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Brandenburg Mutmaßlicher Islamist in Berlin festgenommen
Brandenburg Mutmaßlicher Islamist in Berlin festgenommen
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18:21 25.10.2017
Quelle: Polizei Berlin
Berlin

Bei einer Razzia gegen einen mutmaßlichen Unterstützer der Islamistenszene hat die Berliner Polizei Gewehre, Pistolen und 20 bis 30 Kisten scharfe Munition beschlagnahmt. Ein 40-jähriger Mann wurde dabei in der Nacht zu Mittwoch festgenommen. Gegen ihn wurde am Abend Haftbefehl wegen illegalen Waffenbesitzes erlassen. Laut Polizei bestehen jedoch „keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass Anschlagsplanungen bereits in Vorbereitung waren“, sagte der Berliner Polizeisprecher Winfrid Wenzel am Mittwoch dem Nachrichtensender n-tv.

Der verdächtige Deutsche mit Migrationshintergrund wird laut Staatsanwaltschaft im „weitesten Sinn“ der Islamistenszene zugerechnet. Die Polizei sprach von Zugehörigkeit zum „islamistischen Umfeld“. Die Behörden schließen nicht aus, dass der Mann selbst eine Anschlagsidee verfolgt haben könnte oder die Waffen an andere weitergeben wollte.

Maschinenpistolen und Tausende Patronen

Die Polizei veröffentlichte zwei Fotos, die die Waffen zeigen. Auf einem Bild sind zwei kleinere Maschinenpistolen zu sehen, das andere zeigt zahlreiche Kunststoffkisten mit Tausenden Patronen verschiedener Größen für Gewehre und Pistolen.

Neben Waffen wurde zahlreiche Munition gefunden. Quelle: Polizei Berlin

Laut Polizei besuchte der 40-Jährige Moscheen, „die für den Staatsschutz von besonderem Interesse sind“, sagte Sprecher Wenzel. Darunter ist die As-Sahaba-Moschee in Wedding, die im Berliner Verfassungsschutzbericht erwähnt wird. „Die Kombination aus Moscheen, Drogen und scharfen Schusswaffen hatte für uns höchste Sensibilität zur Folge“, sagte Wenzel. „Wir mussten schnell handeln.“

Der Verdächtige wurde in einer Shisha-Bar in Kreuzberg ohne Widerstand festgenommen. Gegen ihn wurde monatelang ermittelt, nachdem er durch ein Verfahren gegen einen Drogenhändler in den Fokus der Ermittler geraten war. Dort ging es auch um Waffen. Dem Mann werde vorgeworfen, gegen das Waffengesetz verstoßen zu haben, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Erkenntnisse zu „gesteigerter Gewaltbereitschaft

Die Polizei durchsuchte vier Orte in den Bezirken Reinickendorf und Charlottenburg-Wilmersdorf. Der Zugriff sei jetzt erfolgt, weil es Erkenntnisse zu „gesteigerter Gewaltbereitschaft im familiären Umfeld“ gegeben habe. Genauer wurde das nicht erläutert.

Der CDU-Innenpolitiker Burkard Dregger teilte mit: „Der Zugriff von heute früh zeigt, dass die Ermittlungsbehörden wachsam sind.“ Jetzt müssten die Beweise ausgewertet werden, „um mögliche Komplizen zu identifizieren“.

Der FDP-Innenpolitiker Marcel Luthe betonte, der Fund der Polizei zeige einmal mehr deutlich, „dass das Problem nicht bei legalen Sportwaffen liegt, sondern bei den zehntausenden illegalen Waffen bis hin zu Kriegswaffen, die in diesen Milieus im Umlauf sind“.

Der Verdacht des Waffenbesitzes bestätigte sich, ohne dass bislang Erkenntnisse für konkrete Anschlagspläne vorlägen, wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilt. Die Ermittlungen dazu dauern an.

Der 40-Jährige soll noch am Mittwoch einem Haftrichter vorgeführt werden.

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