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Brandenburg NS-Täter zeigt auch mit 100 keine Reue
Brandenburg NS-Täter zeigt auch mit 100 keine Reue
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07:31 29.07.2013
Quelle: dpa
Rom

Vierzehn Jahre ist es her, dass der Brandenburger NS-Kriegsverbrecher Erich Priebke wegen seines schlechten Gesundheitszustands und seines Alters aus der Haft entlassen wurde. Am Montag feiert der seitdem unter einem lockeren Hausarrest stehende Priebke in Rom seinen hundertsten Geburtstag. Priebke, dessen Name für eines der schlimmsten deutschen Massaker in Italien steht, hat nie Reue gezeigt und wird von Neonazis verehrt.

Mario Merlino, ein Priebke-Freund und selbst berüchtigter Neofaschist, sagte der Zeitung „Corriere della Sera“, Priebke habe sich dem Glauben zugewandt, „vielleicht, weil er spürt, dass das Ende nahe ist“. Ansonsten zeige der SS-Mann erhebliche Alterserscheinungen. „Er ist taub und hat nahezu vollständig das Gedächtnis verloren.“ Ob dies glaubwürdig ist? Noch vor zwei Jahren zeigten Fotos Priebke wie er mit dem Motorroller durch Rom fuhr.

Der Fall des in Hennigsdorf (Oberhavel) geborenen Priebke war einer der großen NS-Kriegsverbrecherfälle der 90er Jahre. Bis 1994 lebte er unbescholten unter seinem echten Namen in einem Badeort in Argentinien. Dann entdeckte ihn ein US-Journalist und Priebke wurde nach Italien ausgeliefert. Dort wurde er wegen des Massakers in den Ardeatinischen Höhlen bei Rom vor Gericht gestellt.

Am 23. März 1944 hatten italienische Partisanen mit Bomben 32 Männer einer deutschen Polizeieinheit getötet. Angeblich auf direkten Befehl Adolf Hitlers sollten für jeden toten Deutschen zehn Italiener sterben. Nur einen Tag nach dem Anschlag führten SS-Truppen insgesamt 335 ahnungslose Männer – der jüngste ein Jugendlicher von 15 Jahren – in die Höhlen, um sie zu erschießen. Das Massaker gilt als äußerst grausam. Weil die Höhlen so eng sind, fanden Erschießungen auf den Leichen der ersten Opfer statt. Priebke soll als Hauptsturmführer die Namensliste der Opfer, darunter 75 Juden, geführt haben. Er gestand außerdem, zwei Gefangene selbst erschossen zu haben. Ein Wort der Entschuldigung sagte Priebke dafür nie.

Nur ein Jahr nach seiner Verurteilung zu lebenslanger Haft kam er wieder frei. Seinen neunzigsten Geburtstag hatte er auf dem Land in einem Restaurant gefeiert – zusammen mit Neonazis. Angeblich ist wieder solch eine Feier geplant – ihr Zustandekommen will Roms Bürgermeister Ignazio Marino verhindern.

Von Ralf Isermann

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