezirksamt auf, die Straße künftig nach Anton Wilhelm Amo zu benennen, der im 18. Jahrhundert erster Gelehrter afrikanischer Herkunft an einer preußischen Universität war. Ein entsprechender Antrag von Grünen und SPD sei am Donnerstag mehrheitlich angenommen worden, bestätigte die BVV am Freitag.

Wie schnell wird die Mohrenstraße in Berlin umbenannt?

Wie schnell das nun passiert, ist offen. Das von Bürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) geleitete Bezirksamt teilte mit, der weitere Fortgang des Verfahrens sei noch nicht klar. Die BVV-Fraktionen von Grünen und SPD erklärten, Anrainer und Stadtgesellschaft müssten über den Umbenennungsprozess informiert werden, der nun „unverzüglich“ beginnen müsse. Die Grünen- Fraktionschefin im Berliner Abgeordnetenhaus, Antje Kapek, sagte, mit dem neuen Namen bleibe die Geschichte des Kolonialismus sichtbar, ohne Rassismus zu reproduzieren.

Lesen Sie auch: Berlin streitet um die Mohrenstraße – und was ist mit Wittenberge?

Anton Wilhelm Amo als Alternative zu Glinkastraße

Die Berliner Verkehrsbetriebe BVG hatten Anfang Juli zunächst angekündigt, den Stationsnamen Mohrenstraße in Glinkastraße umzubenennen. Nach dem russischen Komponisten Michail Iwanowitsch Glinka (1804-1857) ist eine Straße benannt, die nahe der U-Bahn-Station auf die Mohrenstraße trifft. Nach Vorwürfen, Glinka sei Antisemit gewesen, pfiff der Senat die BVG jedoch zurück.

Von RND/dpa