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Brandenburg Mordkomplott auf Friesacker Pferdehof
Brandenburg Mordkomplott auf Friesacker Pferdehof
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18:31 21.03.2013
Das Opfer Christin R.
Das Opfer Christin R. Quelle: dpa
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BERLIN

(27) und ihr Bruder Sven (26), Svens Kumpel Steven M. (22). Sie alle sollen verstrickt sein in ein Mordkomplott. Seit gestern wird die Frage verhandelt, ob die 21 Jahre alte Pferdewirtin Christin R. aus Lübars (Berlin-Reinickendorf) sterben musste, weil Robin und Cornelia H. Lebensversicherungen in Höhe von 2,4 Millionen Euro kassieren wollten. Nach zwei gescheiterten Tötungsversuchen sollen sie Steven M. als Auftragsmörder verpflichtet haben.

Christin R. verliebte sich 2011 in Robin, nachdem sie ihn und seine Mutter auf einem Pferdehof in Friesack (Havelland) kennengelernt hatte. Er ist Springreiter, die Interessen sind nah beieinander. Sie folgt ihnen auf den Friesacker Hof. Die Misswirtschaft der Familie verursacht einen Schuldenberg. Mit seiner Mutter zusammen soll Robin den Plan erdacht haben, die junge Frau zu töten, um Lebensversicherungen zu kassieren. Insgesamt acht wurden zugunsten von Robin abgeschlossen, von den meisten wusste Christin R. gar nichts.

Im April 2012 kam es laut Staatsanwaltschaft zum ersten Anschlag. Cornelia H., die vor ihrer Festnahme als Anlageberaterin arbeitete, soll die Freundin ihres Sohnes mit einem Messer attackiert haben. Ein fünf Zentimeter tiefer Stich, der aber lebenswichtige Organe verfehlte. Das Opfer konnte sich retten.

Einen Monat später – Robin hatte inzwischen in der Fleischereiverkäuferin Tanja L. eine neue Freundin gefunden – der zweite Versuch: Der junge Mann kaufte Kaliumchlorid, um die Pferdewirtin zu vergiften. Dafür lockte Tanja L. das spätere Mordopfer auf einen Parkplatz. Sie tranken Sekt – in Christins Becher war das Gift. Doch der Mordversuch von L. blieb erfolglos, sie gestand ihn später der Polizei. Laut Staatsanwaltschaft waren ihr 50 000 Euro aus der Lebensversicherung zugesichert worden.

Beim dritten Mal kurz darauf blieb es nicht beim Versuch. Tanja L. soll ihren Bruder Sven gebeten haben, einen Auftragsmörder zu suchen, den er offenbar in Steven M. fand. Sven saß zu dem Zeitpunkt im Gefängnis. 1000 Euro sollte es für den Mord geben, 500 davon für Steven, so die Anklage.

L. bestellte das spätere Opfer auf einen Parkplatz, dieses Mal am Freibad Berlin-Lübars. Steven M. wartete da schon im Gebüsch „mit Sturmhaube, Handschuhen und einem Seil“, so der Staatsanwalt. Steven M. hat sie dann laut Anklage erdrosselt. Das war am 20. Juni 2012.

Einen Tag später fand eine Fußgängerin die Leiche im Gebüsch. Robin H. wurde noch am selben Tag auf dem Pferdehof festgenommen. Seine vielen Telefonkontakte zu Tanja L. führten die Ermittler dann zu ihr. Sie sagte nach ihrer Festnahme aus. Am nächsten Verhandlungstag Anfang April möchte sie auch vor Gericht ihre Sicht der Dinge beschreiben. Die anderen vier Angeklagten kündigten, teils über ihre Anwälte, an, sich vorerst nicht zu Vorwürfen zu äußern.

Der Prozess wird am 8. April fortgesetzt. (Von Sebastian Scherer)

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