Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Peter Schüler leitet Brandenburgs erste Antisemitismus-Fachstelle
Brandenburg Peter Schüler leitet Brandenburgs erste Antisemitismus-Fachstelle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:22 17.05.2019
Peter Schüler baut die Fachstelle am MMZ in Potsdam auf. Quelle: Ildiko Röd
Potsdam

Nach dem Bund und etlichen anderen Bundesländern hat jetzt auch Brandenburg eine Fachstelle Antisemitismus bekommen. Mit der Aufgabe betraut wurde der Jurist und langjährige Potsdamer Kommunalpolitiker Peter Schüler, teilte das Moses-Mendelssohn-Zentrum für europäisch-jüdische Studien (MMZ) am Dienstag in Potsdam mit. Die zum 1. Mai gegründete Fachstelle Antisemitismus des Landes ist am MMZ angesiedelt, Schüler soll sie aufbauen und leiten.

Initiator für eine Synagoge in Potsdam

Der 67-jährige gebürtige Ost-Berliner ist Diplomphysiker und Rechtsanwalt und seit den frühen 90er Jahren für die Grünen landes- und kommunalpolitisch aktiv. Er gehörte zu den Initiatoren des Projekts einer neuen Synagoge für die Stadt Potsdam und engagiert sich auch als Anwalt für ethno-kulturelle und religiöse Minderheiten.

Die Fachstelle Antisemitismus werde in enger Zusammenarbeit mit der Emil Julius Gumbel Forschungsstelle Antisemitismus und Rechtsextremismus des MMZ den Blick auf die Betroffenenperspektive richten und Diskriminierungserfahrungen sichtbar machen, hieß es. Außerdem sollen Ratsuchende aus Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung fachlich beraten werden. Geplant sei auch ein umfassendes Monitoring von antisemitischen Vorfällen.

Erfahrungen Betroffener sichtbar machen

Antisemitismus ist auch in Brandenburg ein gesellschaftliches Querschnittsproblem“, betonte MMZ-Direktor Julius Schoeps. Die Erfahrungen Betroffener müssten „in allen Formen und Facetten sichtbar“ gemacht werden. Ziel der Fachstelle sei, die Ausbreitung von Antisemitismus zu verhindern.

Mit der Gründung der Fachstelle Antisemitismus sei ein Landtagsbeschluss umgesetzt worden, hieß es weiter. Die Einrichtung werde die Forderung des Antisemitismusbeauftagten der Bundesregierung, Felix Klein, nach einem bundeseinheitlichen System zur Meldung antisemitischer Vorfälle unterhalb der Strafbarkeitsgrenze in Brandenburg umsetzen und eng mit dem Beratungsnetzwerk Tolerantes Brandenburg und der brandenburgischen Fachstelle Islam zusammenarbeiten.

Die Fachstelle strebe eine enge Kooperation mit jüdischen Gemeinden und Einrichtungen an, hieß es weiter. Geplant sei auch eine Vernetzung aller Akteure gegen Antisemitismus. Die Stelle des Beauftragten ist laut Ausschreibung zunächst bis Ende 2019 befristet.

Von MAZonline/epd

Wie viele kleine Orte im Land hat Golzow im Oderbruch seit Jahren keinen Dorfladen mehr. Das beklagen vor allem ältere Bewohner ohne Auto. Deshalb soll sich nun etwas ändern. Der Bürgermeister hat sich Hilfe bei der Technischen Universität Darmstadt geholt.

14.05.2019

Schrecklicher Fund im brandenburgischen Forst: Zwei männliche Leichen werden in einer Wohnung entdeckt. Warum die beiden Männer sterben mussten, ist noch unklar.

14.05.2019

Im Fall der Frankfurter Affäre um zerstörte Wahlplakate hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt. Offenbar waren die Belege des Staatsschutzes zu dünn.

16.05.2019